Berwanger vor die Tür gesetzt

Tölzer Löwen trennen sich ab sofort von ihrem Cheftrainer

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Gehen jetzt getrennte Wege: Florian „Flocko“ Funk (li.) übernimmt ab sofort das Löwentraining von dem geschassten Markus Berwanger.

Bad Tölz – Die Ära Markus Berwanger als Trainer der Tölzer Löwen ist Geschichte:  ECT-Präsident Hubert Hörmann und TEG-Geschäftsführer Christian Donbeck kamen zu dem Ergebnis: den Cheftrainer mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden.

Donbeck teilte anschließend seinem 55-jährigen Spezl die Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mit. „Wir mussten aufgrund der sportlichen Entwicklung leider zum Entschluss kommen, dass wir eine Änderung auf der Trainerposition vornehmen müssen“, erklärt Donbeck die Beweggründe: „Das war eine sehr schwere Entscheidung, erstrecht für mich, da ich Markus seit 30 Jahren kenne“.

Die Tölzer Löwen betonen ausdrücklich, dass Markus Berwanger nicht die alleinige Schuld an der negativen Entwicklung auf dem Eis trage. „Er hat mit unglaublich viel Herzblut und Engagement gearbeitet und an der Bande hundertprozentigen Einsatz geliefert“, so der Geschäftsführer: „Wir müssen uns in der augenblicklichen Situation alle hinterfragen“. Der Rauswurf ist den Verantwortlichen alles andere, als leicht gefallen, da es nicht nur um einen Trainer, sondern auch um einen Menschen geht. „Das vergisst man bei dem ganzen Profigeschäft nur zu oft“, so Donbeck.

Markus Berwanger selbst war es in einer ersten Stellungnahme ebenfalls wichtig, zu betonen, dass die Trennung für alle Seiten fair verlaufe: „Ich habe jeden Tag hart gearbeitet. Wir haben alles versucht. Im Eishockey sieht man sich ja vielleicht mal wieder - wir sind ja eine Familie. Ich habe mir das auch anders vorgestellt, aber es ist nun mal, wie es ist.“

Nun stehen auch die Spieler der DEL II-Mannschaft mehr in der Pflicht, als zuvor. Des Öfteren war in der Vergangenheit zu hören, dass es in der Kabine rumort hat. Ein Hinweis auf die erheblichen Leistungsschwankungen bei den Auftritten der Buam. So folgte etwa zuletzt dem unerwarteten Erfolg über Frankfurt, als wegen des von zahlreichen Verletzungen zur Verfügung stehenden Rumpfkaders, vor der Partie kaum einer an einen Punktgewinn gegen den hohen Favoriten geglaubt hatte, eine desaströse Vorstellung in Weißwasser, die Berwanger erneut mit den lapidaren Worten kommentiert hatte, dass der Gegner eben besser gewesen wäre. „Wir werden uns in den nächsten Wochen nicht davor scheuen, auch unpopuläre Entscheidungen im Kader zu treffen“, erklärt jetzt der Geschäftsführer.

Bei noch 15 ausstehenden Hauptrunden-Spieltagen und sieben Punkten Rückstand auf die Pre-Playoffs, hat der neue Trainer immerhin noch die Chance, die Mannschaft auf Platz zehn zu führen. „Wir möchten den neuen Trainer nicht vor eine unlösbare Aufgabe stellen. Jetzt ist die letzte Möglichkeit, dass wir dem neuen Trainer noch eine Plattform geben können, auf der gewisse Ziele noch zu realisieren sind“, erklärt Donbeck. Die aktuellen Trainingseinheiten werden vorerst vom bisherigen Co-Trainer Florian Funk geleitet. Zudem werden aktuell Gespräche mit möglichen Nachfolge-Kandidaten mit Hochdruck geführt. ejs

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