Nach Kreuzband-Riss zum Weltcup-Sieg

Lenggrieser Skicross-Ass Heidi Zacher feiert überraschenden Erfolg

Jubel über den Sieg: Lenggrieser Skicross-Ass Heidi Zacher.

Idre Fjalls/Lenggries – Besser hätte es nicht laufen können: Das Lenggrieser Skicross-Ass Heidi Zacher gewinnt am vergangenen Samstag im schwedischen Idre Fjalls das Weltcup-Rennen. „Ausgerechnet hier zu gewinnen ist schon unglaublich. Ich bin total happy“, strahlte die Isarwinklerin nach ihrem überraschenden Sieg im Ziel bis über beide Ohren. Am darauf folgenden Sonntag schob sie dann beim zweiten Weltcup in Mittelschweden einen guten neunten Platz nach.

Ja, Heidi Zacher hat schon eine besondere Beziehung zum Skicross-Kurs in Idre Fjalls. Erlebte sie noch im Vorjahr hier einen der traurigsten Augenblicke ihrer Karriere: Sturz in einem Trainingslauf, Kreuzband gerissen, das Olympia-Aus. Jetzt, ein Jahr später, genau an selber Stelle eine regelrechte Wiederauferstehung. „Das ist der absolute Traum eines Comebacks“, jubelte da die 30-Jährige.

Für den Waakirchner National-Trainer Peter Stemmer war der überragende Erfolg seiner Musterschülerin gar keine so große Überraschung: „Es war seit August der Plan, dass sie in Idre ihr erstes scharfes Rennen fahren sollte. Das sie dann sogar noch gewinnt, war freilich nicht vorherzusagen. Einfach super. Das tut ihr vom Kopf her richtig gut. Jetzt hat sie wieder ein tolles Selbstvertrauen.“

Dabei ist der Cross Kurs in Idre Fjalls so gar nicht nach dem Geschmack der Lenggrieserin. Technisch wenig anspruchsvoll, lediglich drei Kurven insgesamt und dann die ellenlange Gerade mit zahlreichen Sprüngen und Wellen. Doch diesmal hatte sich Heidi Zacher sehr gut auf die Strecke eingestellt.

Die ersten beiden Heats fuhr sie am Samstag vorne weg mit zwei Start-/Ziel-Siegen. „Im Halbfinale dann hat die junge Schwedin Lisa Andersson einen super Start erwischt. Aber mein zweiter Platz reichte ja ebenfalls zum Weiterkommen.

Das taktische Meisterstück gelang der Isarwinklerin dann im großen Damen-Finale. Lediglich auf Platz vier war sie da nämlich nach der Startsequenz gelegen. Doch als erste musste da Andersson in einer Kurve dran glauben. Dann saugte sie sich im Windschatten an die aktuell Weltcup-Führende, die Schweizerin Fanny Smith, heran und schob sich auch an ihr vorbei. Da war nur noch die Kanadierin Marielle Thompson vor Heidi Zacher. Und die schnupfte sie auf den letzten Wellen vor dem Ziel auch noch. „Das war einfach ein perfekter Lauf“, machte die heimische Siegerin ihrer Freude mit einem lauten Juchzer Luft: „Der Lohn für die viele Arbeit, die ich im letzten Dreivierteljahr investiert habe.“ Ausdrücklich dankte sie dabei all ihren Trainern und Betreuern, die sie beim Comeback unterstützt hatten.

Da konnte sie es dann auch locker verkraften, dass sie beim zweiten Cross-Weltcup am Sonntag bereits im Viertelfinale knapp ausgeschieden ist. „Eigentlich eine gute Fahrt von mir. Gegen Sandra Naeslund und Kelsey Serwa zu verlieren ist ja auch keine Schande“, berichtet die Lenggrieserin. Es war der letzte Sprung vor dem Ziel, der ihr das Weiterkommen vermieste. „Da war ich etwas zu kurz dran, anschließend fehlte mir der Speed und schließlich war Sandra Naeslund eine halbe Armlänge vorn.“

Insgesamt machte Heidi Zacher da in der Cross-Weltrangliste einen Sprung von 16 auf Platz fünf jetzt. „Ich bin mit der Ausbeute des Idre-Wochenendes super glücklich und flieg jetzt mit einem richtig guten Gefühl zum nächsten Weltcup nach Kanada.“  Ewald Scheitterer

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