Der Wüstenkurs

Sakhir/Bahrain International Circuit: Die Formel 1 in der Wüste

Formel-1 in Bahrain - Rennstrecke inmitten der Wüste
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Formel-1 in Bahrain - Rennstrecke inmitten der Wüste

Mit der Rennstrecke Sakhir kam der Grand Prix erstmals in den Mittleren Osten. Der Bau der Strecke war ein nationales Projekt des Königreichs Bahrain.

  • Die Strecke im Königreich Bahrain wurde 2004 fertiggestellt und brachte die Formel 1 in den Mittleren Osten.
  • Hitze und Sand stellen Fahrer und Fahrzeuge vor besonderen Herausforderungen.
  • Rennen werden nachts abgehalten, während Flutlicht die Strecke beleuchtet.

Bahrain - Mit dem Bau der Strecke Bahrain International Circuit holte sich das Königreich die Formel 1 ins Land. Die Strecke nahe Sakhir gehört zu den Klassikern, auch wenn sie erst 2004 fertiggestellt wurde. Durch den Bau wollte sich die Hauptstadt von Bahrain, Manama, neue Märkte sichern. Auch das Königshaus selbst war an der Formel 1 im Lande interessiert: Der Scheich Salman ibn Hamad ibs Isa Al Chalifa, Kronprinz von Bahrain, ist ein Fan des Motorsports und Präsident der Bahrain Motor Federation. Entworfen wurde die Strecke von Hermann Tilke und erinnert an den 1999 erbauten Sepang International Circuit. Klassisch für Hermann Tilke wechseln sich bei Sakhir lange Geraden und schnelle Kurven ab.

Während der Premiere im Jahr 2004 war die Anlage noch nicht komplett fertiggestellt. Der Bau an der Strecke selbst war jedoch abgeschlossen, sodass der erste Große Preis von Bahrain abgehalten werden konnte. Sieger war Michael Schumacher. Das erste Rennen fand unter Flutlicht bei Nacht statt.

  • Streckenlänge: 5,407 km
  • Rennlänge: 308,484 km in 57 Runden
  • Kurven: 14
  • Höchstgeschwindigkeit: 316 km/h

Besondere Bedingungen

Bahrain ist eine Insel im Persischen Golf und befindet sich östlich von Saudi-Arabien. Das kleine Archipel stellt Fahrer und Fahrzeuge vor besonderen Herausforderungen. Rund um Sakhir gibt es nichts als Wüste. Temperaturen bis zu 40 Grad sind die Regel und erfordern zusätzliche Kühlung. Außerdem gerät viel Sand auf die Fahrbahn, wenn der Wind ihn auf die Strecke weht. Sollte Sand durch den Luftfilter der Fahrzeuge dringen, kann das für die Maschinen den Totalausfall bedeuten.

Weitere Belastungen für Fahrer und Maschinen sind das Ergebnis von Hermann Tilkes typischem Streckenverlauf, wie man ihn von anderen Strecken der Formel 1 kennt. Schnelle Kurven folgen auf lange Geraden. Gleich nach der langen Start- und Zielgerade erwartet die Fahrer ein abruptes Anbremsen, wenn sie in die erste Rechtskurve zu Überholmanövern ansetzen. 60 Prozent der Runde verbringen die Fahrzeuge im Vollgas, nur um dann wieder hart abzubremsen. Es gibt insgesamt acht Bremspunkte auf der Strecke. Aufgrund der Hitze werden die Bremsen besonders beansprucht.

Rekorde in Bahrain

Die Rennen in Sakhir werden nachts abgehalten. Während der Nacht sind die Temperaturen für Fahrer und Fahrzeuge erträglicher. Die Strecke wird komplett mit Flutlicht beleuchtet. Der erste Sieger, Michael Schumacher, gewann hier sein drittes von insgesamt 13 Rennen während der 2004er Saison. Das war auch das Jahr, in dem Rekordsieger Michael Schumacher seinen siebten und letzten Titel in der Formel 1 gewann. Nach ihm wurde 2014 die Kurve 1 in Michael-Schumacher-Kurve benannt. Bahrain im Jahr 2004 markierte auch den Beginn der Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg, die sich in den nachfolgenden Jahren heiße Kämpfe auf dem Asphalt lieferten.

Den Streckenrekord hält Michael Schumacher mit 1:30,353 Minuten. Rekordsieger in Bahrain ist er aber nicht, das sind Fernando Alonso und Sebastian Vettel mit je drei gewonnen Rennen. Fernando Alonso gewann 2010 das Rennen, welches auf dem damaligen Layout durchgeführt wurde. Dieses Layout war allerdings so unbeliebt, dass es anschließend geändert wurde und Geschichte ist. Sebastian Vettel verlor dieses Rennen aufgrund einer defekten Zündkerze.

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