Schumacher Schnellster im Training

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Michael Schumacher am Rande des Trainings

Shanghai - Michael Schumacher hat beim Formel-1-Training zum Großen Preis von China am Freitag die Tagesbestzeit erzielt.

Michael Schumacher fuhr am Ort seines letzten Triumphes Bestzeit, Sebastian Vettel kommt immer besser in Fahrt: Die beiden Superstars lassen die Formel-1-Fans von einer deutschen Doppel-Pole beim Rennen in China träumen. Rekordweltmeister Schumacher war 2021 Tage nach seinem bis heute letzten Erfolg 2006 in Shanghai im Training am Freitag der Schnellste und freute sich auch aus einem nicht benannten „privaten Grund“. Der aktuelle Champion Vettel schöpfte nach dem dritten Platz und der Rückkehr zur alten Auspuffkonfiguration neue Hoffnung.

„Das ist noch weit weg, aber möglich ist alles“, sagte Vettel auf die Frage, ob er eine deutsch-deutsche Weltmeister-Startreihe im Rennen am Sonntag für möglich halte. Zwar ist nicht nur für den nach dem Frust der vergangenen Wochen wieder deutlich besser gelaunten Titelverteidiger „McLaren weiter der Favorit“. Doch der am Freitag zweitplatzierte Lewis Hamilton wird im Qualifying am Samstag (8.00 Uhr/RTL und Sky) nicht die dritte Pole Position im dritten Rennen des Jahres einfahren können - er wird wegen eines Getriebewechsels am Donnerstag fünf Plätze zurückversetzt.

Ob er sich Chancen auf die erste Startreihe ausrechne, wollte Schumacher nicht beantworten: „Das kann ich am Samstag sagen.“ Sichtlich zufrieden sprach er aber von einem „sorgenfreien Tag. Ich bin sehr zufrieden mit dem Auto. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, aber ich bin sicher, wir werden dort hinkommen.“

Das letzte Mal, dass zwei Deutsche in der ersten Startreihe standen, ist noch nicht lange her. Am 7. November ging Nico Hülkenberg nach seiner Sensations-Pole vor Vettel ins Rennen. Eine Doppel-Pole mit den beiden deutschen Superstars wäre dagegen ein Novum.

Norbert Haug dämpfte die Erwartungen für Samstag ein wenig. „Die Zeiten und Reihenfolgen von heute bedeuten nicht, dass sie morgen oder am Sonntag so oder so ähnlich aussehen werden“, sagte der Mercedes-Sportchef. Teamchef Ross Brawn war aber für's erst zufrieden: „Man konnte sehen, dass Michael in guter Form ist. Es ist schön, ihn so stark zu sehen.“

Der im WM-Klassement nur auf Platz sechs liegende Vettel sah derweil im gelungenen Auspuff-Test einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. „Es war wichtig, dass wir uns das getraut haben. Ich fühle mich wohl, es fühlt sich wieder besser an“, sagte er. Der direkt hinter ihm klassierte Teamkollege Mark Webber fuhr mit der zuletzt in Malaysia verwendeten Auspuffeinstellung. „Nun müssen wir uns viel anschauen und sehen, was für den jeweiligen Fahrer besser ist“, sagte Vettel.

In der ersten Einheit am Morgen hatte der Weltmeister auf der Strecke noch einen Disput mit dem französischen Lotus-Piloten Romain Grosjean gehabt. Vergleiche mit der „Stinkefinger-Affäre“ vor drei Wochen, als er den Inder Narain Karthikeyan beleidigte, lehnte der Hesse aber ab. „Ich hab nur gewunken, keinen Finger gezeigt. Keine Angst, ich weiß, dass ihr euch darüber aufregt“, sagte er schmunzelnd zu Journalisten: „Er stand mir ein bisschen im Weg und hat erst Platz gemacht, als meine Runde kaputt war. Das war aber kein großer Zwischenfall, nicht der Rede wert.“

Ohne große Folgen blieb wohl auch der Unfall von Marussia-Pilot Timo Glock. Der gab nach der Untersuchung im Medical Center Entwarnung. „Mir geht es gut, kein Problem“, sagte der Odenwälder, der über leichte Schmerzen im linken Handgelenk klagte. Ein wenig Sorgen machte ihm nur sein Auto: „Wir hatten einige neue Teile am Auto. Ich hoffe, dass die dabei nicht kaputt gegangen sind.“

Nico Rosberg als Fünfter im zweiten Silberpfeil sowie Nico Hülkenberg (Force-India-Mercedes) als Neunter komplettierten das ansonsten gute deutsche Gesamtergebnis. WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) musste sich nach seinem überraschenden Sieg in Malaysia am Freitag mit Rang zehn begnügen.

sid

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
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Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
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Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
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Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
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Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
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