„Favoritensiege nach einsamen Läufen“

Über 350 Athleten gehen beim Hohenburger Schlosslauf des Lenggrieser Skiclubs an den Start

Zieleinlauf: Daniel Götz.
+
Über 350 Athleten gehen beim Hohenburger Schlosslauf des Lenggrieser Skiclubs an den Start. Hier: Götz Daniel beim Zieleinlauf

Lenggries – Es waren durchwegs einsame Rennen, die die Spitzenläufer beim Hohenburger Schlosslauf 2021 am Samstag ablieferten.

In erster Linie wohl wegen mangelnder adäquater Konkurrenz. Beim arg dürftigen Hauptfeld mit lediglich 45 Teilnehmern, davon nur zwölf Frauen und 33 Männer, stellten Daniel Götz und Amanda Reiter die Tagesbestzeiten ein.

So hatte die Lenggrieserin, für den PTSV Rosenheim am Start, im Ziel, das sie nach 40:01 Minuten erreichte, rund eineinhalb Minuten Vorsprung vor der zweitplatzierten Anna-Lena Kirschke (41:36 min./WSV Bad Tölz). Ähnlich einsam verlief auch das Rennen des Neu-Tölzers Götz (SV Berg­dorf-Höhn), der bereits beim ersten Durchlauf im Start-/Zielbereich einen riesigen Vorsprung innehatte. Als er nach acht Kilometern und 28:58 Minuten den Zielstrich passierte, lag er knapp über drei Minuten vor dem Zweitplatzierten Arzbacher Tom Scheifl (LC Tölzer Land), der 32:07 Minuten benötigte. Der lag wiederum ganze 42 Sekunden vor dem Dritten Georg Kinateder (LG Stadtwerke München). „Gut, dass ich mich nicht habe verleiten lassen und nicht versucht habe, mich an Daniel Götz dran zu hängen. Da wäre ich spätestens am langen Anstieg ,gestorben‘“, gab Scheifl nach dem Rennen zu: „Nach geschlagenen eineinhalb Jahren Wettkampf-Pause war das für mich eine super Zeit. Mehr war einfach nicht drin.“

„Ich habe bei dem langen Anstieg richtig bluten müssen.“

Götz war überrascht, über seine glänzende Zeit: „Das war heute wirklich eine harte Nummer. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mit 32 Jahren noch so verkalkuliere.“ Möglicherweise sei es die Euphorie darüber gewesen, „dass überhaupt wieder etwas stattfindet“, dass er wie die Feuerwehr vom Start weg losgelegt hatte: „Das war viel zu schnell und dafür habe ich dann bei dem langen Anstieg auch richtig bluten müssen. Eigentlich ein typischer Anfängerfehler.“

Fast schon entschuldigend meinte hingegen Frauensiegerin Amanda Reiter: „Eigentlich konnte ich gar nichts dafür, dass ich gewonnen habe. Ich bin immer nur alleine gelaufen und habe weit und breit keine Konkurrenz gesehen“, so die 54-Jährige. Mit ihrer Zeit von 40.01 Minuten war sie „eher nicht zufrieden“. Allerdings räumte sie ein: „Keine Wettkämpfe, keine richtige Vorbereitung auf die Saison. Im Frühjahr wusste ich ja noch gar nicht, ob der Schlosslauf überhaupt stattfinden würde.“

Richtig voll war es hingegen auf dem Hohenburger Schulgelände, Massen an Zuschauern wie zu ganz „normalen Zeiten“, als mit den Bambinis die jüngsten Teilnehmer auf die 500 Meter Runde gesandt wurden. Und die Kinderaugen strahlten dann noch ein kleines Stückchen heller, als jeder Teilnehmer eine Gold-Medaille umgehängt bekam.

„Bei meinem ersten Mal als Schirmherr des Schlosslaufs hätte ich gerne auf einen Schirm verzichtet“, schmunzelte der Lenggrieser Bürgermeister Stefan Klaffenbacher, als sich zum Bambinistart einige dunkle Wolken über dem Wettkampf-Gelände entleerten. Doch glücklicherweise verzogen sich diese schnell. Die Sonne kam heraus, die Temperaturen stiegen, sodass es gerade zu den Hauptläufen hin „schon wieder ganz schön dampfig war“, wie Alfred Barth, der Erste ROC-Vorsitzende, im Ziel ziemlich erschöpft anmerkte.

Besonders den Kindern war die Freude anzusehen

„Es freut mich riesig, dass nach der langen Corona-Pause eine so große Veranstaltung mit über 350 Teilnehmern stattfinden kann“, betonte Klaffenbacher: „Gerade bei den Kindern sieht man deutlich, mit welch großer Freude sie bei der Sache sind.“

Die Ursache für das überaus dünne Starterfeld bei den Erwachsenen sahen viele darin, „weil heuer keine komplette Raiffeisen Oberland Challenge (ROC) durchgezogen wird“, erklärte Hans Aschenloher, der nordische Sportwart des ausrichtenden Lenggrieser Skiclubs.

Übrigens: Mit schnellen Siegerehrungen jeweils gleich nach den Rennen sollten größere Menschenansammlungen vermieden werden, doch die Technik spielte den Verantwortlichen einen Streich. Da sich die endgültige Auswertung gerade des ersten gewerteten Laufs der Altersklasse U10 endlos hinzog, war der Schlosshof wie bei einem ganz „normalen ROC-Lauf“ mit Eltern, Zuschauern und spielenden Kindern gut gefüllt. Erst als nach großer Verzögerung die ersten Siegerehrungen über die Bühne gegangen waren, leerte sich das Hohenburger Schulgelände und Corona-bedingter Hygieneabstand konnte wieder eingehalten werden. Ewald Scheitterer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Bestleistungen und Siege für Sportler aus dem Landkreis Miesbach
Lokalsport
Bestleistungen und Siege für Sportler aus dem Landkreis Miesbach
Bestleistungen und Siege für Sportler aus dem Landkreis Miesbach
Erfolgreiche Meisterschaft für Franzi Kadlec und Sarah Bauer
Lokalsport
Erfolgreiche Meisterschaft für Franzi Kadlec und Sarah Bauer
Erfolgreiche Meisterschaft für Franzi Kadlec und Sarah Bauer

Kommentare