Lenggrieserin für Abfahrten in Kanada nominiert

Wenig feiert Weltcup-Debüt in Lake Louise 

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Statt Stangenwald jetzt High Speed: Michaela Wenig feiert Weltcup-Premiere in der Abfahrt von Lake Louise.

Lenggries-Winkel – „Das ist ja supergeil. Ich darf im Weltcup starten“, jubelt Michaela Wenig, nachdem sie für die beiden Abfahrten im kanadischen Lake Louise nominiert wurde.

Zusammen mit Veronique Hronek (SV Unterwössen), Viktoria Rebensburg (SC Kreuth), Maria Höfl-Riesch (SC Partenkirchen) und Gina Stechert wird die Nachwuchshoffnung des Lenggrieser Skiclubs dort am Freitag und Sonntag in der alpinen Königsklasse die deutschen Fahnen (SC Lenggries) hoch halten. Freilich deutete sich Michaela Wenigs Weltcup-Premiere zuletzt bereits an: Während alle anderen alpinen Isarwinkler Nachwuchsstars ihre ersten Auftritte der Saison 2012/13 auf internationaler Bühne bereits absolviert hatten, drehte die Ski-Rennläuferin aus dem Lenggrieser Ortsteil Winkel nach wie vor Trainingsrunden. Das allerdings seit etwa zweieinhalb Wochen mit der nationalen Speedmannschaft der Damen in den USA und in Kanada. Damit wurden ihre Hoffnungen genährt, dass es etwas wird mit ihrem ersten Weltcup-Start ihrer noch jungen Karriere. Beim Super-G am Samstag an gleicher Stelle wird das Nachwuchstalent als fünftes Rad am Wagen sich voraussichtlich mit der Zuschauerrolle begnügen müssen, da dem Deutschen Skiverband in dieser Disziplin lediglich vier Startplätze zur Verfügung stehen. In ihren Erwartungen ist die 20-jährige Ski-Rennläuferin relativ bescheiden: „Erst einmal konnte ich hier gut Super-G und Abfahrt trainieren, hatte die Möglichkeit die großen internationalen Pisten in USA und Kanada einmal kennenzulernen. Erfahrung sammeln hat dann auch bei meinem ersten Weltcup-Start Priorität.“ Prinzipiell zählt Michaela Wenig mit C-Kaderstatus zur DSV Lehrgangsgruppe I b und damit offiziell zur deutschen Europacup (EC)-Mannschaft. „Aber in der EC-Mannschaft sind eigentlich nur die Technikerinnen, deshalb durfte ich mit dem Speedteam nach USA mitfahren.“ Nach wie vor macht der Rücken der jungen Winklerin Probleme. „Aber das bin ich mittlerweile schon gewohnt. Ich weiß wo ich aufpassen muss, weiß wie viel ich meinem Körper zumuten kann und wann er eine Pause braucht. Außerdem habe ich im Speedbereich fast gar keine Probleme.“ Ganz anders sieht es da bei ihr in den technischen Disziplinen aus: Riesenslalom geht noch einigermaßen, aber Slalom, wo starke Querkräfte auf den Körper einwirken, fährt sie nicht mehr. Bereits im vergangenen Winter durfte Michaela Wenig in den Speedbereich hinein schnuppern und war da auch für die Junioren-WM 2012 in Italien nominiert. Für sie im Nachhinein betrachtet allerdings eine Schneiderfahrt, da beide Speed-Disziplinen witterungsbedingt ausgefallen sind. Auch war sie mit den schnellen deutschen Damen im September zweieinhalb Wochen im Trainingslager in Chile: „Da konnten wir richtig gut trainieren und es ist für mich richtig gut gelaufen.“ „Beruflich“ stockt es derzeit ein wenig bei Michaela Wenig, die nach wie vor in einem Förderprogramm der Sporthilfe integriert ist: „Für eine Behördenstelle wurde ich wegen meines Rückenleidens als untauglich abgelehnt.“ Doch um auf höchstem Niveau Skifahren zu können, dafür ist ihr Rücken offensichtlich gut genug – schon irgendwie seltsam. Dass sie’s drauf hat, will sie jetzt am Wochenende auf der Abfahrtspiste von Lake Louise beweisen. Ewald Scheitterer

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