Tölzer Löwen kassieren zwei bittere Pleiten zum Christfest

Emotionslos und technische Schwächen

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Gute Premiere zwischen den Löwen-Pfosten: Backup-Goalie Mirko Davi machte seine Sache ausgesprochen gut.

Bad Tölz – Dass die Tölzer Löwen die beiden Partien über das Weihnachtswochenende wieder verloren haben, kommt nicht gerade überraschend. Erstaunt hat die Fans aber durchaus, wie die Niederlagen zu Stande gekommen sind. Die 1:6 (3:0, 2:0, 1:1)-Klatsche vor dem Christfest beim SC Riessersee versaute einigen Fans die Vorfreude auf den Heiligen Abend.

Plan- und emotionslos ließen sich die Buam da vom „Erzfeind regelrecht vorführen. „ Das war für mich absolut unverständlich und enttäuschend“, kommentierte Headcoach Rick Boehm im Anschluss das Geschehen auf dem Eis.

Enttäuschend dann auch der Auftritt am Zweiten Weihnachtsfeiertag zu Hause gegen den Tabellennachbarn aus Bad Nauheim, der mit 3:4 (2:1, 1:2, 0:1) verloren ging. Nicht dass sich die Tölzer nicht bemüht hätten. Sie zeigten durchaus wieder Kampfeswillen und Einsatz, aber das was dabei herauskam, war sicher nicht Zweit-Liga-würdig. Schlechte Pässe am laufenden Band, technische Fehler und überdies Geschenke an die gegnerischen Angreifer führten schließlich dazu, dass von zwei schlechten Mannschaften, die etwas weniger schlechte am Ende die drei Punkte mitnehmen durfte. „Die Jungs wirkten heute nervös, etwas unsicher“, kommentierte dies der ECT-Trainer.

„Riessersee hat die Zähler ganz klar verdient. Spielerisch waren wir nicht in der Lage, etwas Vernünftiges auf das SCR-Tor zu bringen“, zeigte sich Boehm in Garmisch restlos bedient. Der einzige aus dem Löwenrudel, der sich im Werdenfels eine positive Note verdient hatte, war der aufmerksame Goalie Andreas Mechel. Es war nicht zuletzt seinen Paraden zu verdanken, dass der Sieg des SC Riessersee nicht noch höher ausgefallen ist. Im Übrigen war das Verhalten der Tölzer Defensivreihe genauso desaströs wie das ihrer Sturmkollegen, die kaum einmal vor dem Garmischer Gehäuse auftauchten. Der Ehrentreffer für die in nahezu allen Belangen überforderten Gäste gelang dann Chris St. Jacques (41.).

Nach der unnötigen Pleite gegen Bad Nauheim war dann die besinnliche Weihnachtsstimmung endgültig dahin. Den ersten Fauxpas mit Konsequenzen leistete sich Christian Kolacny, als er im eigenen Drittel die Scheibe an James Livingston vertändelte. Der Stürmer passte zu Mike McNamee, der mit einem platzierten Schuss zur frühen Gäste-Führung traf (2.). Nur ein Löwe konnte diesmal mit der nötigen Abschlusspräzision überzeugen: Der Finne Joonas Vihko traf sogar doppelt und drehte zwischenzeitlich die Partie für seine Mannschaft.

Eine unübersichtliche Situation vor dem Tölzer Gehäuse, die mit dem Treffer zum 3:2 für die Gäste und einer Matchstrafe für ECT-Goalie Andreas Mechel endete, war der Aufreger der Begegnung: Der Torhüter hatte die Fassung verloren und sich auf einen Bad Nauheimer Angreifer gestürzt. „Der Torwart hat das Recht den Torraum zu verteidigen. Ich kann dem Andreas, weil es aus der Emotion heraus kam, jetzt keinen großen Vorwurf machen. Natürlich ist es ungünstig, wenn man die Stockhand dazu hernimmt. Das gibt dann dem Referee den Grund eine Matchstrafe auszusprechen“, kommentierte Boehm die Situation.

Mit der Strafzeit kam dann auch der Einsatz und Leben ins Tölzer Spiel. Und Mirko Daví zu seinem ersten Punktspiel-Einsatz zwischen den Löwen-Pfosten. Lange hielt der 18-jährige seinen Kasten mit einigen starken Saves sauber. Doch dann folgte das nächste unfreiwillige Gastgeschenk. Einen Katastrophenpass von Marcel Rodman nutzte Nauheims Topscorer Cody Sylvester zum entscheidenden Treffer (46.). „Wir waren nicht so richtig gut. Hatten viele Ausfälle.

Gerade in so einem Spiel mit vielen Strafzeiten merkt man, dass die Kräfte bei drei Reihen sehr knapp werden. Es war sicher keine spielerische Glanzleistung, aber was zählt sind die drei Punkte“, durfte sich da der Gäste-Trainer Petri Kujala freuen. Boehm versuchte letztlich seine Buam zu motivieren: „Man muss aus der letzten Hälfte die positiven Sachen herausziehen. Das dann im nächsten Match auch umsetzen. Und zwar von Anfang an.“

Ewald Scheitterer

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