Corona bedroht Zukunft der Holzis

Gefährden ständige Lockdowns den Fortbestand der TuS-Basketballer?

Trainingsplatz der Basketballer beim TuS Holzkirchen
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Der Platz gesperrt, das Spielfeld leer – weil derzeit kein Basketballtraining möglich ist, sieht die Zukunft der TuS-Abteilung immer düsterer aus.

Holzkirchen – Die Basketballer der TuS Holzkirchen sind in Angst wegen der möglichen Folgen der Corona-Pandemie. Das bestehende Sportverbot könnte dafür sorgen, den Nachwuchs zu verlieren.

Ein traumhafter Herbsttag nach dem anderen in Holzkirchen. Die Sonne scheint und erwärmt den Tartanbelag des Freiplatzes an der Baumgartenstraße. Spielende Kinder und Jugendliche sind dort jedoch nicht auszumachen. Auch die Basketballer der Holzis dürfen diese Ausnahmetage nicht nutzen. Der Lockdown light verbietet zurzeit jegliche sportliche Aktivität auf und in allen gemeindlichen Sportanlagen.

„Ich kann und ich mag es auch nicht nachvollziehen, warum wir hier draußen nicht in kontrollierten Kleingruppen trainieren dürfen“, versteht Ludwig Gößl die momentanen Richtlinien nicht wirklich. Denn der Abteilungsleiter der Holzkirchner Basketballer fürchtet inzwischen ernsthaft um den Weiterbestand seiner Abteilung. „Schon im Oktober durften wir nur zu fünft und mit Abstand trainieren, während auf Partys und Demos die Leute ungeniert, ungeschützt und unbestraft zusammen kamen.“

Gößl erzählt, wie beim TuS, der mit über 3.000 Mitgliedern immerhin der größte Sportverein im Landkreis ist, Hygienekonzepte erstellt und Teilnehmerlisten geführt wurden sowie auf Abstand und Vorsicht geachtet wurde. Die drastisch steigenden Inzidenzwerte führten nun aber dazu, dass im gesamten Landkreis alle Sportanlagen geschlossen bleiben. Zwar erlaubt die Politik fast unbegrenzten Trainingsbetrieb für Kaderathleten – doch nicht bei den Holzis und dem Rest aller Amateursportler im Landkreis. Da waren bis vor Kurzem zwei Sportler und ein Übungsleiter erlaubt.

„Natürlich kann ich Individualtraining anbieten“, sagt Gößl, „aber wie erkläre ich dem Rest des Teams, dass sie dann diese Woche nicht kommen dürfen? Die Jungs wollen doch alle nur spielen.“ Inzwischen ist aber nicht mal mehr Indoor-Individualtraining möglich, alle Sporthallen sind geschlossen.

Bei Eishockey und Handball wurden bereits ganze Ligen abgebrochen und für beendet erklärt. Bei den Basketballern ist es nur mehr eine Frage der Zeit bis zum Fiasko. „Die erwachsenen Spieler werden auch nach langer Pause zurückkommen“, ist sich Gößl sicher. „Doch bei den Neueinsteigern vom Sommer und unseren Jugendlichen bin ich mir da gar nicht mehr so sicher.“

Bei den Holzis steigt darum von Woche zu Woche die Angst, den Jugendbetrieb bald komplett einstellen zu müssen. „Da fehlen uns bis nächstes Jahr gleich mehrere Jahrgänge. Die haben sich doch schon jetzt andere Bewegungsmöglichkeiten gesucht.“ Radfahren und Joggen sind ja noch erlaubt. Im schlimmsten Fall treiben die Kinder gar keinen Sport mehr. Der Bewegungsnotstand ist durch den Wegfall des schulischen Turnunterrichts ohnehin bereits dramatisch.

Nicht nur Gößl macht sich Gedanken, wie es weiter geht. Er und die anderen Freizeitsportler im Landkreis wünschen sich natürlich fallende Corona-Zahlen. Aber eben auch ein Umdenken oder zumindest Einlenken bei den Maßnahmen. „Es gibt ausreichend Möglichkeiten, Hygiene, Abstand und Vernunft einzuhalten, ohne dass wir den Freizeitsport gleich komplett zum Erliegen bringen.“ wed

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