Kicken mit Konsole

Wie sich zwei Haushamer Teams in der eFootball-League schlagen

Christian Halletz ist Kapitän des FC Hausham 07 und tritt mit seiner Mannschaft in der eFootball-League des bayerischen Fußballverbandes an. Auch Türk Spor Hausham ist dabei.
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Christian Halletz ist Kapitän des FC Hausham 07 und tritt mit seiner Mannschaft in der eFootball-League des bayerischen Fußballverbandes an. Auch Türk Spor Hausham ist dabei.

Hausham – In der Corona-Krise tritt Kicken mit Konsole in den Fokus. Mit dem FC Hausham 07 und Türk Spor Hausham sind zwei hiesige Mannschaften in der eFootball-League dabei.

Wer glaubt, dass es aufgrund der derzeitigen Krise keinen Sport gibt, der irrt. Bereits seit 2018 hat der bayerische Fußballverband (BfV) die eFootball-League ins Leben gerufen. Gespielt wird das wohl bekannteste Konsolenspiel Fifa20, das es schon seit 1996 gibt und ständig aktualisiert wird. Auch zwei Landkreisteams zocken in der eFootball-League.

Eingetragene Vereine konnten sich im Februar beim BfV anmelden und treten nun gegeneinander an. Aus dem Landkreis haben der FC Hausham 07 und Türk Spor Hausham gemeldet und spielen nun in der Bayernliga-Süd. Insgesamt 36 Vereine von der B-Klasse bis zur Regionalliga Bayern sind dabei und gehen in zwei Gruppen an den Start. Der Spielerkader besteht aus bis zu fünf Gamern. Diese treten in den zwei Bayernligen an 17 Spieltagen gegeneinander an. Den Gruppensiegern winken als Preis ein eFootball-Komplettpaket mit Konsole, Controller, Gaming-Bildschirm und Fifa-Spiel für ihren Verein und sie dürfen im großen Offline-Finale um 1.000 Euro Preisgeld spielen. Regelspieltag ist Sonntagabend, um 19 Uhr. Online können sich die Vereine aber auch auf eine andere Anstoßzeit einigen, wie im richtigen Spielbetrieb auch.

Der FC Hausham 07 ist mit Kapitän Christian Halletz dabei. Als weitere Spieler hat er Alen Hadzic, Basti Döring, Paul Both und Lukas Wammetsberger im Team. Die Mannschaft von Türk Spor Hausham führt Ahmet Yilmaz an. Oguz Subasi, Mustafa Can, Samed Kevek und Cihan Yörüsün vervollständigen das Team. Schon nach den ersten Spielen war klar, dass der FC Hausham 07 zu den Außenseitern gehört, während es für Türk Spor ganz ordentlich lief. Der FC konnte in den ersten sieben Spielen nur einen Sieg landen, während Türk Spor schon deren sechs auf dem Konto hat. Ende März kam es zum Derby, das Türk Spor mit zwei Siegen (3:1 und 2:0) für sich entscheiden konnte. Christian Halletz unterlag einem der besten Fifa-Zocker, Oguz Subasi, mit 3:1, und Alen Hadzic stand beim 0:2 gegen Samet Kevek auf verlorenem Posten. Subasi ist mit seinen bisher zehn Toren auch Führender in der Torschützenliste der Bayernliga-Süd. Jüngst setzte es für den FC Hausham 07 eine Niederlage gegen Klingenbrunn, die aber mit 6:7 äußerst knapp ausfiel. Türk Spor hingegen setzte sich mit 4:1 gegen Vilshofen durch und bleibt weiter gut im Rennen.

Aber was macht diese Konsolenspiele so interessant? Wer etwas Ahnung vom Fußball hat, wird auch bei diesem Spiel schnell die richtige Aufstellung finden, egal ob 4-3-3 oder 3-4-3 – alles ist möglich und muss beherrscht werden, um sich auf den Gegner einzustellen und diesen zu bezwingen. Und auch hier macht die Übung den Meister und es tun sich Parallelen zum Fußball im Freien auf, denn wer am meisten übt, wird am Ende auch unter den Besten sein. Wie viel Zeit dafür erforderlich ist, dürfte auch vom Talent und der Fingerfertigkeit abhängen. „Ich spiele in der Woche so um die sechs Stunden, weil wir es doch als Hobby ansehen“, sagt Christian Halletz. Etwas anders ist das bei Ahmet Yilmaz: „Wir spielen jeden Tag und machen Spiele untereinander. Das dauert schon mal zwei bis drei Stunden.“ Wie auch auf dem Fußballplatz sind die Spieler nicht selten genervt und es fliegen schon mal Con­troller durch die Gegend. Nur gut, dass es dabei kaum zu Verletzungen kommt. Und spätestens dann, wenn die Schiedsrichter im Spiel eigenartige Entscheidungen treffen, kocht des Gamers Seele.

Dennoch wird diese Art des Sports nicht zu Unrecht auch kritisch betrachtet. Solange Erwachsene und Kids das Spiel nur ab und zu spielen und nicht vergessen, dass die sportliche Betätigung auf dem Fußballplatz weitaus wichtiger ist, kann man nicht viel einwenden. Die Gefahr besteht allerdings, dass hauptsächlich Kinder sich immer mehr an die Konsolen gewöhnen, immer besser werden wollen und die sportliche Betätigung in den Hintergrund rückt. Dennoch hat der eSport Einzug in die Gesellschaft gehalten und wird sich noch weiterentwickeln. In Zeiten von Corona ist er derzeit der sicherste Sport, der – sollte es endlich wieder draußen losgehen – dann wieder hoffentlich nur noch in der fußballfreien Zeit betrieben wird. hal

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