„Es war an der Zeit“

Rennrodlerin Natalie Geisenberger feiert in Oberhof 50. Weltcup-Sieg

Natalie Geisenberger
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Mit Bahnrekord zum 50. Weltcup-Sieg: Rodlerin Natalie Geisenberger aus Miesbach freut sich im Ziel in Oberhof.

Miesbach – Natalie Geisenberger vom SV Miesbach hat nach ihrer Babypause in Oberhof den lang erhofften 50. Weltcup-Sieg geholt.

Natalie Geisenberger setzt ihren Triumphzug weiter fort. Nach ihrer Babypause hat die Miesbacher Rennrodlerin sich schnell an die Spitze des Gesamt-Weltcups gesetzt. Und im neunten Rennen hat sie – nach acht zweiten Plätzen in Folge – wieder einen Weltcup-Sieg gefeiert. Der Erfolg in Oberhof am Wochenende (16./17. Januar) war Geisenbergers insgesamt 50. Weltcup-Sieg – und er war so eindeutig, wie die Miesbacherin den Rodelzirkus in den vergangenen Jahren dominiert hatte.

Mit zweimal Bahnrekord rauschte Nat Geisenberger zum Jubiläumssieg und hatte am Ende über zwei Zehntel Vorsprung vor der Österreicherin Madeleine Egle. Dritte wurde Geisenbergers Team-Kollegin Anna Berreiter. Julia Taubitz verlor im Kampf um den Weltcup-Gesamtsieg durch Platz 5 weiter an Boden.

„Es war an der Zeit. Ich habe lange genug gewartet, um wieder ganz oben stehen zu dürfen“, zeigte sich die 32-Jährige vom SV Miesbach überwältigt. „Endlich sind diese 50 voll – auch wenn ich gar nicht so viel auf solche Zahlen gebe“, freute sie sich. Der erste Sieg nach der Geburt ihres Sohnes sei nochmal etwas ganz Besonderes und schon ein bisschen schön, sagte Geisenberger.

Im Rennen zeigte sie ihre ganze Klasse. Der Trainingsschnellsten und Oberhof-Siegerin der Vorsaison Berreiter (RC Berchtesgaden) gelang im ersten Durchgang ein Bahnrekord. Drei weitere Konkurrentinnen waren noch schneller. Und Geisenberger. Sie setzte sich an die Spitze. Nur 35 Tausendstel dahinter: Madeleine Egle mit Startrekord.

Im zweiten Lauf legte Geisenberger nach und baute ihren Vorsprung mit einer weiteren Superfahrt deutlich aus. Norbert Loch zeigte sein Smartphone in die TV-Kameras mit der „50“ für Geisenbergers Jubiläumssieg. „Natürlich freue ich mich für Natalie und ihren historischen Sieg besonders“, sagte der Bundestrainer und erzählte: „Ich kenne sie, seit sie zehn Jahre alt ist. Sie lernte bei mir das Rodeln. Freilich bin ich darauf auch ein bisschen stolz. Sie hatte später andere Trainer, dann kreuzten sich wieder unsere Wege. Sie hat es sich verdient, weil sie sich nach der Pause so gut zurückgekämpft hat.“ Loch ist sicher: „Wir werden noch einiges von ihr sehen.“

Und die Rodelmama möchte weiter jubeln. Die nächste Gelegenheit hat sie am Wochenende (23./24. Januar) beim vorletzten Weltcup der Saison, der wie der Auftakt in Innsbruck-Igls ausgetragen wird. Dort könnte die Miesbacherin die Führung im Gesamt-Weltcup ausbauen und einem weiteren Triumph – dem bereits siebten – näher rauschen. Eine Woche später steht die Weltmeisterschaft am Königssee auf dem Programm. ft

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