Königsklasse des Motorsports

Formel 1 2020: Das sind die Fahrer, Teams und Strecken der 71. Saison

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Wer macht wen nass? Auch in der Formel-1-Saison 2020 zählen Max Verstappen, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel (v. l.) zu den Favoriten.

Die Saison 2020 ist die letzte in der Formel 1 vor einem umfangreichen Reglements-Update. Welche Fahrer und Teams sind in diesem Jahr am Start? Und wo wird gefahren? Hier gibt es die Antworten.

  • 20 Fahrer aus zehn Teams kämpfen in der Formel 1 2020 um Punkte.
  • Als Titelverteidiger gehen Lewis Hamilton und Mercedes ins Rennen.
  • Der Kalender umfasst erstmals 22 Grands Prix - doch schon vor Saisonstart gab es einen Ausfall.

München - Die Formel 1 bestreitet im Jahr 2020 ihre 71. Saison. Es wird die letzte sein, bevor umfangreiche Regeländerungen den Fahrzeugen ein neues Designs verpassen werden und der bekanntesten Rennserie der Welt vor allem mehr Spannung bescheren sollen. Von Mitte März bis Ende November werden die Nachfolger von Fahrer-Weltmeister Lewis Hamilton und Konstrukteurs-Champion Mercedes gesucht. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über die Piloten, die Rennställe und die Strecken.

Formel 1 2020: Mit Vettel nur noch ein deutscher Fahrer dabei

Viel hart sich im Fahrerfeld nicht verändert - aber aus deutscher Sicht unerfreuliches. Weil Nico Hülkenberg sein Renault-Cockpit an den Franzosen Esteban Ocon abgeben musste, steht zum Saisonauftakt mit Ferrari-Pilot Sebastian Vettel erstmals nach 27 Jahren nur noch ein Pilot aus der Bundesrepublik am Start. Die meisten Fahrer kommen aus Großbritannien und Frankreich: Hamilton sowie die Youngster Lando Norris und George Russell starten für das Vereinigte Königreich, Ocon, Pierre Gasly und Romain Grosjean für die „Grande Nation“.

Einziger Neuling unter den 20 Fahrern ist der Kanadier Nicholas Latifi, der bei Williams den glücklosen und wegen seiner Handblessur gehandicapten Rückkehrer Robert Kubica ersetzt. Der 24-Jährige rückt mit der Empfehlung seines zweiten Platzes in der Formel-2-Meisterschaft hinter dem Niederländer Nyck de Vries in die Königsklasse des Motorsports auf. Latifi war bereits seit 2016 bei verschiedenen F1-Teams als Testfahrer im Einsatz.

Der schon erwähnte Ocon kehrt nach einem Jahr als Mercedes-Testfahrer zurück in die erste Reihe. Besonders in seinen beiden Jahren 2017 und 2018 bei Racing-Point-Vorgänger Force India überzeugte der junge Franzose, fuhr in dieser Zeit 28 mal in die Punkteränge. 2020 bestreitet er seine vierte Formel-1-Saison.

Zählt nicht nur auf der Rennstrecke zu den Gewinnern: Kimi Räikkönen präsentiert seine hübsche Ehefrau Minttu.

Formel 1 2020: Letzter Ferrari-Weltmeister Räikkönen greift nach Rekord

Unter den 20 Startern der Saison 2020 befinden sich drei Weltmeister. Mercedes-Pilot Hamilton gewann im vergangenen Jahr seinen sechsten Titel und könnte in diesem Jahr zu Rekord-Champion Michael Schumacher aufschließen. Vettel setzte sich viermal die Krone auf. Der für Alfa Romeo ins Lenkrad greifende Finne Kimi Räikkönen ist dank seines Titels 2007 noch immer der letzte Ferrari-Weltmeister. Ihm winkt in dieser Saison der Rekord für die meisten GP-Starts: Vor dem ersten Rennen des Jahres fehlen dem „Iceman“ noch zehn Teilnahmen, um zum Brasilianer Rubens Barrichello aufzuschließen, der es zwischen 1993 und 2011 auf 323 Grands Prix brachte.

Die größten Titelchancen werden neben Hamilton und Vettel dessen Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc sowie Red-Bull-Pilot Max Verstappen zugerechnet. Der Monegasse Leclerc gewann in seiner ersten Saison für die Scuderia direkt zwei Rennen, stand siebenmal auf der Pole Position und schloss das Jahr 2019 mit WM-Rang vier vor Vettel ab. Verstappen - wie das Ferrari-Talent zum Saisonstart erst 22 Jahre jung - erreichte sogar den dritten Platz in der Weltmeisterschaft und bringt es mittlerweile auf acht GP-Siege. Dem Duo gehört die Zukunft. Während Leclerc bis 2024 an Ferrari gebunden ist, verlängerte der Niederländer seinen Vertrag beim Red-Bull-Rennstall zu Jahresbeginn bis einschließlich der Saison 2023.

Formel 1 2020: Die 20 Fahrer im Überblick

Name

Team

Nation

Geburtsdatum

Formel-1-Debüt

Alexander Albon

Aston Martin Red Bull Racing

Thailand

23. März 1996

2019

Valtteri Bottas

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

Finnland

28. August 1989

2013

Pierre Gasly

Scuderia Alpha Tauri Honda

Frankreich

7. Februar 1996

2017

Antonio Giovinazzi

Alfa Romeo Racing Orlen 

Italien

14. Dezember 1993

2017

Romain Grosjean

Haas F1 Team

Frankreich

17. April 1986

2009

Lewis Hamilton

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

Großbritannien

7. Januar 1985

2007

Daniil Kwjat

Scuderia Alpha Tauri Honda

Russland

26. April 1994

2014

Nicholas Latifi

ROKiT Williams Racing

Kanada

29. Juni 1995

2020

Charles Leclerc

Scuderia Ferrari Mission Winnow

Monte Carlo

16. Oktober 1997

2018

Kevin Magnussen

Haas F1 Team

Dänemark

5. Oktober 1992

2014

Lando Norris

McLaren F1 Team

Großbritannien

13. November 1999

2019

Esteban Ocon

Renault F1 Team

Frankreich

17. September 1996

2016

Sergio Perez

SportPesa Racing Point F1 Team

Mexiko

26. Januar 1990

2011

Kimi Räikkönen

Alfa Romeo Racing Orlen

Finnland

17. Oktober 1979

2001

Daniel Ricciardo

Renault F1 Team

Australien

1. Juli 1989

2011

George Russell

ROKiT Williams Racing

Großbritannien

15. Februar 1998

2019

Carlos Sainz jr.

McLaren F1 Team

Spanien

1. September 1994

2015

Lance Stroll

SportPesa Racing Point F1 Team

Kanada

29. Oktober 1998

2017

Max Verstappen

Aston Martin Red Bull Racing

Niederlande

30. September 1997

2015

Sebastian Vettel

Scuderia Ferrari Mission Winnow 

Deutschland

3. Juli 1987

2007

Formel 1 2020: Toro Rosso startet in diesem Jahr unter neuem Namen

Hinsichtlich der Teams bleibt im Grunde alles beim Alten. Während für die Saison 2021 der Einstieg der Traditionsmarke Aston Martin anstelle des Teams Racing Point angekündigt wurde, besteht in diesem Jahr die größte Veränderung in der Umbenennung von Toro Rosso in Alpha Tauri. Damit übernimmt das Red-Bull-Schwesterteam den Namen der Modemarke des österreichischen Konzerns. Doch der Inhalt bleibt gleich.

Als einziges Team startet Mercedes unter deutscher Flagge. Seinen Unternehmenssitz hat der Rennstall jedoch wie die Mehrheit der Teams in Großbritannien. Das gilt auch für McLaren. Beim achtmaligen Konstrukteurs-Weltmeister hat seit dem Spanien-GP 2019 mit Andreas Seidl ein Deutscher das Sagen. Der gebürtige Passauer führte den Traditionsrennstall nach tristen Jahren zu Platz vier in der Konstrukteurs-Wertung. Insgesamt landeten die jungen Piloten Norris und Carlos Sainz jr. 24 mal in den Punkten, mit dem dritten Platz des Spaniers in Brasilien als Höhepunkt.

Schreibt mit Mercedes eine Erfolgsgeschichte: Toto Wolff ist Teamchef des Titelverteidigers.

Formel 1 2020: Zwei Österreicher und ein Italiener als Teamchefs

Deutsch gesprochen wird auch auf anderen Chefsesseln in der Formel 1: Mercedes vertraut in Toto Wolff ebenso einem Österreicher als Teamchef wie Alpha Tauri mit Franz Tost, beim US-Rennstall Haas hat diesen Posten der Italiener Günther Steiner inne. Der in Rumänien geborene und in den USA aufgewachsene Otmar Szafnauer, Teamchef von Racing Point, hat deutsche Wurzeln.

Wie in der Saison 2019 gibt es jeweils drei Teams mit Mercedes- respektive Ferrari-Power. Auf die PS made in Schwaben setzen neben dem deutschen Rennstall auch Racing Point und Williams, bei Ferrari bedienen sich Alfa Romeo und Haas. Außerdem vertraut neben Renault auch McLaren auf die Motorenstärke aus Frankreich. Im Heck der Boliden von Red Bull und Alpha Tauri sitzt ein Honda-Aggregat.

Formel 1 2020: Die zehn Teams im Überblick

Teamname

Motor

Nation

Unternehmenssitz

Formel-1-Debüt

Alfa Romeo Racing Orlen

Ferrari

Schweiz

Hinwil

1993 (als Sauber)

Aston Martin Red Bull Racing

Honda

Österreich

Milton Keynes (Großbritannien)

2005

Haas F1 Team

Ferrari

USA

Kannapolis

2016

McLaren F1 Team

Renault

Großbritannien

Woking

1966

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

Mercedes

Deutschland

Brackley (Großbritannien) / Stuttgart

1954

Renault F1 Team

Renault

Frankreich

Enstone (Großbritannien) / Viry-Chatillon

1977

ROKiT Williams Racing

Mercedes

Großbritannien

Grove

1977

Scuderia Alpha Tauri Honda

Honda

Italien

Faenza

2006

Scuderia Ferrari Mission Winnow

Ferrari

Italien

Maranello

1950

SportPesa Racing Point F1 Team

Mercedes

Großbritannien

Silverstone

2018

Formel 1 2020: China-GP im April fällt Coronavirus zum Opfer

Ursprünglich planten die F1-Bosse die Saison mit 22 Rennen, was einen Rekord darstellen würde. Doch das in China grassierende Coronavirus machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. So kann der Grand Prix in Shanghai nicht wie angedacht Mitte April stattfinden. Den Auftakt der Saison bildet am 15. März das Rennen im australischen Melbourne, der Weltmeister steht spätestens am 29. November fest, wenn beim Grand Prix von Abu Dhabi die Zielflagge geschwenkt wird.

Dazwischen warten eine Premiere und ein Comeback. Erstmals wird ein Rennen in Vietnam ausgetragen. Am 5. April fahren die Piloten in der Hauptstadt Hanoi, der Kurs wurde wie viele der jüngeren Strecken vom deutschen Architekten Hermann Tilke entworfen. Es handelt sich um einen temporären Stadtkurs.

Zurück im Kalender ist nach 35 Jahren Pause der Grand Prix der Niederlande - wohl eine Art Verbeugung vor Verstappen und seinen reise- und feierfreudigen Fans. Austragungsort ist Zandvoort, direkt an der Nordseeküste. Hier wird der Europa-Auftakt am 3. Mai steigen.

In diesem Jahr nicht im F1-Kalender: Der Hockenheimring zählt nicht zu den 22 Rennstrecken der Saison 2020.

Formel 1 2020: Erst zum siebten Mal findet Saison ohne Rennen in Deutschland statt

Leider wird diesmal kein Grand Prix in Deutschland ausgetragen. Hintergrund sind allem Anschein nach finanzielle Schwierigkeiten - auch wegen des gesunkenen Zuschauerinteresses an den Strecken. Es wird erst das siebte Jahr sein, in dem die Formel 1 hierzulande kein Gastspiel feiert. 2019 hatte in Hockenheim nach einem verregneten und deswegen ereignisreichen Rennen Verstappen gejubelt. Beachtenswert war auch die Leistung von Vettel, der sich vom Ende des Feldes bis auf Rang zwei vorkämpfte.

Das prestigeträchtige Rennen in Monaco, der Höhepunkt der Saison, steigt am 24. Mai. Mit Räikkönen, Hamilton, Vettel und dem Australier Daniel Ricciardo haben vier der aktuellen Piloten hier schon die höchste Stufe bei der Siegerehrung erklommen.

Die Sommerpause findet wie gewohnt im August statt. Zwischen dem Ungarn-Rennen am 2. August und dem Belgien-Grand-Prix vier Wochen später schließen die Werke an den Teamsitzen, damit auch die Mechaniker zur Ruhe kommen können.

Formel 1 2020: Der Rennkalender mit allen Strecken

Grand Prix

Austragungsort

Datum

Formel-1-Debüt

Australien

Melbourne

15. März

1996

Bahrain

Sakhir

22. März

2004

Vietnam

Hanoi

5. April

2020

China

Shanghai

19. April*

2004

Niederlande

Zandvoort

3. Mai

1952

Spanien

Montmeló bei Barcelona

10. Mai

1991

Monaco

Monte Carlo

24. Mai

1950

Aserbaidschan

Baku

7. Juni

2016

Kanada

Montréal

14. Juni

1978

Frankreich

Le Castellet

28. Juni

1971

Österreich

Spielberg

5. Juli

1970

Großbritannien

Silverstone

19. Juli

1950

Ungarn

Mogyoród bei Budapest

2. August

1986

Belgien

Spa-Francorchamps

30. August

1950

Italien

Monza

6. September

1950

Singapur

Singapur

20. September

2008

Russland

Sotschi

27. September

2014

Japan

Suzuka

11. Oktober

1987

USA

Austin

25. Oktober

2012

Mexiko

Mexiko-Stadt

1. November

1963

Brasilien

Interlagos

15. November

1973

Abu Dhabi

Yas-Insel

29. November

2009

*wegen des in China grassierenden Coronavirus hat die Formel 1 diesen Termin gestrichen

Im vergangenen Jahr setzte sich Hamilton in der WM-Wertung deutlich vor Teamkollege Valtteri Bottas durch. 

In Sachen Präsentation des 2020er Boliden war Ferrari die Nummer eins - in Reggio Emilia wurde groß aufgefahren.

mg

Quelle: tz

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