Kathan macht Schluss

Hiobsbotschaft für TEV Miesbach: Mannschaft verliert Meistertrainer

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Peter Kathan hört als Trainer des TEV Miesbach auf. 

Miesbach – Peter Kathan macht Schluss beim TEV Miesbach. Damit verliert die Mannschaft ihren Meistertrainer.

Der TEV Miesbach verliert seinen Meistertrainer. Es war die jüngste Hiobsbotschaft, die den Verein nach den zuvor ohnehin schon turbulenten Tagen mit Saisonabbruch und Absage der Play-Offs erreichte. Sie ist für den TEV auch gleich die erste Riesenaufgabe im Hinblick auf die nächste Saison: Ersatz finden für Peter Kathan. Der Headcoach teilte seinem Team beim Abschlusstraining vergangene Woche mit, dass er zur Spielzeit 2020/21 nicht mehr zur Verfügung steht.

Kathan übernahm das Trainer­amt im Dezember 2018, zuvor stand er fünf Jahre lang für den TEV Miesbach als Spieler auf dem Eis und absolvierte 169 Partien. Im ersten Jahr als Trainer führte er die Mannschaft noch in die Verzahnungsrunde und wurde bayerischer Vizemeister. In der abgelaufenen Saison gelang es Kathan, diese Leistung nochmal zu steigern und er holte mit der Mannschaft neben dem Vorrundensieg und dem zweiten Platz in der Verzahnungsrunde auch die fast schon verloren geglaubte bayerische Meisterschaft. Ein Endspurt mit drei Siegen in Folge zum Ende der Verzahnungsrunde bescherte den Titel.

Insgesamt feierte Kathan mit seiner Mannschaft in der vergangenen Saison bei 38 Spielen 25 Siege. Wie Stefan Moser, sportlicher Leiter beim TEV, weiter berichtet, kassierte die Bayernliga-Mannschaft in dieser Spielzeit auch nur einmal nach 60 Minuten vor heimischen Publikum eine Niederlage – und zwar gegen die dominierenden Sonthofen Bulls.

Kathan hat sich wohlgefühlt in Miesbach, wie er deutlich macht: „Der Plan war, noch eine Saison beim TEV zu spielen. Daraus wurden sechs, das sagt schon viel darüber aus.“ Neben dem Job eine Seniorenmannschaft zu trainieren, sei aber eine große zeitliche Belastung, weshalb er sich „durchgerungen habe, eine Pause einzulegen, um mehr Zeit für mich und meine Familie zu haben“.

Dem TEV Miesbach ist Kathan „dankbar für die Chance, ins Trainergeschäft einzusteigen“. Die Entscheidung nun Schluss zu machen, ist ihm nicht leicht gefallen. Kathan möchte später „sicherlich auch wieder mal als Trainer arbeiten, aber ab sofort gilt die Priorität meinen Kindern“.

Der Verein kann den Entschluss des Trainers laut Moser absolut nachvollziehen, wenngleich Mannschaft und der TEV insgesamt den Schritt bedauern. „Peter ist als Mensch und Sportler ein Pfundskerl, den wir vermissen werden. Wir haben die vergangenen Wochen verschiedene Konstellationen durchgespielt, wie wir es eventuell doch noch hinkriegen, aber Peter ist kein Freund von halben Sachen. Wir bleiben in Kontakt und Peter wird uns auch die kommenden Wochen noch unterstützen. Er ist beim TEV immer willkommen und ich hoffe wir sehen ihn wieder“, erklärt Sportchef Moser.

Um keine Unruhe vor dem wichtigen Saisonfinale aufkommen zu lassen, hat der TEV noch keine Aktivitäten im Hinblick auf die Neubesetzung unternommen. „Die Eishockeywelt ist klein und wir wollten den Fokus auf die Play-Offs beibehalten“, erklärt Moser. Aufgrund der überraschenden Einstellung des Spielbetriebes steht jetzt die Abwicklung der Saison im Vordergrund.

Auch im Hinblick auf die Spielklasse werden die Verantwortlichen beim TEV Miesbach die Entwicklungen in den kommenden Wochen beobachten. „Natürlich gibt es Gedankenspiele, wie es auf dem so wichtigen Trainerposten weitergeht“, sagt Moser. Er glaubt „aber nicht, dass es kurzfristig eine Entscheidung geben wird, da wir mit dem Saisonabschluss und dem Start der zweiten Bauphase der energetischen Sanierung ausreichend beschäftigt sind“.

In der Mitteilung vergisst er auch nicht, sich im Namen des Vereins bei Kathan für die lange Zeit zu bedanken, „die nicht nur eine erfolgreiche war, sondern auch eine überaus menschliche und offene Zusammenarbeit beinhaltete. In diesem Sinne wünschen wir Peter und seiner Familie alles Gute für die Zukunft“. ft

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