Zu Hause hui, auswärts pfui

Tölzer Löwen schlagen Frankfurt und verlieren in Weißwasser

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„Väter des Siegs“ über die Frankfurter Löwen (v.li.): Andreas Pauli, Steven MacAulay und Hannes Sedlmayr.Foto: ejs

Bad Tölz– Der Goldhelm, den Steven MacAulay für den verletzten Kyle Beach tragen durfte, schien den kanadischen Angreifer der Tölzer Löwen am vergangenen Freitag regelrecht zu beflügeln. Er rackerte vorbildhaft und hatte großen Anteil daran, dass die Buam den hohen Favoriten aus Frankfurt letztlich mit 4:3 (1:0, 1:3, 1:0, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen niederkämpften. Wenig zu erben gab’s dann allerdings für den Isarwinkler Rumpfkader am vergangenen Sonntagabend in Weißwasser. Mit 0:7 (0:1, 0:2, 0:4) gingen sie dort sang- und klanglos unter.

Kaum einer der lediglich 1.105 Tölzer Fans, die die Partie gegen Frankfurt sehen wollten, glaubte vor dem Match, dass die heimischen Kufencracks etwas Zählbares würden holen können. Neben der bekannten Auswärtsstärke des Gegners konnte das ECT-Team gerade einmal 15 Feldspieler aufbieten: Es fehlten vor allem der erkrankte Valentin Gschmeißner, Andreas Schwarz (Hüftverletzung), Kyle Beach (Sprunggelenk) und Yannick Drews (leichte Gehirnerschütterung). Und bereits das erste Drittel zeigte dann auch deutlich auf, dass es auf eine Abwehrschlacht hinauslaufen würde. Während die Tölzer Offensive so gut wie nicht vorhanden war, kämpften die Buam in der Abwehr mit unbändigem Willen gegen die schier erdrückende Frankfurter Übermacht. Unterstützt von einem ausgezeichnet disponierten Ben Meisner zwischen den Pfosten.

Doch der entscheidende Fauxpas im ersten Abschnitt unterlief dem gebürtigen Tölzer Leon Hüttl an der offensiven blauen Linie. Ihm versprang die Scheibe, die sich Philipp Schlager schnappte, aufs Frankfurter Tor zustürmte und nur noch regelwidrig gebremst werden konnte. Den fälligen Penalty verwandelte MacAulay souverän. Daraufhin erhöhten die Gäste den Druck weiter und kamen bei insgesamt 54 Versuchen zu doppelt so vielen Torschüssen als die Hausherren. Dies spiegelte sich dann auch im Ergebnis wider, als Frankfurt durch Maximilian Faber, Antti Kerälä und Max Eisenmenger auf 3:1 davon zog.

Doch die Löwen kämpften unverdrossen weiter, wurden jetzt auch offensiv etwas stärker und kamen durch Andreas Pauli zum Anschluss. Als dann acht Minuten vor Schluss Kevin Wehrs die Scheibe im Powerplay zum Ausgleich in den Frankfurter Kasten hämmerte, war der Jubel in der „weeArena“ unbeschreiblich. Gesteigert wurde der nur noch beim Penaltyschießen, als zuerst MacAulay traf, Meisner überragend hielt und letztlich Pauli den insgesamt zehnten Penalty zum Löwensieg verwandelt hatte. „Wir spielten auch in den letzten Wochen gut, es war nur eine Ergebniskrise drin - das weiß ich auch. Aber die Mannschaft ist intakt, wir spielen gutes Eishockey und machen es jedem Gegner schwer“, jubelte da Coach Markus Berwanger.

Lediglich über zwei Drittel konnten die Löwen dann am Sonntag in Weißwasser einigermaßen Paroli bieten. Vorentscheidend für die Klatsche war hier wohl der Doppelschlag der Hausherren in der 35. Minute. „Bis dahin haben wir ganz gut mitgehalten“, musste der ECT-Trainer eingestehen. Doch gegen die mit vier Angriffsreihen angetretenen Lausitzer Füchse war der Tölzer Rumpfkader letztlich total überfordert. „Weißwasser hat hohes Tempo gemacht, viel Druck erzeugt, hat das Match verdient gewonnen“, gab dann auch Berwanger zu.

Bereits am vergangenen Freitagmorgen hatte die Löwen zudem eine wenig erfreuliche Nachricht erreicht. Die Absage des Bietigheim-Spiels vor Wochenfrist wegen der katastrophalen Straßenverhältnisse wurde von der DEL II-Führung nicht anerkannt. So wurde die Partie mit 5:0 Toren und drei Punkten am grünen Tisch für die Steelers gewertet. Allerdings wollen die Tölzer Löwen beim Schiedsgericht Klage gegen diese Entscheidung einreichen. ejs

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