Schon vor Anpfiff die Hosen voll

SV Bad Heilbrunn unterliegt nach „blutleerem Auftritt“ in Garmisch

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Keinen guten Tag hatte der sonst so sichere Heilbrunner Abwehrchef Sebastian Mertens (Mitte) in Garmisch erwischt.

Garmisch-Partenkirchen/Bad Heilbrunn – Dass auch der zehnte Auftritt des Landesliga- Aufsteigers SV Bad Heilbrunn mit einer Klatsche endete, verwunderte kaum. Dass allerdings Coach Walter Lang mit seinen Schützlingen nach dem 0:4 (0:2) am Samstag beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen so hart zu Gericht ging, ist neu. „Heute sind wir am Tiefpunkt angekommen“, urteilte der Resignation nahe stehender Trainer. Er kritisierte, dass der Auftritt einiger seiner Schützlinge „heute total blutleer“ gewesen sei.

Vom fast schon sprichwörtlichen Heilbrunner Willen war am Samstag auf dem Platz unterhalb der Alpspitze nicht viel zu sehen. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kicker aus dem Loisachtal bereits vor dem Anpfiff die Hosen gestrichen voll hatten. So ging’s offensichtlich nur noch darum, wann diesmal der erste Gegentreffer fallen würde.

Das war dann nach 22 gespielten Minuten, als Moritz Müller erstmals zur Garmischer Führung einnetzte. Dabei war HSV-Kapitän Sebastian Mertens nicht ganz schuldlos. „Ein Schnelligkeits-Problem“, hatte sein Trainer in der Situation erkannt. Freilich war der Abwehrchef schon mit massiv getapten Unterschenkeln in die Partie gegangen. Nach gut einer halben Stunde ging es dann für den angeschlagenen Anführer gar nicht mehr weiter. Für ihn kam Thomas Schmöller auf den Platz. Noch ehe Mertens allerdings ausgewechselt wurde, hatte die HSV-Defensive eine kurze Phase Tiefschlaf eingelegt. Nach einer Ecke von Stefan Lorenz kam Stefan Durr im Rückraum ziemlich frei an den Ball und stellte auf 0:2 (30.).

Eine weitere Heilbrunner Baustelle machte sich diesmal deutlich bemerkbar. Seit Wochen steht der sonst so sichere Torhüter Christoph Hüttl mit einem angebrochenen Fuß auf dem Platz. An eine Trainingsteilnahme ist da seit geraumer Zeit gar nicht zu denken. Als der Keeper dann nach einem Rückpass von Thomas Forster mit dem Herauslaufen etwas zögerte, kam Jonas Poniewaz vor ihm an das Spielgerät und musste das Spielgerät nur noch ins verwaiste Gehäuse befördern (53.). Auch das 0:4 hätte Hüttl verhindern können. Er stand bei dem langen Ball aus der Tiefe bereits etwa 14 Meter vor seinem Kasten. Doch der Torsteher entschloss sich zum Rückwärtsgang, machte so erst den Weg für Müller frei, der dann auch den Treffer zum Spielendstand besorgte (64.). „Slapstick pur“, entfuhr es da dem vergrämten HSV-Coach.

Dass die Gäste gegen Ende der Partie durch Maxi Specker und Felix Keller sogar noch zu einigen nennenswerten Torchancen kamen, war letztlich nur dem zu diesem Zeitpunkt bereits nachlassenden Engagement der Werdenfelser geschuldet. Lang bilanzierte: „Wir können froh sein, dass Garmisch gegen Ende aufgehört hat.“ejs

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