„Ohne Krücken geht’s wieder aufwärts“

Interview: Skicrosserin Heidi Zacher nach Knöchelbruch wieder optimistisch

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Daumen hoch: Heidi Zacher blickt zufrieden in die Zukunft.

Lenggries - Im Gespräch berichtet Skicrosserin Heidi Zacher (32) aus Lenggries über ihre Knöchelverletzung, Corona und ihren Bürojob in der Bank.

Stinksauer war das Lenggrieser Skicross-Ass Heidi Zacher als sie im Januar wegen einer Formkrise für das Weltcup-Rennen im kanadischen Nakiska nicht nominiert worden war. Stattdessen war sie von den DSV-Verantwortlichen zum Training auf die Reiter-Alm (Steiermark) beordert worden. Und dort ereilte sie das Schicksal, das für sie das vorzeitige Saisonende bedeutete: Auf dem Weg zum Skiraum knickte sie um und zog sich eine Fraktur des rechten Sprunggelenks zu. Über ihren Genesungsfortschritt und ihre weiteren Pläne sprach unser Mitarbeiter Ewald Scheitterer mit der 32-jährigen Skicrosserin.

Gelbes Blatt: Was macht der lädierte Knöchel?

Heidi Zacher: „Dem geht’s mittlerweile wieder ganz gut. Seit ein paar Tagen bin ich auch die Krücken wieder losgeworden. Nur auf Treppen abwärts zu gehen, ist noch etwas beschwerlich. Bei der OP wurden mir ja eine Platte und acht Schrauben eingesetzt. Eine davon ist auch schon wieder heraus gekommen.“

Wie gehen Sie mit den Corona-Beeinträchtigungen um?

„Ich war jetzt acht Wochen lang quasi in Quarantäne und komplett ohne Bewegung. Ich bin lediglich rausgekommen, wenn ich zum Markus Merklinger zu den Reha-Anwendungen gefahren bin. Aber damit ist nun auch Schluss. Prinzipiell steht das Leben jetzt ja still. Deshalb geht’s mir nicht besser und nicht schlechter als allen anderen Ski fahrenden Kolleginnen. Normalerweise wäre ich jetzt in eine spezielle Reha-Klinik für Leistungssportler gekommen. Aber das wird wohl vorerst nichts werden.“

Haben Sie nach dem Unfall irgendwie an ein Karriereende gedacht?

„Das war und ist für mich überhaupt kein Thema. Jetzt will ich erst einmal schauen, dass ich wieder normal gehen kann. Auch Radl fahren im Freien geht allmählich wieder. Insgesamt wird es mir dabei bestimmt nicht langweilig. Dumm ist nur, dass jetzt auch die Sportstudios alle geschlossen haben. Das macht es für mich nicht leichter, mich in Sachen Kraft und Kondition wieder an mein altes Level heranzuarbeiten. Für mich hat derzeit oberste Priorität erst wieder komplett gesund zu werden.“

Sie waren ja seit Jahren im Tölzer Sportstudio Hirsch, das demnächst schließen wird.

„So weit ich weiß ist es ja noch bis Oktober geöffnet. Und zu diesem Zeitpunkt will ich ja bereits wieder auf Schnee stehen. . Aber auch anschließend wird es für mich sicherlich irgendeine Lösung geben. Da mache ich mir keinen Stress.“

Demnächst wartet ja auch wieder ihr Schreibtisch in der Raiffeisenbank Tölz auf sie. Ist es bei dem Halbjahres-Job nicht problematisch sich immer wieder neu hineinzufinden?

„Überhaupt nicht. Ich setze mich dann hin, gebe mein Passwort ein und los geht’s. Insgesamt hat sich ja beruflich durch die Verletzung für mich nichts geändert. Ich gehe nach wie vor zwei professionellen Jobs nach. Das sieht so aus, dass ich in der warmen Jahreszeit ganz normal in der Bank arbeiten muss, für DSV-Lehrgänge aber freigestellt werde. Allerdings wurde mit der Fusion der Raiffeisenbanken Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach das finanzielle Sponsoring für mich eingestellt.“

Müssen sie deswegen jetzt mit finanziellen Einbußen leben?

„Glücklicherweise nicht. Auch hier wurde eine für mich zufriedenstellende Lösung gefunden. In der Zeit, in der ich mich auf offiziellen Lehrgängen befinde, wird mein Gehalt von der Sporthilfe übernommen. Sonst würde die Kombination Bank und professioneller Leistungssport insgesamt nicht funktionieren. Doch auch darüber mache ich mir derzeit keine großen Gedanken. Jetzt hoffe ich nur, dass ich wieder komplett genese und dass die Corona-Einschränkungen so bald wie möglich wieder vorbei gehen und dass das normale Leben wieder einzieht.“

Das Gespräch führte Ewald Scheitterer

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