3. Bundesliga

Warum Unterhachings Fußballer in Großhartpenning in Quarantäne sind

Quarantäne in perfekter Umgebung: Unterhachings Präsident Manfred Schwabl (r.) lobt die professionelle Vorbereitung von Altwirt-Gastgeber Hans Vogel in Großhartpenning.
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Quarantäne in perfekter Umgebung: Unterhachings Präsident Manfred Schwabl (r.) lobt die professionelle Vorbereitung von Altwirt-Gastgeber Hans Vogel in Großhartpenning.

Holzkirchen – Vorm Re-Start der 3. Bundesliga hat die SpVgg Unterhaching ihr Quarantäne-Hotel beim Altwirt in Großhartpenning bezogen. So läuft die Woche für den 40-köpfigen Tross.

Seit über zwei Monaten bleiben nicht nur im Landkreis Miesbach die meisten Hotelbetten unbenutzt – Corona ist allgegenwärtig. Da überrascht es doch ziemlich, dass der Landgasthof Altwirt in Großhartpenning in dieser Woche ausgebucht meldet.

Der erfreuliche Grund dafür ist schnell erklärt: Es ist die schon lange währende Freundschaft zwischen Hotelchef Hans Vogel und Unterhachings Fußball-Präsidenten Manfred Schwabl. Da der Drittligist auf Anordnung der DFL (Deutsche Fußball-Liga) – wie übrigens alle anderen Profiteams in Deutschland auch – vor dem Re-Start eine sechstägige Teamquarantäne vorweisen muss, zog der 40-Mann-Tross kurzerhand von Unterhaching in Richtung Großhartpenning.

„Das Hotel ist 25 Minuten vom Sportpark entfernt, abgeschieden und wir kennen das Haus schon von einigen Jugendtrainer-Seminaren, die wir hier sehr erfolgreich abgehalten haben“, erklärt Schwabl den naheliegenden Grund für seine Entscheidung. „Auch wenn aus gegebenem Anlass die Bar vom Vogelhäusl leider geschlossen bleibt“, fügt der 54-jährige Holzkirchner mit einem schelmischen Augenzwinkern hinzu. Zur Erklärung: Dort feierte Schwabl nicht nur seine Silberhochzeit, sondern auch schon seinen 50. Geburtstag.

Hotelier Hans Vogel freut sich verständlicher Weise über den prominenten Besuch. Seine 40 Zimmer passen perfekt für den benötigten Bedarf. Aufenthaltsräume, Seminarsaal und ein großzügiges Restaurant garantieren die geforderten Mindestabstände.

„Wir haben vom ersten Tag des Shutdowns an nicht die Frage gestellt, sind die Vorsichtsmaßnahmen angemessen oder warum machen wir das Ganze hier“, versichert Schwabl glaubhaft, die geforderten Auflagen der DFL zu erfüllen. Allein fünf Testungen für 40 Mann in der vergangenen Woche. Alle negativ, ohne ein einziges Fragezeichen bestätigen die Ernsthaftigkeit der Hachinger Vorbereitung.

„Wir wollen nicht am Grünen Tisch oder am Schachbrett aufsteigen. Wir sind alle Profisportler und sollten das auf dem grünen Rasen ausmachen“, fordert Schwabl mehr Sportlichkeit von einigen Konkurrenten in der Liga. Dabei ärgert sich der Präsident der SpVgg besonders, wenn er auf die zerstrittene Situation innerhalb der 3. Liga angesprochen wird. „Die ablehnenden Gründe zur Fortsetzung der Meisterschaft aus Mannheim, Jena oder Magdeburg sind täglich andere. Bei deren Gejammere haut es mir einfach den Schalter raus. Da geht es nicht mehr um die Sache, Fußball zu spielen, sondern nur noch darum, die eigenen Interessen zu wahren.“

Die SpVgg möchte auf jeden Fall die Saison zu Ende spielen. „Egal ob mit oder ohne Zuschauer, wir wollen auf dem Rasen die Entscheidung, am besten ganz vorne dabei sein und am Ende sportlich aufsteigen“, versichert Unterhachings Fußball-Präsident Manfred Schwabl pragmatisch. Und wenn er und seine Hachinger am Ende der Saison den angestrebten Aufstieg in die 2. Liga im Vogelhäusl feiern können, hat auch der Altwirt in Hartpenning alles richtig gemacht. wed

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