Corona-Entwicklung aussitzen

Lenggrieser Skicross-Ass Heidi Zacher ist Ansteckungsgefahr noch zu hoch

Heidi Zacher hofft auf Schnee im Isarwinkel, damit sie zu Hause trainieren kann. Darauf hofft auch ihr Trainer Peter Stemmer. (Archivbild)
+
Heidi Zacher hofft auf Schnee im Isarwinkel, damit sie zu Hause trainieren kann. Darauf hofft auch ihr Trainer Peter Stemmer.

Lenggries – Die Angst sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, bestimmt seit geraumer Zeit das Handeln der Lenggrieser Skicrosserin Heidi Zacher.

Der Knöchelbruch, den sie sich im Januar beim Training auf der Reiteralm (Schladming) zugezogen hatte, ist zwar mittlerweile wieder ganz gut verheilt, doch die Corona-Pandemie hat heuer ihre Pläne wieder Anschluss an das Wettkampf-Geschehen zu finden, gleich mehrfach über den Haufen geworfen. Tatsache ist, während sich ihre Teamkollegen auf den ersten Weltcup-Start des Winters am kommenden Wochenende im Schweizer Arosa freuen, hat sie bislang für die Saison 2020/21 noch keinen einzigen Meter auf Skiern zurückgelegt. Das „Gesamtkonstrukt heuer ist für mich überaus schwierig geworden“, gesteht die mittlerweile 32-Jährige ein, „vielleicht ist es sogar gescheiter es etwas ruhiger angehen zu lassen.“

Da für „Profisportler Europa bislang offen steht“, so Heli Herdt, der Technische Leiter der Skicrosser im Deutschen Skiverband (DSV), gab es zwar Corona-bedingt diverse Einschränkungen – „immer wieder testen“ – aber zumindest konnten diverse Trainings-Lehrgänge für die Skicross-Nationalmannschaft in Südtirol und Österreich stattfinden. „Doch das ganze Procedere war mir irgendwie zu riskant. Wenn ich etwa Bilder aus Hintertux gesehen habe, wie sich die Leute dort zusammengedrängt haben, dann erschien mir die Ansteckungsgefahr einfach zu groß“, erklärt Heidi Zacher.

Die Absprache mit dem DSV nach ihrer Verletzung war eindeutig: „Ich wollte mich selbständig auf die Saison vorbereiten, um wieder Anschluss an das Team zu finden“, erklärt das heimische Cross-Ass. Doch auch hier gab’s für sie einige Rückschläge zu verkraften. Zuerst die Schließung ihres Stamm-Sportstudios Hirsch in Bad Tölz. „Ich bin dann nach Bad Heilbrunn ins Vitarea gewechselt. Die Trainingsmöglichkeiten dort sind zwar auch sehr gut, sie sind aber nun mit dem zweiten Lockdown für mich auch weggebrochen.“ So blieben für sie nur die privaten Möglichkeiten, sich die notwendige Kraft und Fitness zu erarbeiten. „Glücklicherweise bieten da unsere Berge zu Fuß und mit dem Radl viele Möglichkeiten“, sagt die Skicrosserin. Auch verfüge sie mittlerweile zu Hause über diverse Trainingsgeräte. Die Möglichkeit etwa am Olympia-Stützpunkt in München zu trainieren, habe sie aus zeitlichen Gründen verworfen: „Da bin ich doch jedes Mal von Lenggries aus wenigstens zwei Stunden auf der Straße.“

„Wir haben mit der Heidi eine klare Vereinbarung. Letztlich entscheidet sie, wann sie sich gesund genug fühlt und die Trainer ob sie konkurrenzfähig ist, und damit ein Wettkampf-Start sinnvoll ist. Wenn sie sich zurückmeldet, dann entscheiden wir im Team über die gemeinsame Zukunft“, erklärt Herdt auf Nachfrage. Allerdings hält er es für unwahrscheinlich, dass das in naher Zukunft geschehen wird: „Da fehlen einfach die Kilometer auf Schnee, den es aller Erfahrung nach zu absolvieren gilt, um adäquat in Form zu kommen.“

Fast schon als „kleinen Glücksfall“ bezeichnet da Heidi Zacher die jüngste Meldung, dass ihr ursprünglich anvisierter Saison-Höhepunkt, die Cross-WM in China im Februar 2021 bereits ersatzlos gestrichen wurde: „Damit sehe ich das Ganze ein Stück weit noch gelassener.“ Zwischenzeitlich geht sie brav ihrer zweiten Profession in der Tölzer Raiffeisenbank nach: „Da gibt es mehr als genug Arbeit. Vor allem auch, weil immer wieder Kollegen Corona-bedingt ausfallen.“ Seitens ihres lädierten Knöchels hätte sie kaum mehr Probleme, wieder mit dem Skifahren anzupacken: „Nur Wetter-Umschwünge mag er noch nicht so recht.“

So hofft sie darauf, dass auch im Isarwinkel bald der Winter Einzug hält, „damit ich dann wenigstens hierzulande trainieren kann.“ Die Frage nach einem Karriereende weist sie allerdings noch weit von sich: „Das ist für mich derzeit überhaupt kein Thema. Ich warte einfach ab, wann sich welche Veränderungen mit dem Corona-Virus ergeben. Da muss man einfach geduldig sein.“ Ewald Scheitterer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Über 350 Athleten gehen beim Hohenburger Schlosslauf des Lenggrieser Skiclubs an den Start
Lokalsport
Über 350 Athleten gehen beim Hohenburger Schlosslauf des Lenggrieser Skiclubs an den Start
Über 350 Athleten gehen beim Hohenburger Schlosslauf des Lenggrieser Skiclubs an den Start

Kommentare