Bei der Lenggrieser Speed-Sklifahrerin Michaela Wenig läuft es derzeit nicht optimal

Auf der Suche nach dem richtigen Schalter

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Ziemlich ratlos blickt die Lenggrieserin Michaela Wenig nach der Weltcup-Abfahrt in Garmisch auf ihre insgesamt doch enttäuschende eingefahrene Zeit.

Garmisch-Partenkirchen/Lenggries – Auch beim Heim-Weltcup in Garmisch ging bei Michaela Wenig (SC Lenggries) der Knoten nicht auf. Einen enttäuschenden Platz 34 fuhr sie am vergangenen Samstag in der Weltcup-Abfahrt ein. Und im Super-G am Sonntag drauf erreichte sie das Ziel nicht, nachdem sie ein Tor verpasst hat.

„Es ist eine Kopfsache. Ich mache mir derzeit viel zu viele Gedanken über meine Geschwindigkeit. Dadurch fahre ich technisch unsauber“, startete sie einen Erklärungsversuch. Dabei hatte es in der Abfahrt tatsächlich an der Geschwindigkeit gehapert. Auf 90,81 Stundenkilometer im Durchschnitt war die Lenggrieserin da gekommen, während die US-amerikanische Siegerin Lindsay Vonn 93,99 km/h schnell unterwegs war. Und die rund drei Stundenkilometer weniger brachten der Isarwinkler Speedfahrerin letztlich einen Rückstand von 3,63 Sekunden ein. Ohne dass ihr ein größerer Schnitzer unterlaufen wäre, verlor sie auf der Kandahar-Abfahrt im Garmisch- Partenkirchen kontinuierlich Zeit von oben bis unten. „Freilich merkt man das bereits während der Fahrt selbst, dass es nicht so läuft. Aber man kann einfach nichts dagegen machen. Da reiht sich dann ein kleiner Fehler an den nächsten, “ sagt Michaela Wenig selbstkritisch: „Irgendwie finde ich gerade den Schalter nicht, um alles drum herum auszublenden.“ Auch eventuelle, größere Nervosität beim „Heim-Weltcup“ macht sie nicht als Ausrede geltend. „Es sind zwar schon ein paar Zuschauer mehr am Start, aber davon bekommst du dann sowieso nichts mehr mit. Da ist es ein Rennen wie jedes andere auch.“ Auch schläft sie da nicht zu Hause im Lenggrieser Ortsteil Winkl, sondern zusammen mit dem Rest der Mannschaft im Hotel. Dabei teilt sie sich üblicherweise das Zimmer mit Vicky Rebensburg. Auch Markus Anwander, der Trainer der deutschen Speed-Frauen ist ziemlich ratlos: „Bei der Michaela Wenig läuft es zurzeit nicht. Körpersprache und Körperspannung und auch das Selbstbewusstsein passen einfach nicht“, erklärt der Trainer. Auch die Ski-Rennläuferin selbst gibt zu: „Den meisten Druck mache ich mir selbst, denn meine Erwartungen an meine Leistungen sind wesentlich höher, als das, was im Augenblick herausspringt“, betont sie. Realistisch eingeschätzt weiß Wenig, dass sie nach der langen Krankheits-Pause noch keine Siegläuferin im Weltcup ist. „Aber ein Platz um die 20 müsste eigentlich immer drin sein. Alles eine Kopfgeschichte eben.“ Dennoch steckt die Isarwinkler Ski-Rennläuferin den Kopf nicht in den Tiefschnee: „Es hilft ja alles nichts. Einfach konzentriert im Training weiterarbeiten. Dann finde ich hoffentlich recht bald auch wieder den richtigen Schalter.“ Und schaltet diesen auf Gewinn um. Ewald Scheitterer

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