Bitteres Saison-Aus für Heidi Zacher

Lenggrieser Skicross-Ass bricht sich rechtes Sprunggelenk

+
Und wieder das gleiche Malheure von vorne für Heidi Zacher: Verletzung, OP, Reha und Aufbautraining bis sie wieder rennen fahren kann.

Lenggries – „Wenn man kein Glück hat, dann kommt halt auch noch das Pech hinzu“, zitiert das Lenggrieser Skicross-Ass Heidi Zacher ein altbekanntes geflügeltes Wort und kann schon wieder aus ihrem Krankenbett heraus lächeln. Das Schicksal ereilte sie am Sonntag vor dem Training auf der Reiteralm (Österreich), als sie so unglücklich umknickte, dass sie sich das rechte Sprunggelenk brach und das vordere Syndesmoseband abriss.

„Ich bin auf dem Weg zum Skiraum ausgerutscht, umgeschnackelt und da war es schon passiert.“ Damit erlitt die siebenmalige Weltcup-Siegerin bereits die vierte schwere Verletzung in ihrer langen Karriere. In den Jahren zuvor riss sie sich bereits die Kreuzbänder in beiden Knien und brach sich einmal Schien- und Wadenbein.

Dr. Manuel Köhne diagnostizierte am vergangenen Montag in der Orthopädischen Chirurgie München (OCM) eine Fraktur im rechten Sprunggelenk sowie einen Riss des vorderen Syndesmosebands. Die Verletzungen wurden noch am gleichen Tag von Prof. Dr. Martin Jung operativ in der Sana-Klinik München behandelt. „Die Operation verlief sehr positiv“, so Dr. Köhne: „Das Sprunggelenk wurde dabei mittels Platte versorgt und das Syndesmoseband mit einer Schraube fixiert. Heidi Zacher wird nun zur Nachsorge noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, ehe sie mit ersten Rehabilitationsmaßnahmen im Medical Park Bad Wiessee beginnen kann. Einen günstigen Heilungsverlauf vorausgesetzt, kann Heidi in etwa acht Wochen wieder mit dem Schneetraining beginnen.“

„Selbst dann ist die aktuelle Rennsaison 2019/20 für mich auch wieder gelaufen“, hat die 31-Jährige realisiert. Dabei hatte sie sich so auf ihren Einsatz beim Weltcup im schwedischen Idre Fjälls am kommenden Wochenende gefreut, nachdem sie zuletzt für das Rennen im kanadischen Nakiska wegen ausbleibender guter Resultate in der laufenden Saison nicht nominiert worden war. Stattdessen war sie auf die Reiteralm zum Trainieren gesandt worden. Der Weltcup-Ort im hohen Norden Europas ist für Heidi Zacher zudem ein ganz besonderes Pflaster. Dort erwischte sie kurz vor Olympia 2018 als aussichtsreiche deutsche Medaillen-Kandidatin in einer Trainingsfahrt eine Windböe – Sturz, Kreuzbandriss, Olympia-Aus. Doch genau dort raste sie aber nur ein Jahr später in einem beherzten Rennen quasi als persönliche Revanche mit dem Kurs zu ihrem einzigen Weltcup-Sieg im Winter 2018/19. Verständlich, dass sie da heuer auf Idre Fjälls „ganz heiß“ gewesen wäre.

Vor allem aber auch, da sie in der aktuellen Saison bislang in keinem Weltcup-Heat über die erste Runde hinausgekommen war. Nach ihrer Strafversetzung ins Trainingscamp zuletzt, wollte sie in Schweden allen zeigen, dass sie es noch drauf hat. Doch jetzt liegt sie mit ihrem Knöchelbruch im Krankenhaus. Dennoch blickt sie bereits wieder optimistisch nach vorne: „Das ist halt Pech, da kann man nichts machen. Jetzt müssen die Knochen wieder zusammenwachsen und dann werde ich schauen, dass ich den Anschluss wieder finde.“

Das hoffen auch Nationaltrainer Peter Stemmer, der Sportliche DSV-Leiter Skicross Heli Herdt und ihre National-Mannschafts-Kollegen: „Der verletzungsbedingte Ausfall ist sowohl für Heidi persönlich als auch für das gesamte Team sehr bitter. Ihr Fehlen im aktuellen Winter zu kompensieren wird eine große Herausforderung für uns alle. Wir wünschen Heidi eine rasche Genesung und sind uns sicher, dass sie uns im kommenden WM-Winter wieder verstärken wird.“ejs

Auch interessant

Kommentare