Weltmeisterschaft

Darauf muss man achten beim Finale der Formel-1-Saison

Verstappen
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Geht von der Pole ins WM-Finale: Max Verstappen vom Team Red Bull.

Verstappen und Hamilton, die WM-Rivalen, Seite an Seite. Startreihe eins beim Finale in Abu Dhabi. Selbst der erste Verfolger will nur eins: Zuschauen und bloß nicht in die Quere kommen.

Abu Dhabi - 12.12.2021, Tag der Entscheidung. 17.00 Uhr Ortszeit Abu Dhabi (14.00 Uhr MEZ/Sky). Max Verstappen auf der Pole Position, Lewis Hamilton daneben.

Die punktgleichen WM-Rivalen am Ende eines packenden Zweikampfs um den WM-Titel in der Formel 1 Seite an Seite - und wie im Klassement mit einem leichten Vorteil für Verstappen. 9:8 Siege lautet die Bilanz in diesem Jahr vor dem 22. und letzten Rennen. Heißt für Hamilton: Er muss mit seinem Mercedes vorbei an Verstappens Red Bull.

Nur wie?

Möglichkeit 1: Am Start. Verstappen wird rechts stehen, Hamilton links. Und links geht es auch in die erste Kurve. Hieße: Hamilton wäre innen, könnte vorbei ziehen. Aber: Es wäre riskant. Verstappen dürfte voll dagegen halten. Crashgefahr! Ein frühes Aus der beiden - und Verstappen wäre Weltmeister. Hinzu kommt, dass Hamilton auf den etwas langsameren Reifen startet. Die frühe Attacke - sehr, sehr unwahrscheinlich.

Möglichkeit 2: Mercedes wird versuchen, den Reifenwechsel zum optimalen Zeitpunkt zu machen. Hamilton und die Silberpfeil-Strategen dürften auf einen Einstopper setzen und im Rennverlauf auf die noch härteren Gummis wechseln. Verstappen wird auf jeden Fall zeitnah die Reifen wechseln müssen, je schneller sie sind, umso weniger haltbar sind sie.

Hinzu kommt, dass ein Reifen der mittleren Mischung beim Bremsen in der Qualifikation etwas abbekommen hat. Nur deswegen wechselte Red Bull danach auf die softeren. Eine taktische Titelentscheidung - nicht wirklich unwahrscheinlich.

Wie stellt es Verstappen am besten an?

Variante 1: Die verrückteste, über die er besser erst gar nicht nachdenkt, über die seit Tagen aber alle reden: Wenn beide ausscheiden, ist er Weltmeister. Ein Crash wie in Monza zum Beispiel. Doch dann droht ein Nachspiel, Rennleiter Michael Masi machte das bereits mehr als deutlich. Tipp: Besser bleiben lassen.

Doch klar ist auch, dass Verstappen den Vorteil hat, dass Hamilton erst einmal attackieren muss. Geht der Brite ein zu großes Wagnis ein, ist er raus. Er muss vor Verstappen mindestens Achter werden, dann ist es auch egal, ob der Niederländer sich den Extrapunkt für die schnellste Runde schnappt. Verstappen braucht jedenfalls einen Topstart, um vorn zu bleiben - sehr gut möglich auf den soften Reifen.

Variante 2: Verstappen muss sich dann ein Polster herausfahren. Er darf sich keine Fehler leisten, mit seiner Erfahrung von 15 Jahren Formel 1, 103 Siegen und sieben WM-Titeln dürfte Hamilton zur Stelle sein. Verstappens Team muss den idealen Zeitpunkt zum Reifenwechsel erwischen. Er darf nicht im Verkehr hängen bleiben, wenn Hamilton weiter auf seinen haltbareren Reifen womöglich vorneweg in den berühmten Hammertime-Modus schalten kann.

Die Frage ist, ob Verstappens Teamkollege Sergio Perez sich zu Beginn von Rang vier nach vorn arbeiten und als Geleitschutz dienen kann. Hamiltons Sekundant Valtteri Bottas patzte in der Quali, nur Sechster und damit erst mal ein Stück weg vom Geschehen.

Duell von zwei Ausnahmefahrern

Die Erfolge eines Hamilton muss ein Verstappen erst noch schaffen. Rechnerisch hat der 24-Jährige dazu noch rund 13 Jahre Zeit - Anfang kommenden Jahres wird Hamilton 37. Unstrittig ist das Talent der beiden. Unstrittig ist auch, dass Verstappens Hang zur völligen Kompromisslosigkeit zwar spektakulär ist, aber auch Probleme bereiten kann.

Wie sehr der Zweikampf, in dessen langem Schatten Kultfahrer und Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen zu seiner Freude eher still und leise Abschied nehmen kann von der Formel 1, selbst die anderen Piloten fesselt, machte Lando Norris deutlich. Der 22 Jahre alte Hamilton- Landsmann aus der Verstappen-Generation steht mit seinem McLaren-Mercedes direkt dahinter auf Startplatz drei. „Ich bin ein bisschen nervös“, sagte er: „Eigentlich will ich nur da bleiben, wo ich bin und mir alles anschauen, was da auf den ersten Runden und im ganzen Rennen passiert“, sagte er. dpa

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