Starke Youngster, gute Lehrstunde

Tölzer Löwen schlagen Füssen und verlieren gegen Red Bull Salzburg

Löwen-Heimkehrer Marco Pfleger (r.) sorgte auch gegen Red Bull Salzburg für ein viel umjubeltes Erfolgserlebnis.

Bad Tölz – Unterschiedlicher hätten die beiden letzten Partien der Vorbereitungs-Serie der Tölzer Löwen zur Saison 2018/20 nicht sein können. Stand am vergangenen Freitag noch mit dem Altmeister EV Füssen, der aktuelle Oberliga-Aufsteiger den Gelbschwarzen gegenüber, der dann auch von einem Isarwinkler „Jugendteam“ locker mit 8:2 aus dem Tölzer Eishockey-Tempel geschossen wurde, so mussten die heimischen Kufenflitzer dann am Sonntag, ebenfalls auf eigenem Eis, eine 2:6 (0:3, 0:2, 2:1)-Niederlage gegen das österreichische Spitzenteam von Red Bull Salzburg hinnehmen.

Ihre Chance sich bei den Löwen zu beweisen bekamen gegen Füssen drei ganz junge Tölzer aus dem DNL-Team: Oliver Ott, Thomas März und Maximilian Leitner drückten dem Spiel ihren Stempel auf. „Ich bin sehr froh, dass uns die jungen Spieler zur Verfügung stehen“, konstatierte Coach Kevin Gaudet angesichts der Verletzungsmisere: „Drei Mann sind 17 Jahre alt, einer 18, ein paar 20. Und alle haben heute wirklich hervorragend gespielt.“ Von den acht erzielten Treffern wurden sieben von Akteuren erzielt, die durch die Tölzer Nachwuchs-Mannschaften gewandert sind. Einziger Wermutstropfen der Begegnung: Stefan Reiter wurde im ersten Drittel unfair gecheckt und musste zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gefahren werden. Dies kommentierte der ECT-Trainer: „Ich bin sehr enttäuscht über die Eishockey-Götter. Sie haben uns noch einen Verletzten gegeben. Wir haben jetzt auch noch Reiter verloren, das sieht nicht gut aus.“ Der junge Stürmer reiht sich wohl in die Liste der Langzeit-Verletzten ein, die jetzt schon vier Namen trägt.

Sicherheitshalber hatte sich der Löwencoach bereits vor der Partie dazu entschieden, Tyler McNeely, Shawn Weller und Max French diesmal zu schonen. Alle drei haben kleine Blessuren. Klare Botschaft Gaudets: „Die Saison fängt nächste Woche an.“

Die Stürmer Ott und März trugen sich auch gleich im ersten Drittel direkt in die Torjäger-Liste ein. Ott traf doppelt, März einfach. Schon im Auftaktdrittel war ein deutlicher Klassenunterschied zu erkennen. Da bekam etwa Goalie Andreas Mechel lediglich einen einzigen Schuss auf seinen Kasten. Auch im zweiten Drittel spielten die Löwen zunächst sehr effizient. Mit Christoph Kiefersauer und Maximilian Leitner nutzten erneut zwei (ehemalige) Junglöwen ihre Chancen und stellten auf 5:0. Doch mit zunehmender Spieldauer nahmen die Buam einen Gang heraus, womit auch Füssen zur einen oder anderen Möglichkeit kam. Dejan Vogl und Lubos Velebny trafen für Füssen. Mit den Toren durch Luca Tosto, Hannes Sedlmayr und Lubor Dibelka spiegelte dann auch das Endergebnis die deutliche Tölzer Überlegenheit wider.

Durchaus als Achtungserfolg war dann das letzte Testspiel für die Tölzer Löwen zu bewerten, auch wenn es vor knapp 1800 Zuschauern eine 2:6-Pleite gegen den EC Red Bull Salzburg setzte. Als etwa Marco Pfleger zum zwischenzeitlichen 1:5 traf, explodierte die „weeArena“ als wäre gerade der Treffer zum Playoff-Einzug gefallen. Die heimischen Fans gaben wirklich alles.

Das Top-Team aus Salzburg gab sich als äußerst fairer und spielfreudiger Gast und brachte ein Stück CHL-Glanz ins Tölzer Stadion. Löwen-Coach Kevin Gaudet schwärmte nach dem Spiel von deren Passqualität: „Die Videoanalyse wird mir viel Spaß machen.“

Bereits nach 20 Minuten hatten die Salzburger dreimal getroffen. „Wir haben gesehen, was schnelles Eishockey ist. Das war toll anzuschauen“, so der ECT-Trainer. Mit dem Start ins zweite Drittel wurden die Löwen offensiv wieder mutiger. Ins Netz trafen freilich erneut die österreichischen Gäste zweimal.

„Das Resultat ist vielleicht höher ausgefallen, als es das Spiel aussagt“, meinte dann auch Red Bull-Coach Matt McIlvane. Doch auch die Löwen hatten hier und da etwas Fortune. Sinisa Martinovic erwischte einen starken Tag im Tor, zeigte in vielen Situationen seine Klasse. Spätestens aber nach den beiden Toren von Marco Pfleger und Tyler McNeely konnte man aus Löwensicht auch mit diesem Auftritt nicht unzufrieden sein. „Ein schön anzuschauender Spaß“, merkte da noch Gaudet an: „Für uns eine perfekte Lehrstunde.“ Ewald Scheitterer

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