„Im ersten internationalen Jahr spielen Ergebnisse überhaupt keine Rolle.“

Ski alpin: Sophie Zitzmann (Gaißach) und Lara Klein (Lenggries) erfolgreich unterwegs

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Sophie Zitzmann auf ihrem Element.

Lenggries/Gaißach – Es ist definitiv einer der größten Einschnitte in der Karriere einer jungen Ski-Rennläuferin, wenn sie dem Schülerbereich entwachsen, sich erstmals der internationalen Konkurrenz stellen muss. Genau diese Zäsur haben in der zurückliegenden Saison 2019/20 die Gaißacherin Sophia Zitzmann (17) und die Lenggrieserin Lara Klein (16) mit Bravour hinter sich gebracht.

Plötzlich gibt’s da für den zuvor sieggewohnten alpinen Nachwuchs keine Stockerlplätze mehr. Mit hohen Startnummern bedacht, müssen sie da auf einer gehörig ramponierten Piste beweisen, dass sie das Ski fahren nicht verlernt haben. „Ergebnisse spielen im ersten internationalen Jahr überhaupt keine Rolle mehr. Das einzige Ziel ist es, sich so gut und schnell wie möglich sich von den Punkten herunterzufahren“, erklärt die junge Gaißacherin. Am Ende der Startliste beginnen da die Nachwuchs-Rennläuferinnen mit 9999 Punkten in jeder Disziplin. Vereinfach gesagt, mit jeder besseren Platzierung, als die Startnummer, werden dann die FIS-Punkte vom eigenen Konto abgezogen.

Und das gelang den beiden Isarwinklerinnen im zurückliegenden Winter überaus ordentlich. Sophia Zitzmann liegt aktuell im Slalom bei 44 Zählern und im Riesenslalom – „meiner stärkeren Disziplin“ – bei 40 Punkten. Lara Klein liegt in im Slalom aktuell sogar nur noch bei 38 und im Riesenslalom bei 57 Punkten: „Dass ich im Slalom etwas besser bin, zeigt alleine schon, dass ich den persönlich einfach mehr mag.“

Vielleicht habe ich zu Beginn der Saison noch zu viel riskiert, da bin ich noch häufig ausgefallen und habe die anderen schon wegziehen sehen“, berichtet die junge Gaißacherin, die freilich im Lauf des Winters immer besser mit den Anforderungen zu Recht kam. Zum Teil musste sie bei den Rennen gegen zehn Jahre ältere Fahrerinnen antreten: „Da merkst du dann schon, dass die mehr drauf haben.“ Im Februar zog sie sich zudem bei einem Sturz eine leichte Gehirnerschütterung zu. „Da habe ich dann zwei Wochen lang ausgesetzt und zum Saisonende hin ging’s dann wieder ganz gut.“ Vor allem bei zwei Rennen in Berchtesgaden und in Maria Alm (Österreich) konnte sie da gut punkten. „Insgesamt passt das für mich ganz gut. Im ersten internationalen Jahr sind ja auch die eigenen Erwartungen sowie so nicht allzu hoch.“

Auch Lara Klein hatte anfangs mit der älteren, erfahreneren Konkurrenz zu kämpfen: „Aber da muss man halt versuchen, ran zu kommen. Außerdem kann man sich da auch Einiges abzuschauen, was die besser machen.“ Ihr persönliches Highlight der Saison war dann ihr Auftritt bei der Jugend-Olympiade im Schweizer Lausanne. Im Slalom fuhr sie da mit Rang drei sogar aufs Stockerl. Und im abschließenden Team-Parallel-Slalom schaffte sie sogar hinter Finnland Silber für Deutschland einzufahren. Zusammen mit Max Geisler-Hauber aus Oberstaufen.

Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 waren die beiden Isarwinkler Freundinnen gemeinsam an das Berchtesgadener Christophorus-Ski-Gymnasium gewechselt. Dort orientiert sich der Unterricht bekanntlich an den sportlichen Belangen. „Da muss ich jetzt die elfte Klasse zweimal machen und werde so mein Abi ein Jahr später schreiben“, erklärt Sophia Zitzmann. Wegen der vielen „Fehlzeiten“ im Winter wird dort der Stoff der elften in den einzelnen Fächern auf zwei Jahre verteilt. Noch in der zehnten ist dort die junge Lenggrieserin.

Doch auch den beiden Ski-Rennläuferinnen hat die Corona-Epidemie nicht nur ein jähes Ende der Wintersport-Saison beschert. „Normalerweise hätten wir in der ersten Woche der Osterferien noch Unterricht gehabt, um den Stoff nachzuholen. Doch jetzt ist halt Home-Schooling angesagt“, erzählt Lara Klein. Neben dem Lernen, versuchen die beiden sich auch mit individuellen Trainingsplänen einigermaßen fit zu halten. "Oder nach Möglichkeit ein bisschen Joggen - alleine", so Sophia Zitzmann, „auch wenn das Training in der Gruppe besser und vor allem motivierender ist.“

Eher gelegen kommt die erzwungene sportliche Pause Laras zwei Jahre älteren Schwester Lea, die sich unlängst im Training das Syndesmose-Band gerissen hat. Sie kann jetzt ihre Verletzung in aller Ruhe auskurieren, ohne befürchten zu müssen, dass sie gegenüber der Konkurrenz trainingstechnisch in Rückstand gerät. Ansonsten hoffen alle drei natürlich, dass die Corona-Beeinträchtigungen so bald als möglich vorbei sind, um in die Vorbereitung für die Skisaison 2020/21 einsteigen zu können. ejs

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