Super Abschluss

Holzkirchner Skicrosser Florian Wilmsmann gewinnt Saisonfinale in der Schweiz

Florian Wilmsmann
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Nationaltrainer Peter Stemmer (r.) freut sich mit Florian Wilmsmann über dessen Weltcupsieg beim Saisonabschluss.

Veysonnaz/Holzkirchen – Der Holzkirchner Skicrosser Florian Wilmsmann hat die Saison 2020/2021 mit seinem zweiten Weltcupsieg abgeschlossen.

Immer besser kommt derzeit der Holzkirchner Skicrosser Florian Wilmsmann (TSV Hartpenning) in Fahrt – und jetzt ist die Saison 2020/21 vorbei. Dabei haben die deutschen Skicrosser insgesamt eine Weltcup-Premiere gefeiert: Bei der Abschlussveranstaltung im Schweizer Veysonnaz trugen von den vier Startern im großen Finale drei die Leiberl mit den deutschen Farben.

Am Ende stand ein strahlender Florian Wilmsmann ganz oben auf dem Stockerl, während Tim Hronek (SV Unterwössen) auf Platz 3 und Cornel Renn (SV Hindelang) auf Platz 4 gelandet waren. Lediglich der Franzose Jonathan Midol auf Rang 2 brachte da auf dem Siegerpodest einen französischen Tupfer in das schwarz-rot-goldene Siegerpodest.

Etwas eng geworden im Halbfinale

„Ich bin immer noch überwältigt. Dass ich mit Zweien meiner besten Freunde im großen Finale eines Weltcups stehe, ist für mich das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Besser geht es fast nicht“, jubelte der 24-Jährige nach seinem Sieg in die Mikrofone der Pressevertreter.

Etwas eng ist es für das Skicross-Ass des Skiverbands Oberland (SVO) lediglich im Halbfinale geworden, als ihm Tim Hronek versehentlich über die Skienden gefahren ist. Nach diesem Missgeschick wurde er in Führung liegend sofort auf Platz 3 durchgereicht.

Glück und Pech in dieser rasanten Ski-Disziplin

Wie nahe allerdings in dieser rasanten Ski-Disziplin Glück und Pech beieinander liegen, durfte Wilmsmann wenig später erfahren. Schon fast auf der Zielgeraden stürzte nämlich der zu diesem Zeitpunkt führende Franzose Francois Place nach einem Fahrfehler. Dies wiederum konnte Wilmsmann nutzen: Er setzte sich wieder an die Spitze des Vierer-Heats und passierte vor Hronek den Zielstrich.

„Das war heute ein super Saisonabschluss“, strahlte dann auch der Waakirchner Nationaltrainer Peter Stemmer: „Das gfreit mi richtig für die Buam.“ Abgesehen von der außerordentlichen Leistung der deutschen Skicrosser, hatten auch die Serviceleute großen Anteil an dem so nicht erwarteten, überragenden Erfolg. „Die Jungs hatten heute brutale Geräte unter den Füssen. Da haben unsere Techniker die perfekte Einstellung auf den Punkt getroffen“, bestätigte der Trainer der deutschen Skicross-Mannschaft.

Deutsche Ski denen der Konkurrenten überlegen

Dass deren Skier an diesem Tag überragend schnell liefen, hatte sich bei allen nationalen Crossern auf dem eher langweiligen und wenig spektakulären Kurs in der Schweiz bereits in den ersten Runden immer wieder gezeigt. Gerade in flacheren Passagen kurz vor dem Ziel waren die deutschen Ski denen ihrer Konkurrenten deutlich überlegen.

Da auch die Bordercrosser dort zuvor ihr Saisonfinale ausgefahren hatten, hatte man von den Verantwortlichen beim Pistenbau einige Kompromisse eingehen müssen. „Eigentlich ist der Kurs für uns Crosser wenig spektakulär und bietet vor allem wenig Tempowechsel“, lautete die Kritik zuvor.

Laib Schweizer Käse und überdimensionale Kuhglocke

Relativ problemlos hatte der 24-jährige Holzkirchner am Sonntag seine ersten beiden Heats absolviert. Im Achtelfinale gegen seinen Teamkollegen Ferdinand Dorsch, den Österreicher Sandro Siebenhofer und den Franzosen Jean-Frederic Chapuis gelang ihm ein Start-Ziel-Sieg und im Viertelfinale, diesmal gegen seinen Team-Kameraden Daniel Bohnacker und erneut gegen Chapuis, erreichte er hinter dem Schweizer Jonas Lehnherr souverän als Zweiter die nächste Runde.

Von Kurskritik war freilich nach dem deutschen Top-Ergebnis im Nachhinein nichts mehr zu hören. Wilmsmann selbst sah als Basis für den zweiten Weltcup-Sieg seiner Karriere in erster Linie „meine Starts, die mir heute durch die Bank ganz gut gelungen sind“. Da verschwendete er dann auch keinen Gedanken mehr an die ziemlich enge Kiste im Halbfinale. Neben einem großen Laib Schweizer Käse bekam er für seinen Sieg auch eine überdimensionale Kuhglocke überreicht: „Jetzt habe ich auch das richtige Gerät, um das nächste Mal meine Schwester und meinen Papa lautstark anzufeuern, wenn sie wieder einmal bei einem Triathlon an den Start gehen.“ ejs

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