VW-Konzern hat Pläne

Deutsche Sensation in der Formel 1 bahnt sich an - Vettel und Schumacher bald im Porsche?

Mick Schumacher fährt in Abu Dhabi sein erstes Formel-1-Training.
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Mick Schumacher steht vor seiner ersten Formel-1-Saison.

Gibt es neben Mercedes bald ein zweites deutsches Auto in der Formel 1? Beim VW-Konzern würde man unter bestimmten Bedingungen über einen Einstieg nachdenken.

Wolfsburg - Die neue Formel-1-Saison klopft an die Tür, noch im März heulen die Motoren wieder auf. Die erste Station ist Bahrain, bis Dezember folgen 22 Rennen rund um den Globus. Ein Grand Prix in Deutschland ist einmal mehr nicht vorgesehen - aus schwarz-rot-goldener Sicht gibt es aber andere gute Nachrichten.

Einerseits darf man hoffen, dass Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel* in seinem neuen Auto endlich die Kurve bekommt. Nach den enttäuschenden Jahren bei Ferrari hofft er nun im Aston Martin auf erfolgreiche Zeiten. Selbige will auch Mick Schumacher erleben. Der Sohn von Formel-1-Legende Michael steht vor seiner ersten Saison in der Königsklasse.

Formel 1: Bald ein weiteres deutsches Auto in der Königsklasse?

Möglicherweise kommt in naher Zukunft ja mit einem der beiden Fahrer noch eine Traumhochzeit zustande? Seit jeher hofft der nationale Motorsport-Fan auf die Kombination aus einem deutschen Piloten in einem deutschen Auto. Aktuell gibt es da nur Mercedes als Option, in der jüngeren Vergangenheit klappte das beispielsweise mit Nico Rosberg - der 2016 dann ja auch noch Weltmeister im Silberpfeil wurde.

Vielleicht sehen wir Vettel oder Schumacher* ja eines Tages in einem Porsche zum Titel rasen. Oder in einem Audi. Wie das? Der Volkswagen-Konzern, zu dem beide Marken gehören, flirtet aktuell ganz offen mit einem Einstieg in die Formel 1*! Die Entscheidung über eine Teilnahme hänge von der für 2025 geplanten Neuausrichtung des Reglements ab, erklärte Volkswagen-Motorsport-Chef Fritz Enzinger in einem Interview mit der BBC. Sollten bei der vorgesehenen Regel-Überarbeitung „Aspekte der Nachhaltigkeit wie etwa synthetische Kraftstoffe“ Berücksichtigung finden, „werden wir sie im VW-Konzern detailliert bewerten und weitere Schritte erörtern“, sagte Enzinger.

Formel 1: Volkswagen erwägt F1-Einstieg - Details im Video

Er gilt als vehementer Befürworter eines Formel-1-Engagements. Vor seinem Wechsel an die Spitze der konzern-eigenen Motorsport-Abteilung war der Österreicher jahrelang Logistik-Chef des Formel-1-Teams von BMW. Der bayerische Autobauer hatte Mitte 2009 nach zehn Jahren in der Formel 1 überraschend den Rückzug aus der Königsklasse angekündigt. Zwei Jahre später wechselte Enzinger zu Volkswagen. Neben der Aufsicht über sämtliche Motorsport-Aktivitäten im Konzern führt der Österreicher auch die Motorsport-Abteilung von Porsche. Unter seiner Ägide gewannen die Schwaben unter anderem drei Mal den Gesamtsieg beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie acht WM-Titel auf der Langstrecke.

Formel 1: Einstieg des VW-Konzerns? Zwei Marken haben die größten Chancen

Unter welcher Marke die Wolfsburger in ein mögliches Titelrennen in der Formel 1 einsteigen könnten, ist allerdings völlig offen. Sollte der Aufsichtsrat grünes Licht für die Königsklasse geben, hätten aber wohl Porsche und Audi die besten Karten. Für Porsche spräche die legendäre Aura. Audi könnte mit dem Volumen-Vorteil ins Rennen gehen und seinem zuletzt arg ermatteten Nimbus („Vorsprung durch Technik“) neuen Glanz verleihen. 

In der Vergangenheit hatte es mehrfach Spekulationen um einen möglichen Formel-1-Einstieg der Wolfsburger gegeben. Erst vor wenigen Monaten hatte Konzern-Chef Herbert Diess entsprechende Gerüchte selbst angeheizt. Eine „CO2-neutrale Formel 1“, die auf synthetische Kraftstoffe setze, sei „deutlich spannender, technisch anspruchsvoller“ und liefere mehr Rennsport-Prickeln als die Formel E, bei der die Fahrer „im Gaming-Modus ein paar Runden in Innenstädten fahren“, kommentierte Diess im vergangenen Sommer auf LinkedIn.

Formel 1 bald mit Porsche oder Audi? Immer wieder gibt es Gerüchte

Zudem sorgte im vergangenen September die Meldung über den bevorstehenden Wechsel von Stefano Domenicali an die Spitze der Formel-1-Dachgesellschaft für Aufsehen in der Branche. Der Italiener führte bis Mitte vergangenen Jahres den italienischen Luxus-Sportwagenbauer Lamborghini - und der gehört zu VW. 

Zu dieser Zeit kochten auch die Porsche-Gerüchte wieder hoch. Sky-Experte Ralf Schumacher sagte damals: „Es würde mich nicht wundern, wenn wir Porsche in der Formel 1 sehen.“ Domenicali hatte der Luxusmarke einst den Einstieg in die Königsklasse empfohlen, es gab sogar schon Pläne. Sie wurden aber nicht in die Tat umgesetzt. Noch nicht. Passen würde es jedenfalls -schließlich hat Porsche ja auch eine F1-Vergangenheit: In den Sechzigern als Werksteam, in den Achtzigern als Motorenlieferant. Vielleicht klappt es Jahrzehnte später dann doch noch mit jener Traumhochzeit, die sich die Fans so sehr wünschen, und Mick Schumacher fährt eines Tages im Porsche zur Weltmeisterschaft? *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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