Nach zwei Jahrzehnten

Snowboardcrosser Konstantin Schad aus Fischbachau beendet seine Karriere

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Konstantin Schad auf dem Sprung in einen neuen Lebensabschnitt: Er beendete seine Karriere, in der er einen Weltcupsieg in Valmalenco 2012 (l.) feierte und dreimal bei Olympia startete.

Fischbachau – Nach fast zwei Jahrzehnten macht Snowboardcrosser Konstantin Schad Schluss. Der Grund des Fischbachauers ist verständlich.

Es ist ein Rücktritt auf Raten: Konstantin Schad kommt nach seiner Babypause vergangenen Winter nicht mehr zurück in den Weltcup. Nach fast zwei Jahrzehnten Leistungssport beendet der 32-jährige Snowboardcross-Athlet aus Fischbachau seine Karriere. Snowboard Germany, teilt der Verband mit, bleibt der Weltcupsieger vom SC Miesbach aber in anderer Funktion erhalten.

„Den Ausschlag für das Karriereende hat meine Familie gegeben. Wenn man Kinder bekommt – das ist hoch emotional, das verändert dich grundlegend“, begründet der zweifache Vater seine Entscheidung. „Für mich war immer klar, dass ich nach all den Jahren on the Road für meine Kinder da sein möchte. Natürlich würde ich auch wahnsinnig gerne snowboarden, aber die Prioritäten haben sich verschoben“, ergänzt Schad. Hinzu kämen nach zahlreichen Verletzungen wie Steißbeinbruch und Bandscheibenvorfall gesundheitliche Probleme: „Mir tun einige Gelenke und alte Verletzungen weh, sodass ich froh bin, wenn ich nicht mehr täglich mit 150 Kilo auf dem Rücken Kniebeugen machen muss“, verrät er.

In 75 Weltcup-Einzelstarts stand Konstantin Schad dreimal auf dem Podium. Einen Weltcupsieg durfte er feiern. Bei den prestigeträchtigen X-Games holte sich der dreimalige Olympiateilnehmer 2014 und 2016 die Bronzemedaille. Zudem wurde er dreimal in Folge deutscher Meister. Hinzu kommen zwei Weltcupsiege im Team mit Paul Berg (SC Konstanz).

Auch wenn die Karriere als Leistungssportler hinter Konstantin Schad liegt, Snowboard Germany bleibt er erhalten: Nach seiner Tätigkeit als Athletensprecher engagiert er sich auch nach seiner aktiven Laufbahn im Verband. „Konsti Schad hat sich mit seinen Erfolgen in die Geschichte von Snowboard Germany eingetragen – dafür unsere Anerkennung und die der ganzen weltweiten Snowboard-Community“, sagt Hanns-Michael Hölz, Präsident des deutschen Snowboardverbands. Er lobt ihn auch als vorbildlichen Athletensprecher im Präsidium von Snowboard Germany, in der Vertretung beim DOSB und bei der FIS als dortiges Mitglied des FIS Council. Hölz freut sich, das Schad „als neu berufenes, ehrenamtliches Mitglied des Präsidiums weiter ein kompetenter und aktiver Teil der Snowboard-Germany-Familie bleibt“.

In der vergangenen Saison hatte Schad bereits pausiert, nun ist endgültig Schluss. „Glücklicherweise kann ich bei der Bundeswehr als stellvertretender Leiter der Sportfördergruppe in München dem Leistungssport weiterhin verbunden bleiben“, sagt Schad. „Durch den Kontakt mit den Sportlern habe ich das Gefühl, weiter dazu zu gehören. Ich betreue zum Beispiel Kiko (Leon Beckhaus, SC Miesbach) – der vom Teamkollegen zu meinem Bundeswehrschützling geworden ist.“

Mit Konsti Schad hat nun der zweite Snowboardstar aus dem Landkreis Miesbach – beide sogar aus Fischbachau – seine Karriere beendet. Bereits im Sommer 2019 machte Amelie Kober Schluss. Sie war lange Jahre das Aushängeschild der deutschen Snowboarder und ist mit zwei olympischen und drei WM-Medaillen auch eine der erfolgreichsten. ft

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