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Eisspeedway-WM: Hans Weber erlebt durchwachsenes Wochenende in Niederlanden

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Hans Weber aus Valley beim Eisspeedway
Über die ganze Saison hinweg war Hans Weber schnell unterwegs. Am Ende reichte es aber doch nicht für den großen Wurf. © Horn

Valley – Als Favorit reiste Hans Weber aus Valley zur Eisspeedway-Weltmeisterschaft ins niederländische Heerenveen. Doch dann platzten die Träume – vorerst.

Zum Finale der Eisspeedway-Weltmeisterschaft reiste Hans Weber als klarer Titelfavorit ins niederländische Heerenveen. Doch dort lief schief, was nur schief laufen konnte. Am Ende durfte sich der 37-Jährige aus Valley-Mitterdarching immerhin über den Vize-WM-Titel freuen. Diese Freude war allerdings getrübt: Nicht nur, weil ihm die schon sicher geglaubte Goldmedaille noch durch die Finger ran, sondern auch, weil er mit noch nicht genauer diagnostizierten Verletzungen an der Hand und am Rücken nach Hause kam.

Seit Jahren kämpft Hans Weber um den Anschluss an die von russischen Fahrern dominierte Weltspitze. In dieser Saison fuhr er einige Rennen in Russland und war dabei meist auf Augenhöhe mit den Hausherren. Bei den ersten beiden WM-Läufen im russischen Togliatti schaffte er sogar einmal den Einzug ins Finale der besten Vier und schrammte nur knapp am Podest vorbei. Das war Mitte Februar.

Hans Weber aus Valley ist Vize-Weltmeister
Hans Weber aus Valley ist Vize-Weltmeister. Erhofft hatte er sich den Titel – und will ihn sich 2023 holen. © Horn

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind auch die russischen Eisspeedway-Piloten aus der WM verbannt, sodass dem Eishans als WM-Fünftem sowie mit Abstand besten Nicht-Russen der WM-Titel 2022 auf dem Silbertablett serviert wurde. Nur silbern war am Ende auch die Medaille, die er um den Hals gehängt bekam, denn dieses Wochenende war wahrlich nicht seins.

Ein Kontrahent aus Schweden bleibt übrig

Am ersten Fahrtag wurde Weber hinter seinem einzigen übriggebliebenen Kontrahenten Martin Haarahiltunen aus Schweden Zweiter und lag damit weiter voll im Plan. Bei noch einmal 20 zu vergebenden WM-Punkten hätte der Valleyer am zweiten Tag bei schwacher Konkurrenz Fünfter werden müssen, was ihm nicht gelang. Erst agierte er ziemlich nervös, und nachdem er im dritten von fünf Heats stürzte und hart an der Streckenbegrenzung anschlug, war er völlig von der Rolle. Nach einem weiteren unerklärlichen Fauxpas verpasste Weber das Finale, sodass ihm am Ende vier Punkte zu Gold fehlten.

„Ich habe zwar jetzt eine Schlacht verloren, aber nächstes Jahr ist wieder eine Weltmeisterschaft, da gewinne ich halt diese. Aus Niederlagen wird man stärker. Ich bin immer nach Niederlagen stärker zurückgekommen. Das wird auch diesmal so sein“, gab er sich anschließend – zumindest nach außen hin – nicht geknickt, sondern kämpferisch.

Seit 2002 nur russische Weltmeister

Auch wenn die Niederlage schmerzte, fand Weber für den ersten nicht-russischen Weltmeister seit dem Schweden Per-Olof Serenius 2002 lobende Worte für dessen Nachfolger und Landsmann Martin Haarahiltunen. „Der Martin hat verdient gewonnen. Das muss man sportlich fair anerkennen“, sagte Weber. „Das Glück war halt nicht unbedingt auf meiner Seite. Ich bin jetzt Vize-Weltmeister, was bisher nur zwei Deutsche geschafft haben – Günther Bauer und ich. Nächstes Jahr ist wieder eine WM und ich werde definitiv mein Ziel erreichen.“

Zum Zustandekommen des gefühlten Misserfolgs hatte er keine plausible Erklärung. Dazu meinte er nur: „Ich war nach dem Sturz und dem extrem harten Einschlag etwas neben der Spur, aber es ist, wie es ist. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen.“ th

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