Königsklasse in Südamerika

Formel 1 in Brasilien: Komplizierter Kurs in São Paulo

Heimspiel: Felipe Massa auf dem Podium in Sao Paulo
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Heimspiel: Felipe Massa auf dem Podium in Sao Paulo

Noch heute ist Michael Schumacher vor Sebastian Vettel der Formel-1-Fahrer mit den häufigsten Siegen auf der Rennstrecke des Interlagos Circuit in São Paulo.

  • Die veränderbare Streckenlänge beträgt seit 2002 in São Paulo konstant 4,309 Kilometer.
  • 1985 wurde das Autódromo Interlagos zu Ehren des 1977 mit einem Flugzeug abgestürzten José Carlos Pace umbenannt, der 1972 bis 1977 Fahrer in der Formel 1 war.
  • Das Autódromo José Carlos Pace in São Paulo steht wegen schwierigen Fahrbedingungen nicht nur bei Rennfahrern in der Kritik.

São Paulo - In der Geschichte der Formel 1 war Interlagos, wie die Rennstrecke oft noch heute genannt wird, Dutzende Male Schauplatz für den Großen Preis von Brasilien. Der Stadtteil, in dem die Formel-1-Strecke liegt, heißt Interlagos, weil er zwischen zwei Stauseen liegt. 

Ein erster hier 1972 ausgetragener Grand Prix zählt noch nicht als Weltmeisterschaft. Zu den Siegern gehören ab 1973 auch brasilianische Rennfahrer wie Emerson Fittipaldi, José Carlos Pace, Ayrton Senna und Felipe Massa. Rekordsieger der Formel 1 in São Paulo ist:

  • Michael Schumacher mit vier Siegen in den Jahren 1994, 1995, 2000 und 2002.
  • Sebastian Vettel fuhr hier dreimal zum Sieg,
  • Nico Rosberg zweimal.

In den Jahren 1978 sowie 1981 bis 1989 wurde der Grand Prix in einem Vorort von Rio de Janeiro ausgetragen. Die Streckenlänge betrug in Jacarepaguá 5,031 Kilometer und führte mit 61 Runden zu einer Rennlänge von knapp 307 Kilometern. 

Nach dem erneuten Wechsel zum Autódromo José Carlos Pace wurde die alte Strecke für Champ-Car-Rennen genutzt und im Jahr 2008 endgültig abgerissen.

Formel 1 in São Paulo: Die Rennstrecke ehrt einen ehemaligen Rennfahrer

Die Formel 1 hat im Autódromo José Carlos Pace in Brasilien eine variabel nutzbare Streckenlänge zwischen 4,292 und 7,960 Kilometern zur Verfügung. Seit 2002 wird in São Paulo die Länge von 4,309 Kilometern genutzt, so dass bei 71 gefahrenen Runden 305,939 Kilometer Rennlänge zusammenkommen. 305 Kilometer sind von der FIA (Fédération Internationale de l’Automobile), die Dachverband der Formel 1 ist, als Mindeststrecke vorgeschrieben. Der Name des 1977 bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten brasilianischen Rennfahrers José Carlos Pace wird zu seinen Ehren der neue Name des früheren Autódromo Interlagos.

Ayrton Senna fuhr auf seiner Heimstrecke in den Jahren 1991 und 1993 zum Sieg. 1994 verunglückte der dreifache Weltmeister nach zehn aktiven Jahren in der Formel 1 in Imola. Die Fahrtrichtung liegt in São Paulo entgegen dem Uhrzeigersinn und die unebene Fahrfläche hat in der Geschichte von Interlagos so manchem Sieger und Rekordsieger Nackenschmerzen eingebracht. Mehrmals schon wurde neu asphaltiert, ohne eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen. Dies ist auch der Grund für den zeitweiligen Wechsel zur Strecke in Jacarepaguá.

Formel 1 in São Paulo: Noch immer eine schwierige Strecke

Schwierige Stellen und wenig Haftung hat die Piste des Autódromo José Carlos Pace überall zu bieten, aber schon die erste Kurve wird von einigen Rennfahrern als Schlüsselstelle für einen guten Einstieg ins Rennen betrachtet. Die größte Herausforderung bietet die Strecke bei Regen und in São Paulo regnet es häufig. Dazu kommt die Hitze, die bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit den Piloten noch mehr zu schaffen macht. Seit 2004 finden die Rennen nicht mehr im ersten Quartal statt, sie werden nun in den Monaten Oktober und vorwiegend November ausgetragen. Dennoch muss immer mit starken Regenschauern gerechnet werden und dann wird das Rennen der Formel 1 in Brasilien schlagartig noch spannender. 

Der Rekordsieger Michael Schumacher wusste die Reifen über die Rennlänge immer richtig einzusetzen und die Geschichte zeigt, dass er damit erfolgreich war. Mit ihm und mit Ayrton Senna arbeitete lange Zeit der britische Motorsportingenieur Pat Symonds. Er nannte im Jahr 2017 den ersten Teil der Streckenlänge bis zur fünften Kurve sehr „speedintensiv“ und die letzte Kurve zwölf als ausschlaggebend. Dazwischen liegen langsame Kurven wie die Nummern acht bis zehn und schnelle Kurven wie die Nummern drei und sieben. Die Fahrer müssen sich darauf einstellen und dürfen auch bei 50 Grad Celsius im Cockpit und 71 Runden nicht die Konzentration verlieren.

Quelle: tz

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