„Der beste deutsche Verteidiger der Liga“

Beim Interview bilanziert Andreas Andrä (30) über den Saisonabschluss der Reichersbeurer Eishackler

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Andreas Andrä ist Kapitän beim SC Reichersbeuern.

Reichersbeuern – Eine gute Saison, die von den Eishacklern des SC Reichersbeuern 2019/20 in der Landesliga absolviert wurde.  Kapitän Andreas Andrä zählt mit 49 Punkten zu den besten Scorern. Coach Thomas „Butzi“ Gams bezeichnet seinen Spieler sogar als „besten deutschen Verteidiger der Liga“. Zum Saisonabschluss sprach Sportredakteur Ewald Scheitterer mit dem 30-jährigen Defensivstrategen.

Gelbes Blatt: Wie beurteilen Sie die Saison, nachdem sich der SCR heuer erfolgreich an die vorgegebene Marschroute gehalten hat?

Andreas Andrä: „Nicht nur unser letztes Spiel war gut, die gesamte Saison verlief ausgezeichnet. Wir haben in der Hauptrunde gut mitgespielt, ohne in die Gefahr zu geraten, eventuell aufsteigen zu müssen. Und die Abstiegsrunde war überaus erfolgreich mit nur einer Niederlage in Burgau nach Penaltyschießen. Vor allem in den Begegnungen gegen Burgau haben wir bei ziemlich hohem Landesliga-Niveau sehr gut gespielt. Dabei sollte man nicht vergessen, dass wir ausschließlich mit einheimischen Akteuren auflaufen und keine Ausländer einsetzen, wie es bei vielen anderen Mannschaften der Fall ist.“

Das heißt, bei Reichersbeuern fließt kein Geld?

„Ganz im Gegenteil. Alle unsere Spieler zahlen sogar noch etwas dazu, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Bei uns wird Eishockey nur aus der puren Freude am Sport gespielt. Deshalb sind bei uns auch junge Tölzer Spieler immer willkommen, die aus dem ECT-Nachwuchsbereich herauswachsen und es nicht zu den Tölzer Löwen in die DEL II schaffen oder aus beruflichen Gründen nicht wollen. Für uns sind das super Verstärkungen wie man heuer etwa beim Peter Fischer gesehen hat.“

Somit seid ihr auch mit dem Verbleib in der Landesliga zufrieden?

„Das ist genau die richtige Liga für uns. Mit ansprechendem Niveau und einem Kostenrahmen, den sich der Verein gerade noch leisten kann. Da der Etat Jahr für Jahr auf Kante genäht ist, sind wir über jeden Euro Unterstützung froh, der über Sponsoren hereinkommt.“

Sie haben ja auch bereits höherklassig gespielt. Wie sind sie da wieder zum SCR gekommen?

„Beruflich bedingt. Hier ist der Zeitaufwand überschaubar und ich kann weiterhin meinem Lieblingshobby nachgehen. Als Spross einer Reichersbeurer Eishockey-Dynastie habe ich erst dort und dann beim ECT sämtliche Nachwuchs-Altersklassen durchlaufen. Zwei Saisonen war ich dann bei den Tölzer Löwen am Puck, ehe ich nach Hamburg wechselte. Dort pendelte ich zwischen den Hamburg Freezers und dem HSV zwischen Oberliga- und DEL-Team. Dann spielte ich während meines Studiums zum Pharma-Manager in Waldkraiburg, zwei Jahre in der Bayernliga und ein Jahr in der Oberliga. Mittlerweile wohne ich in München und arbeite in einem kleinen Pharma-Unternehmen im Bereich Produkt-Management und Marketing.“

Wie kamen Sie eigentlich zu ihrem Spitznahmen „Schlappe“?

„Den habe ich von meinem Papa Claus geerbt, der ihn wahrscheinlich wegen seiner ruhigen und besonnen Art erhalten hat. Die Vererbung von Spitznahmen ist offensichtlich im Isarwinkler Eishockey durchaus üblich. Musterbeispiel ist da unser Lukas Harrer. Hier wird der ,Spoach‘ bereits in der dritten Generation verwendet.“

Wie lange sind Sie schon Kapitän beim SCR?

„Das war jetzt meine zweite Saison. Eigentlich brauche ich das nicht, denn ich habe schon immer meinen Senf dazugegeben, egal ob ich das ,C‘ auf der Brust trage oder nicht. Aber insgesamt komme ich meinen Aufgaben als Anführer gerne nach.“

Wenn man ohne große Stars so erfolgreich ist, dann geht das wohl nur über mannschaftliche Geschlossenheit?

„Richtig, wir haben hier eine super Truppe, die echt gut zusammenhält. Auch außerhalb der Eisfläche haben wir viel Spaß und unternehmen Einiges zusammen.“

Ist das auch mit der Grund, dass ihr heuer viele längerfristige Verletzungen relativ schadlos überstanden habt?

„Ja und auch der glücklicherweise relativ große Kader. Damit konnten wir die diversen Ausfälle immer wieder gut auffangen. Das wird vermutlich auch in der nächsten Saison so weitergehen, denn bis auf den Robert Schatton, der seine Schlittschuhe an den berühmten Nagel hängen will, bleibt meines Wissens die ganze Truppe beisammen.“

Wie schaut das bei Ihnen aus?

„In meinem Alter schaue ich nur noch von Jahr zu Jahr. Man weiß ja nie was alles kommt. Die Saison 2020/21 will ich auf jeden Fall noch mit dabei sein. Eishockey macht mir immer noch riesigen Spaß. Sonst würde ich es mir sparen, während der Saison bis zu dreimal wöchentlich regelmäßig aus München herauszufahren.“

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