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Miesbacher fahren für Eisspeedway-Rennen 5.500 Kilometer

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Eisspeedway_EM in Polen
Hans Weber (r.) und Benedikt Monn waren bei der Eisspeedway-EM in Polen am Start. © Horn

Landkreis – Hans Weber aus Mitterdarching und der Miesbacher Benedikt Monn haben Eisspeedway für sich entdeckt und nehmen dafür lange Wege in Kauf.

Viele behaupten es von sich, doch die wirklich Härtesten sind wohl nur die Eisspeedway-Fahrer. So zum Beispiel Hans Weber aus Mitterdarching und der Miesbacher Benedikt Monn. Natürlich sind auch sie bei der Ausübung ihres Sports derzeit ziemlich eingeschränkt. Doch ist das für sie im Prinzip nichts Besonderes.

Hierzulande gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten, Eisspeedway zu fahren. Die alljährliche Weltmeisterschaft in der Eishalle in Inzell oder unter freiem Himmel auf der Kunsteisbahn in Berlin sind da zwei der insgesamt wenigen rühmlichen Ausnahmen. Hinzu kommen noch einzelne kleinere Rennen auf Natureis in Bayern und Österreich, die natürlich stark vom Wetter abhängig sind.

Das war auch das Hauptproblem vor Kurzem, als sich der „Eishans“ und Beny Monn nach Schweden aufmachten, um sich zumindest einigermaßen auf die Eisspeedway-Europameisterschaft in Polen vorzubereiten. Mit ihren 75 PS leistenden Spezialmaschinen, an deren Reifen insgesamt 350 28 Millimeter lange messerscharfe Spikes für den notwendigen Seitenhalt in den Kurven sorgen, fanden sie aber auch in Skandinavien keine optimalen Trainingsbedingungen vor. „Es war einfach zu warm, sodass wir nur zwei Tage auf einem zugefrorenen See einigermaßen trainieren konnten“, erklärt der 36-jährige Weber, der diesem Sport schon seit 2005 frönt.

Eisspeedway-EM in Polen: Sturz macht Hoffnungen zunichte

Zusammen mit dem 23-jährigen Benedikt Monn, der über ihn erst im vorigen Winter zum Eisspeedway kam, ging es von Schweden in die moderne Eis­arena von Tomaszow Mazowieki gut 100 Kilometer südwestlich von Warschau. Dort stand vor Kurzem die zuvor wegen Corona zweimal verschobene Europameisterschaft an, für die Weber zum erweiterten Favoritenkreis zählte. Ein Sturz im vorletzten Lauf machte dann aber seine Hoffnungen zunichte und ließ ihn nur auf Rang 6 landen. „Angesichts des wenigen Trainings bin ich damit aber nicht unzufrieden“, befand er anschließend.

Benedikt Monn wurde im 16 Fahrer umfassenden Feld 14. Dazu sei aber angemerkt, dass der Ex-Fußballer erst sein insgesamt drittes Eisspeedway-Rennen fuhr, und dann gleich beeindruckenderweise um das zweithöchste internationale Prädikat.

Eisspeedway-Training rund um die Welt

Nach der Rückkehr von ihrer Rundreise über gut 5.500 Kilometer meinte Weber zur Sinnhaftigkeit ihrer Aktion: „Mei, üblicherweise fahren wir zum Training und zu Rennen nach Russland, da geht es um ganz andere Entfernungen. Eigentlich wären wir gleich wieder nach Schweden hoch gefahren, aber dort ist es immer noch zu warm. Sobald es geht, fahren wir wieder hin. Im Moment sieht es mit weiteren Rennen zwar schlecht aus, aber falls in diesem Winter noch was geht, wollen wir vorbereitet sein. Die Motivation ist bei mir trotzdem weiter da. Ich habe vorher gewusst, dass es eine sehr abgespeckte Saison sein wird und man diese eher als Vorbereitung auf 2021/2022 sehen muss. Wenn noch was stattfindet, nimmt man das halt mit.“

Eisspeedway mit finanziellem und zeitlichem Aufwand

Den damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Aufwand kann der gelernte Maschinenbautechniker dank seiner Selbstständigkeit recht gut bestreiten. So arbeitet er für verschiedene Auftraggeber in Sachen Konstruktion, Fertigung sowie Programmierung und ist dadurch recht flexibel. Auch einige gute Sponsoren weiß er an seiner Seite, wobei weitere sehr willkommen sind.

Das ist bei Benedikt Monn nicht anders, der als Zimmerer in Rottach-Egern arbeitet und in den Sommermonaten zum Wohle seines neuen Sports wenig bis gar keinen Urlaub nimmt und sich diese Tage für den Winter aufspart. „Da muss man halt Opfer bringen“, hält er fest. th

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