Schwerer Gegner im Sitzvolleyball

Paralympics: Deutschland muss gegen Riesen ran - er ist der zweitgrößte Mensch der Welt

Morteza Mehrzad überragt seine Teamkollegen um Längen.
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Morteza Mehrzad überragt seine Teamkollegen um Längen.

Bei den Paralympics müssen es die deutschen Sitzvolleyballer mit dem zweitgrößten Menschen der Welt aufnehmen. Der Riese ist kaum zu stoppen.

Tokio - Volleyball gehört zu den Sportarten*, bei denen die Körpergröße ein maßgeblicher Faktor ist. Besonders schwer wird es für den Gegner, wenn man den zweitgrößten Menschen der Welt in seinen Reihen hat - das gilt auch fürs Sitzvolleyball. Bei den Paralympics in Tokio trifft Deutschland auf den 2,46 großen Morteza Mehrzad und seine Iraner.

Das Sitzvolleyball-Team von Bundestrainer Michael Merten muss nun einen Weg finden, den Riesen zu stoppen, denn seine Schmetterbälle und Blocks lassen die Gegner regelmäßig verzweifeln. Bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro brachten sie dem Iran die Goldmedaille ein. „Ein netter Kerl, er bekommt über unseren Mannschaftsarzt seine Krücken“, sagt Merten. Er will das deutsche Team mit einer besonderen Taktik ausstatten. „Wenn er aufschlägt, stellen wir drei Blocker dagegen.“

Paralympics: Deutschland muss im Sitzvolleyball gegen einen Riesen antreten

Die Iraner sind mit sechs Paralympics-Goldmedaillen das Maß aller Dinge im Sitzvolleyball. Großen Anteil daran hat Mehrzad, der erst gar nicht Sitzvolleyball spielen wollte, wie sein Trainer Hadi Rezseigarkani erzählt. „Er hat Nein gesagt. Dann sind wir in seine Stadt gefahren, um ihn zu überreden. Er wollte nicht. Fünf Monate hat es gedauert.“ Durch einen TV-Bericht wurde der Coach überhaupt erst aufmerksam auf ihn.

Video: Morteza Mehrzad - der Volleyball-Gigant

„Als ich ihn zum ersten Mal sah, wusste ich, dass er eine Bereicherung für mein Team ist“, sagt der Trainer. Der Erfolg im Sitzvolleyball hat Mehrzads Leben völlig auf den Kopf gestellt, wie er bereits vor Jahren sagte: „Früher war ich einsam und deprimiert. Doch seitdem ich Sitzvolleyball spiele, hat sich mein Leben verändert.“ Der Koloss leidet an der Krankheit Akromegalie, durch die sein Körper übermäßig viele Wachstumshormone produziert. Größer als Mehrzad ist nur der Türke Sultan Kösen (2,51 Meter).

Paralympics: Iraner Morteza Mehrzad (2,46 Meter) ist beim Sitzvolleyball kaum zu schlagen

Durch einen Fahrradunfall mit 15 Jahren hörte sein rechtes Bein auf zu wachsen, seitdem ist er beim Gehen auf Krücken angewiesen. Zudem ist die Lebenserwartung von Menschen mit Akromegalie deutlich verringert. Durch seine enorme Größe hat er im Sitzvolleyball einen großen Vorteil. Wenn er zum Schmetterball ansetzt, sind seine Gegner meist machtlos, zudem ist es fast unmöglich, seinen Blocks zu entgehen. Mehrzads doppelhändige Blockhöhe (im Sitzen!) beträgt 1,96 Meter, das Netz ist „nur“ 1,15 Meter hoch.

Die deutschen Sitzvolleyballer müssen sich also etwas einfallen lassen, um den Riesen in Schach zu halten. Meist meiden Mehrzads Gegner seine Seite beim Angriff. Das Spiel steigt in der Nacht von Freitag auf Samstag. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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