Plötzlich vorbei wegen Coronavirus

Wie Vanessa Hinz und Arnd Peiffer die aktuelle Biathlon-Saison erlebt haben

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Biathlet Arnd Peiffer zeigt sich zufrieden mit der Saison. Vanessa Hinz hat mit der WM-Silbermedaille in Antholz in dieser Saison den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert.

Schliersee/Holzkirchen – Erst die Silbermedaille und dann plötzlich alles vorbei: So hat Biathletin Vanessa Hinz die Saison mit Corona-Pandemie erlebt.

„Schliersee gratuliert seiner Doppel-Vizeweltmeisterin im Biathlon 2020 Vanessa Hinz“ steht auf dem großen Banner, das am Ortseingang grüßt. Die 27-Jährige vom SC Schliersee hat in diesem Winter im österreichischen Antholz den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Somit blickt sie auf eine im Großen und Ganzen sehr gute Saison zurück.

Wäre nicht derzeit alles anders, hätten Hinz und der gesamte Weltcup-Tross jüngst am Holmenkollen/Oslo in Norwegen das Biathlon-Saisonfinale bestritten. Wegen der Corona-Pandemie schloss der Weltcup-Kalender jedoch eine Woche früher in Kontiolahti (Finnland). Und auch dort war bereits einen Tag früher Schluss. Die Mixed- und Single-Mixed-Staffeln wurden nicht mehr ausgetragen. Hinz ist nicht böse, dass die Saison früher geendet hat.

Ihre besten Leistungen hatte sie schon gezeigt, die Luft war raus. „Ich konnte mich nicht mehr so verausgaben“, erzählt sie. Somit stehen Platz 21 im Sprint und der 23. Platz in der Verfolgung zum Saisonabschluss für sie zu Buche. In der Gesamt-Weltcup-Wertung wurde sie 16. als drittbeste Deutsche – Denise Herrmann wurde Dritte und Franziska Preuß Sechste. Die große Kristallkugel holte die Italienerin Dorothea Wierer vor der Norwegerin Tiril Eckhoff.

Dass sie da nicht ganz vorne würde mitmischen können, ist keine Überraschung. Dass sie eine WM-Einzelmedaille holen würde, war es für viele schon. Dabei hatte die Schlierseerin schon oft gezeigt, was sie drauf hat. In zahlreichen Staffelwettbewerben war sie eine zuverlässige Athletin, feierte im Quartett Weltcupsiege und drei WM-Titel. Allein hat aber immer wieder das letzte Quäntchen Glück oder Konzentration am Schießstand gefehlt. Nur einmal, in der Saison 2017/18, war sie die Beste. Im Massenstart in Kontiolahti durfte Hinz ihren bisher einzigen Einzel-Weltcupsieg feiern.

Mehr noch zählt natürlich die Silbermedaille von Antholz in diesem Winter, als endlich alles zusammenpasste und sie um nur 2,2 Sekunden Gold verpasste und sich Wierer geschlagen geben musste. Zudem holte Hinz mit der Staffel Silber. Bei den Titelkämpfen war sie topfit. „Warum das so auf den Punkt gepasst hat, weiß ich auch nicht.“ Gemerkt hat Hinz schon ab Ruhpolding, dass die Form stimmt und sie läuferisch immer besser in Schwung kam. Die Stimmung hat ihren Teil beigetragen. „Wir waren da ein brutal gutes Team, jeder hat jeden gepusht“, erzählt die Schlierseerin. Sie hat „immer gewusst, dass ich nicht weit weg bin“. In Antholz hat sie es bewiesen, nicht nur mit der Medaille im Einzel, auch in der Verfolgung, als sie von Rang 14 auf Platz 5 nach vorne jagte.

Seit diesen Erfolgen ist gut ein Monat vergangen und alles ist anders. Die Saison fand ein abruptes Ende. Erst fanden die Rennen in Nove Mesto ohne Zuschauer statt, was Hinz „für die tschechischen Mädels schon sehr leid getan hat“, aber selbst als gar nicht so schlimm empfunden hat. Dann Kontiolahti und vorbei – Krisenmodus. Diese Woche hat Hinz in Ruhpolding trainiert, andere Termine wie Empfänge sind abgesagt. Auch ihr Urlaub fällt flach. Hinz wollte nach Vietnam reisen und ihr Patenkind besuchen. Das ist nun nicht mehr möglich. Sie wird bis 4. Mai, wenn sich die Athleten wieder treffen, zu Hause bleiben. Dann soll die Vorbereitung auf die nächste Saison starten – hoffentlich ganz normal.

Biathlet Arnd Peiffer blickt auf nicht ganz einfache Saison zurück

„Da ist das Ding“, jubelte Arnd Peiffer bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Ant­holz. Mit der Herren-Staffel hat er Bronze gewonnen. Ansonsten stehen noch vier Weltcup-Podestplätze in dieser Saison zu Buche für den in Holzkirchen wohnenden Sportler. Ein Sieg gelang ihm in diesem Winter nicht.

Die deutschen Biathleten blicken auf eine nicht ganz einfache Saison zurück. Anfangs lief es gar nicht, nur Benedikt Doll durfte über einen Weltcupsieg jubeln. Peiffer, der am 18. März seinen 33. Geburtstag feierte, war dennoch immer für eine Topplatzierung gut und zeigte meist konstant starke Leistungen.

Allerdings klappte das beim Saisonhöhepunkt, den Titelkämpfen in Südtirol, nur teilweise. Seinen guten siebten Platz im Sprint verbesserte Peiffer in der Verfolgung noch auf Rang 5. Als 21. des Massenstarts und 50. im Einzel konnte er natürlich nicht zufrieden sein, umso schöner war der Bronzeerfolg mit der Staffel.

Und dann war plötzlich Schluss: Die Saison endete in Finnland statt in Oslo. Sprint-Olympiasieger Peiffer freute sich in Kontiolahti über einen ordentlichen Abschluss der Saison, den er mit Platz 5 in der Verfolgung klar machte. Zuvor war er im Sprint auf Platz 9 gelaufen. In der Gesamt-Weltcupwertung landete Peiffer auf dem elften Platz. ft

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