Tennis-Star ist ausgereist

Trotz Abreise von Australian Open: Djokovic droht weiter Ärger - auch Wimbledon fraglich

  • Christoph Klaucke
    VonChristoph Klaucke
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Novak Djokovic darf nach einem Einreise-Krimi nicht an den Australian Open teilnehmen. Auch beim nächsten Grand Slam droht das Aus. Der News-Ticker.

  • Am Montag (17. Januar) starten die Australian Open in Melbourne.
  • Novak Djokovic muss Australien verlassen, sein Einspruch gegen die Annullierung seines Visums wurde abgelehnt.
  • Dem Tennis-Star droht auch beim nächsten Grand Slam das Aus (siehe Update vom 17. Januar, 12.10 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird laufend aktualisiert.

Update vom 18. Januar, 13.45 Uhr: Das Chaos und die Schlagzeilen um Novak Djokovic reißen einfach nicht ab. Nun droht dem Weltranglistenersten auch das Aus für Wimbledon! Die Organisatoren des Rasenklassikers in London wollen dem ungeimpften Serben laut Medienberichten bislang keine Zusicherung für eine Teilnahme in diesem Sommer geben. Auch ein Start bei den French Open sowie den US Open ist ohne Impfung gegen das Coronavirus fraglich.

Demnach sollen die Turnier-Verantwortlichen in Wimbledon bereit sein, die Corona-Maßnahmen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus zu verschärfen. Das berichten die britischen Tageszeitungen Mirror und Telegraph am Dienstag. Die britische Regierung erlaubt ungeimpften Sportlerinnen und Sportlern aus dem Ausland weiterhin, im Land zu spielen und zu trainieren

Djokovic landet nach Australien-Abschiebung in Serbien - und verschwindet durch Nebenausgang

Update vom 17. Januar, 13.30 Uhr: Der serbische Tennisstar Novak Djokovic ist nach seiner erzwungenen Ausreise aus Australien in Belgrad gelandet. Das Flugzeug mit dem 34-Jährigen kam am Montagmittag in der Hauptstadt seines Heimatlandes an. Der Weltranglisten-Erste verließ danach durch einen Nebenausgang den Flughafen und äußerte sich nicht. Djokovic war am Montagmorgen zunächst in Dubai gelandet. Der Weltranglisten-Erste war am Sonntagabend aus Melbourne abgereist, nachdem das Bundesgericht Australiens seinen Einspruch gegen die Annullierung des Visums abgelehnt hatte.

Update vom 17. Januar, 13.10 Uhr: Novak Djokovic wird nach seiner Ankunft am Flughafen in Belgrad offenbar ein Statement zu seiner Ausweisung aus Australien geben. Alle Entwicklungen können Sie hier im News-Ticker verfolgen.

Update vom 17. Januar, 12.10 Uhr: Nach der Ausweisung aus Australien drohen dem Tennis-Weltranglistenersten Novak Djokovic auch beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres Probleme. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf französische Regierungsquellen berichtete, müssen offenbar sämtliche Sportler, die im Land künftig an Wettkämpfen teilnehmen wollen, gegen das Coronavirus geimpft sein.

Dies steht im Widerspruch zu dem, was Sportministerin Roxana Maracineanu Anfang Januar bezüglich eines Djokovic-Starts bei den French Open in Paris (22. Mai bis 5. Juni) erklärt hatte. Ein Sportler, "der nicht geimpft ist, kann am Wettbewerb teilnehmen, weil das Protokoll, die Gesundheitsblase dieser großen Sportveranstaltung, dies erlaubt", sagte Ministerin am 7. Januar bei France Info.

Derzeit ist es nicht erforderlich, geimpft zu sein, um in Frankreich einzureisen, aber der Impfnachweis wird künftig für jeden verpflichtend sein, der eine "Einrichtung mit Publikumsverkehr" betritt. Djokovic ist ungeimpft, allerdings war bei ihm nach eigener Aussage Mitte Dezember eine zweite Corona-Infektion nachgewiesen worden. Derzeit gilt er damit als genesen.

Tennis-Star Novak Djokovic musste Australien verlassen.

Am Sonntagabend hatte der Präsident des französischen Tennisverbands (FFT), Gilles Moretton, erklärt, dass man mit den öffentlichen Behörden zusammenarbeite, welche "zu gegebener Zeit die Regeln für die Aufnahme von ungeimpften ausländischen Sportlern für unser Turnier präzisieren werden".

Djokovic wird gegen 12 Uhr deutscher Zeit am Flughafen in seiner serbischen Heimat erwartet. Gerüchten zufolge will sich der 20-malige Grand-Slam-Champion nach seiner Landung in Belgrad erstmals seit dem Visum-Ärger vor die Presse stellen.

Novak Djokovic: Australien macht Tennis-Star Hoffnung für die Zukunft

Update vom 17. Januar, 9.40 Uhr: Australiens Premierminister Scott Morrison lässt dem serbischen Tennisstar Novak Djokovic die Tür für eine Rückkehr ins Land vielleicht schon im nächsten Jahr offen. Dies deutete der Regierungschef am Montag in einem Interview des australischen Radiosenders 2GB an. Djokovic war das Visum von den australischen Behörden am Sonntag für drei Jahre entzogen worden.

Ein Comeback des 34-Jährigen bei den Australian Open, die der Serbe schon neun Mal gewonnen hat, scheint aber bereits 2023 möglich. Zur Gültigkeitsdauer der Einreisesperre sagte Morrison: „Sie geht über eine Drei-Jahres-Periode, aber es gibt die Möglichkeit (für Djokovic), unter den richtigen Umständen zurückzukommen.“ Er machte Djokovic Hoffnung auf ein frühere Einreise. Damit werde man sich zu gegebener Zeit befassen.

Novak Djokovic: Serbiens Präsident erhebt schwere Vorwürfe - „wie einen Massenmörder behandelt“

Update vom 17. Januar, 9.35 Uhr: Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat den Umgang der australischen Behörden mit dem serbischen Tennisstar Novak Djokovic scharf kritisiert. Seit seiner Ankunft in Australien sei der ungeimpfte Spitzensportler „schikaniert und gequält“ worden, sagte Vucic am Sonntag zur britischen BBC. Man habe ihn „wie einen Massenmörder behandelt“. Wenige Stunden zuvor hatte das australische Bundesgericht Djokovics Einspruch gegen die Annullierung seines Visums zurückgewiesen. Der 34-Jährige muss Australien verlassen und wird nicht an den am Montag beginnenden Australien Open teilnehmen.  

Die Schikanen gegen Djokovic hätten „beispiellose Ausmaße“ angenommen, sagte Vucic am Sonntag in serbischen Medien. Eine „Hexenjagd“ sei gegen ihn entfacht worden, die Medien hätten eine „Lynchstimmung“ erzeugt. „An Novak wollte man eine Exempel dafür statuieren, wie die Weltordnung funktioniert.“ Doch Djokovic könne „mit erhobenem Haupt“ nach Serbien zurückkehren.

Ähnlich äußerte sich die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic. Sie ereiferte sich darüber, dass der Anwalt der Regierung im Verfahren vor dem Bundesgericht darlegte, dass in Serbien weniger als 50 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft seien. Dies sei eine „offene Lüge“, meinte Brnabic. „Wir haben derzeit 58 Prozent vollständig geimpft, und 37 Prozent erhielten den Booster.“ Die Zahlen, die Brnabic angab, bezogen sich aber wahrscheinlich auf den Anteil der Geimpften unter der erwachsenen Bevölkerung. Unter der Gesamtbevölkerung hatte er nach Angaben von „Our World in Data“ zuletzt 47 Prozent betragen. 

Novak Djokovic: Familie äußert sich in emotionalem Statement

Update vom 16. Januar, 15.25 Uhr: Nun hat sich auch die Familie von Novak Djokovic zur Abschiebung des Tennis-Stars geäußert. Über die serbische Zeitung Telegraf lässt die Familie ausrichten: „Wir sind stolz auf den Kampf, den er geführt hat. Wir werden ihm helfen, die Schläge, die er einstecken musste, zu verarbeiten.“

Das volle Statement: „Wir sind sehr enttäuscht über die Entscheidung des Bundesgerichtshofs und die Tatsache, dass Novak Australien verlassen muss. Dabei ging es nicht nur um Sport und Spiel beim ersten Grand Slam der Saison, die Novak seit einem Jahrzehnt dominiert, sondern auch um Politik und alle Interessen, die in diesem Fall gesiegt haben.“

„Trotz des skandalösen Verhaltens gegenüber Novak glaubten wir, dass der Sport gewinnen würde. Wir glaubten, dass die vom Gericht bestätigte Tatsache respektiert würde – dass Novak ein gültiges Visum hat, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird und dass keine „öffentlichen Interessen“ eine Entschuldigung für die getroffene Entscheidung sein werden“, schreibt die Familie weiter.

„Dies sind schwierige Zeiten, insbesondere für Novak, aber was wir alle tun müssen, vor allem wir als seine Familie, ist, ihn mehr denn je zu unterstützen. Wir werden dort sein, um die Schläge zu teilen, die er erhalten hat, um ihm zu helfen, seine Energie wiederzugewinnen, sein Vertrauen in diesen Sport, vor allem in das Fairplay, das hier völlig fehlte. Wir sind stolz auf ihn und die Stärke, die er gezeigt hat, und den Kampf, den er mit Würde geführt hat. Wir glauben, dass er gestärkt aus dieser Situation hervorgehen wird und dass die Zeit zeigen wird, was er bisher unbestreitbar immer bestätigt hat, nämlich dass er ein großer Champion und ein Mann ist.“

Djokovic hat Australien verlassen - Vater: „Attentat vorbei, 50 Kugeln in seiner Brust“

Update vom 16. Januar, 13.55 Uhr: Nach seiner Niederlage vor einem Bundesgericht hat Tennisstar Novak Djokovic Australien noch am Sonntagabend verlassen. Der 34 Jahre alte Serbe hob um 22.52 Uhr (Ortszeit) mit Flug EK409 von Melbourne nach Dubai ab. Kurz vor 18.00 Uhr hatten die drei zuständigen Richter den Einspruch des Weltranglistenersten gegen die erneute Annullierung seines Visums vom Freitag zurückgewiesen.

Djokovic wird die am Montag beginnenden Australian Open verpassen, bei denen er mit neun Erfolgen Rekordsieger ist. In einem schriftlichen Statement hatte der Titelverteidiger bereits geäußert, dass er „extrem enttäuscht über die Entscheidung“ sei. Er hatte aber auch betont, diese zu respektieren und mit den zuständigen Behörden bezüglich seiner Ausreise zu kooperieren.

Unterdessen meldete sich Djokovics Vater zu Wort: „Das Attentat auf den besten Sportler der Welt ist vorbei, 50 Kugeln in Novaks Brust.“

Ursprungsmeldung: Melbourne - Niemand konnte damit rechnen, dass der Tennis-Star Novak Djokovic* mit seiner Einreise nach Australien am 5. Januar eine weltweit beachtete Kontroverse auslöste. Der ungeimpfte Weltranglistenerste wollte mit einer Ausnahmegenehmigung an den am Montag beginnenden Australian Open teilnehmen, nun wurde ihm nach langem Hin und Her endgültig das Visum entzogen

Novak Djokovic: Einreise-Krimi beendet - Tennis-Star muss Australien verlassen

Der Einreise-Krimi ist entschieden: Der Serbe Novak Djokovic kann seinen Titel bei den Australian Open nicht verteidigen und muss das Land verlassen. Der Weltranglisten-Erste hat am Sonntag in seiner Visums-Frage vor dem australischen Bundesgericht verloren. Wie das Gericht entschied, wurde der Einspruch des 34-Jährigen gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung des Visums abgelehnt. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es in der Bekanntgabe der drei Richter James Allsop, Anthony Besanko und David O‘Callaghan. Die Begründung solle frühestens am Montag, dem ersten Turniertag der Australian Open, erfolgen. Djokovic müsse die Kosten des Verfahrens zahlen.

„Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung“, teilte Djokovic kurz darauf in einer Stellungnahme mit, aus der mehrere Medien zitierten. Das Urteil ist die abschließende Wendung in der Einreise-Geschichte, die seit knapp zwei Wochen weit über die Tennis-Szene hinaus internationales Interesse auf sich gezogen hat. „Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Wochen gewesen bin, und ich hoffe, dass wir uns nun alle auf das Spiel und das Turnier, das ich liebe, konzentrieren können“, so Djokovic.

Novak Djokovic: Heftige Reaktionen aus der Heimat Serbien

Die Reaktionen aus Djokovics Heimat Serbien auf die Entscheidung fielen empört aus. „In Melbourne geschah die größte Schande in der Geschichte des Sports! Schäm dich, Australien!“, schrieb das Portal kurir.rs. „Das Recht hat verloren, die Politik hat gesiegt.“ Das Portal informer.rs titelte: „Erschüttert wie noch nie!“

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat mit Unverständnis auf die bevorstehende Ausweisung von Novak Djokovic aus Australien reagiert. Das habe er dem Tennisstar auch in einem Telefonat gesagt. Vucic sprach am Sonntag gegenüber serbischen Medien zudem erneut von einer „Hexenjagd“, die Djokovic in den vergangenen Tagen habe erleiden müssen.

Djokovic zieht offenbar keine weiteren juristischen Schritte in Erwägung. Er respektiere die Entscheidung des Gerichts und werde mit den entsprechenden Autoritäten kooperieren, was seine Abreise aus Australien betreffe, teilte er mit. Einem Bericht der Nachrichtenagentur AAP zufolge wäre eine Berufung vor dem High Court, dem höchsten Gericht Australiens, möglich gewesen. Die Erfolgschancen waren aber ohnehin gering.

Novak Djokovic muss aus Australien ausreisen.

Novak Djokovic: Ungeimpfter Tennis-Star darf nicht an Australian Open teilnehmen

Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat. Er wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung an den Australian Open teilnehmen, bei denen eigentlich nur geimpfte Spielerinnen und Spieler dabei sein dürfen.

Die Behörden hatten ihm in der vorigen Woche die Einreise verweigert. Eine erste Gerichtsentscheidung am Montag war zu seinen Gunsten ausgefallen, Djokovic hatte daraufhin die Vorbereitung auf die Australian Open fortgesetzt. Das erste Grand-Slam-Turnier der Saison hat der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger bereits neunmal gewonnen und zuletzt drei Jahre nacheinander triumphiert. Er ist Rekordchampion des Events.

Novak Djokovic verpasst Australian Open - Chance für Zverev?

Die Anhörung vor dem Bundesgericht hatte am Sonntagmorgen Ortszeit um 9.30 Uhr begonnen. Rund fünf Stunden später hatten sich die drei Richter für die Urteilsfindung zurückgezogen, ehe sie die Entscheidung am frühen Abend verkündeten. Mehr als 85.000 Menschen schauten zwischenzeitlich die entscheidende Sitzung auf dem YouTube-Kanal des Bundesgerichts.

Wie AAP berichtete, hatte Djokovic die Sitzung aus dem Büro seiner Anwälte in Melbourne verfolgt. Die Nacht vor der Verhandlung beim Bundesgericht hatte er in einem Abschiebehotel verbracht. Dort war er bereits für vier Tage gewesen, als ihm anfangs die Einreise verweigert worden war. Der abschließenden Verhandlung war eine tagelange Hängepartie vorausgegangen. Er werde sich nun ein bisschen Zeit nehmen, sich zu erholen, bevor er darüber hinaus weitere Kommentare abgebe, teilte Djokovic mit.

Mit seinem Aus steigen auch für Olympiasieger Alexander Zverev die Titelchancen. Der Hamburger hat sich vorgenommen, in Melbourne seinen ersten Grand-Slam-Titel zu erobern. (ck/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © IMAGO / Paul Zimmer

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