Sehr gute Bedingungen

Landestrainer Stäcker beeindruckt: Leichtathleten des TSV Penzberg laufen wieder

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Auf Distanz: Luk Jäger, Corinna Braun, Julia Rath, Hanna Ackermann und Landestrainer Jörg Stäcker (von links) mit Mindestabstand im Nonnenwaldstadion.

Penzberg – Landestrainer Jörg Stäcker steht bei sommerlichen 22 Grad im sanften Abendlicht. Der Landestrainer für den Mittel- und Langstreckenlauf des Bayerischen Leichtathletik Verbandes (BLV) besuchte nun die Läufer des TSV Penzberg im Nonnenwaldstadion, wo unter strengen Hygieneregeln der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen wurde. „Das sind sehr gute Bedingungen“, zeigt sich Stäcker beeindruckt und erklärte, dass in vielen anderen bayerischen Gemeinden derartige Voraussetzungen noch nicht gegeben seien.

Der Landestrainer nutzte den Besuch unter anderem dafür, um gemeinsam mit Penzbergs Leichtathletik-Chefin Melanie Jäger über ihre Läufer zu sprechen. Vor allem die Kaderathleten des TSV stehen dabei im Fokus, schließlich ist Jäger seit einiger Zeit als Kader- und Stützpunkttrainerin im BLV tätig. Und so wird an diesem Tag auf Bahn 8 unter anderem über Nick Jäger, Marvin Bertram, Luk Jäger und Julia Rath geredet. 

Die 15-jährige Rath ist amtierende deutsche Schülermeisterin über 800 Meter und startet für den LAC Quelle Fürth. Seit fast zwei Jahren trainiert die Penzbergerin bei Stäcker in Fürth, wo sie das Bertolt-Brecht-Gymnasium besucht. Die Sport-Eliteschule hat natürlich auch mit dem Coronavirus zu kämpfen, weshalb Rath im Moment wieder bei ihren Eltern in Penzberg lebt, da die 10. Klassen erst wieder nach Pfingsten in die Schule dürfen. 

Im Penzberger Stadion kann der Landestrainer nun mit seiner Athletin sprechen und sie beim Training beobachten. „Julia trainiert im Moment fleißig weiter. Es ist zwar keine einfache Situation, trotzdem ist sie motiviert“, so Stäcker. Ähnlich engagiert sind auch Marvin Bertram und Luk Jäger, die sich gerade im Aufbautraining befinden. „Luk und Marvin hatte im März und April Probleme mit ihren Knien, sodass beide nicht laufen konnten“, berichtet Melanie Jäger, „Marvin kann immer noch nicht schmerzfrei trainieren. Aber Luk ist wieder fit und bereitet sich auf den Sommer und den Herbst vor.“ 

Ob im Verlauf des Jahres wieder Wettkämpfe stattfinden, kann natürlich niemand vorhersagen. Trotz dieser Ungewissheit trainieren aktuell maximal 20 Athleten des TSV Penzberg im Stadion, verteilt auf vier Gruppen. Jede Trainingsgruppe besteht aus einem Trainer und vier Athleten. Beim Laufen muss immer eine Bahn zwischen den Athleten frei bleiben. Mindestens 15 Meter Abstand müssen eingehalten werden, wenn man hintereinander läuft. Zudem muss einige Tage im Voraus eine Liste erstellt werden, welcher Athlet wann im Stadion trainieren wird. „Das ist natürlich für alle eine ungewohnte Situation, doch wir freuen uns, das Training wieder aufnehmen zu können“, sagt Melanie Jäger. 

Auch die Sprinter des TSV nutzen wieder die Tartanbahn, allen voran Andreas Kölbl. Der 25-jährige Spezialist über 400 Meter Hürden ist ak­tuell in bestechender Form, trotz eher unregelmäßigen Trainings. „Bereits bei den ersten Hürdeneinheiten vor ein paar Tagen war ich erstaunt über seine Schnelligkeitswerte“, so Trainer Markus Brennauer. Der bayerische 400-Meter-Hürden-Meister hofft genauso wie Hindernisspezialist Nick Jäger darauf, dass vielleicht Anfang August die Deutschen Meisterschaften stattfinden werden. „Der Deutsche Leichtathletik Verband will Ende Mai bekanntgeben, ob eine DM unter bestimmten Rahmenbedingungen durchgeführt werden kann“, erklärt Landestrainer Stäcker. Bayerische Meisterschaften könnten eventuell im Frühherbst stattfinden, doch noch sind konkrete Planungen nicht möglich. 

Davon unbeeindruckt sind die jüngeren Athleten wieder aktiv und nutzen die Zeit zwischen 17 und 20 Uhr, unter ihnen auch Hanna Ackermann, die bayerische Vizemeisterin über 300 Meter Hürden. Die 16-Jährige ist eine der Glücklichen, die regelmäßig das Stadion nutzen dürfen, das aktuell ausschließlich den Leichtathleten des TSV Penzberg zur Verfügung steht. Dort gelten natürlich auch abseits der Tartanbahn strenge Hygieneregeln. So dürfen Gegenstände wie ein Startblock nur von dem Athleten aus dem Geräteraum geholt werden, der ihn auch benutzen wird. Zurücktragen muss der Läufer den Startblock natürlich auch. „Mittlerweile haben sich unsere Athleten an die notwendigen Auflagen gewöhnt“, so Melanie Jäger, die das Hygienekonzept des TSV Penz­berg konzipiert hat. Als Vorlage dienten ihr dabei die Regeln des Deutschen Olympischen Sport Bundes und des Deutschen Leichtathletik Verbandes. Dieses Konzept wurde von der Stadt Penzberg akzeptiert, sodass die Leichtathleten wieder in ihr Stadion zurückkehren konnten. 

Mittlerweile haben alle Athleten ihr Training beendet und Jörg Stäcker verlässt gemeinsam mit Melanie Jäger das Stadion. Zweieinhalb Stunden wird er mit dem Auto zurück nach Fürth brauchen. „Der Aufwand der langen Fahrt hat sich aber gelohnt, schließlich ist es immer schön, junge motivierte Athleten beim Training zu beobachten“, sagt er und braust davon. la/mb

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