Mit Südtiroler Speck nach Hause gekommen

Bereits wieder gut in Form: Heidi Zacher beim Skicross Weltcup in Innichen

+
Skicrosserin Heidi Zacher beim Weltcup in Innichen.

Innichen/Lenggries – Es ist kein großes Geheimnis: der Skicross-Kurs im Südtiroler Innichen zählt zu den Lieblingsstrecken der Lenggrieserin Heidi Zacher. Und das nicht nur wegen der zahlreichen Weltcup-Siege, die sie dort bereits eingefahren hat. Auch weil es dort als Prämie immer ein Stück Südtiroler Speck gibt. Beim ersten Skicross-Weltcup im Hoch-Pustertal belegte Zacher Rang 15.

Dennoch nahm sie eine positive Erkenntnis aus ihrem „ersten scharfen Heat“ mit, nach der über neun Monate dauernden, verletzungsbedingten Zwangspause. Sie kann mit der internationalen Skicross-Elite wieder gut mithalten. Weder die Aussicht auf Südtiroler Speck noch ihre ganz eigene „Heidi-Linie“ hatten am ersten Wettbewerbstag in Innichen etwas geholfen, als sie sich im Viertelfinale mit den beiden Kanadierinnen Marielle Thompson und India Sherret sowie der Österreicherin Andrea Limbacher auseinandersetzen musste. Nach einem durchaus ordentlichen Start fand sich Heidi Zacher nach der ersten Wellenbahn allerdings nur auf Rang vier wieder. „Ich habe dann schon noch versucht, zu überholen, war im Mittelteil der Strecke auch nahe dran, aber letztlich waren die drei Mädels vorne heute zu schnell für mich“, schilderte die 30-Jährige ihren Rennverlauf.

„Wunderdinge waren da von ihr eh nicht zu erwarten“, bekannte auch Peter Stemmer, der Headcoach der deutschen Skicrosser, der aber mit der gezeigten Leistung seiner Vorzeigefrau durchaus zufrieden war: „Eigentlich ist die Heidi nach ihrer schweren Verletzung bereits wieder weit vor den Erwartungen.“ Als Faustregel gelte nämlich, dass ein Athlet nach einem Kreuzband-Riss, eine ganze Saison brauche, um wieder zu alter Stärke voll zurück zu kommen. Der unglückliche Zwischenfall der Lenggrieserin in Schweden ereignete ja erst Anfang Februar diesen Jahres.

„Das Wichtigste was mir noch fehlt, sind Rennkilometer unter die Skier zu bekommen. Erfreulich ist aber, dass es von Fahrt zu Fahrt immer besser geht, “ sagt die Isarwinklerin selbst. Und am vergangenen Samstag, beim zweiten Cross-Weltcup in Innichen, ließ sie ihren Worten auch Taten folgen. Im Viertelfinale kam sie zwar auf zwei aus dem Startgate, wurde aber gleich darauf von der Kanadierin Kelsey Serwa überholt. Doch diesmal zeigte Zacher wieder ihre bekannten Kämpferqualitäten. Sie schob sich erneut an der Olympiasiegerin vorbei und brachte dann auch Platz zwei sicher ins Ziel.

Im anschließenden Halbfinale fand sie sich nach der Startsequenz auf Rang drei wieder. Im Lauf des Heats beharkte sie sich ständig mit der Schweizerin Sanna Lüdi. „Ich habe wirklich versucht zu überholen, doch die Sanna hat mir keine Chance gegeben“, musste die Lenggrieserin da zugeben, nachdem sie lediglich als dritte den Zielstrich gequert hatte. Doch hatte sie mit ihrem engagierten Auftritt im Viertelfinale zumindest den Einzug ins sogenannte „kleine Finale“ geschafft. Hier lag sie dann während des gesamten Heats mit der Kanadierin Mikayla Martin im Clinch. „Die ist aber auch wirklich gut gefahren“, gab Zacher zu und so musste schließlich das Zielfoto die Entscheidung bringen. „Da war sie um etwa eine Armlänge voraus. Sie hat sich ihren sechsten Platz damit redlich verdient.“ Die Isarwinklerin wurde so letztlich insgesamt auf Rang sieben gewertet. „Ich bin voll zufrieden. Das war ein wichtiger Schritt nach vorne“, freute sich die 30-Jährige: „Da hat sich die Trainings-Schinderei der letzten Monate nach meinem Kreuzband-Riss also gelohnt. Es wäre wirklich super, wenn’s im Januar bei den nächsten Weltcups so weitergehen würde.“ Außerdem: „Ich bin mit einem Stück Südtiroler Speck nach Hause gefahren, denn die gibt’s in Innichen, wenn auch etwas kleiner als für die Podestplätze, bis Rang zehn.“Ewald Scheitterer

Auch interessant

Meistgelesen

Kreisliga: Lenggrieser SC gewinnt gegen TuS Holzkirchen mit 3:1 / Waldram unterliegt Ohlstadt
Kreisliga: Lenggrieser SC gewinnt gegen TuS Holzkirchen mit 3:1 / Waldram unterliegt Ohlstadt

Kommentare