Freestyle-Snowboard: European Open in Laax

1860-Vize Sitzberger stolz auf „Snowboardlöwe“ Mark Schrott

Annika Morgen macht einen Riesensprung in der Halfpipe der Laax Open.
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Hoch hinaus: Annika Morgan bei den Laax Open 2020, wo sie einen starken vierten Platz belegte.

Bisher waren es nur die Race-Spezialisten, die im Corona-Winter um Weltcup-Punkte kämpften. Am Dienstag, 19. Januar, legen nun auch die Freestyler los, und wie: Bei den Laax Open fliegen die weltbesten Halfpipe- und Slopestyle-Künstler um die Wette; unter ihnen zehn junge Hoffnungsträger von Snowboard Germany.

  • Der Star der „Laax Open“ ist die Superpipe: 6,90 Meter hoch, 200 Meter lang und 3,8 Mio. Euro teuer.
  • Auch Superstar Shaun White und Vorjahressieger Scotty James sind am Start.
  • Annika Morgen,18, aus Miesbach will ihren vierten Platz aus dem Vorjahr toppen.

Cortina, Carezza, Scoul, Bad Gastein. Die Race-Spezialisten von Snowboard Germany sind schon gut herumgekommen in diesem Corona-Winter. Ramona Hofmeister, Cheyenne Loch und Co. haben auch schon fleißig Podestplätze gesammelt auf ihrer Rundreise durch die Alpen. Ruhiger hatten es die Kollegen aus der Freestyle-Sparte, die erst an diesem Dienstag in den Weltcupwinter starten. Bei den European Open in Laax ist ein zehnköpfiges Rekordaufgebot von „SNBGER“ am Start, darunter ein Snowboardlöwe vom TSV 1860. Aber der Reihe nach.

Die „Laax Open“ gelten seit Jahrzehnten als Stelldichein der Freestyle-Elite. Satte Preisgelder (coronabedingt heuer „nur“ 140 000 SFR), prominentes Starterfeld, in normalen Jahren auch noch Livemusik, Party, Kommerz. Eine Messe der Halfpipe- und Slopestyle-Szene, die 2017 unter das Dach der FIS gepackt wurde, Olympia-Quali inklusive. Top-Stars wie US-Gigant Shaun White sind regelmäßig auf dem Crap Sogn Gion dabei, doch der wahre Star ist die 2016 erbaute „Superpipe“: 6,90 Meter hoch, 200 Meter lang und 3,8 Millionen Euro teuer – Superlative, die schon das Dabeisein zur Auszeichnung machen.

Snowboardlöwe: Der erst 16 Jahre alte Mark Schrott vom TSV 1860.

Unter die 200 Profis aus 25 Ländern, die der Pandemie zum Trotz ab heute am Start sind, mischen sich auch zehn Teilnehmer von Snowboard Germany. Los geht’s mit dem Slopestyle-Contest, in dem Annika Morgan als SNBGER-Hoffnung gilt. Die 18-Jährige aus Mittenwald war schon letztes Jahr dabei und will ihr Sensationsergebnis – Platz vier – wiederholen oder sogar toppen. „Das will ich auch in diesem Jahr schaffen“, sagt die als „Rookie of the year“ geehrte Sportlerin vom SC Miesbach: „Und das große Ziel in dieser Saison bleibt das Weltcuppodium.“ An ihrer Seite: zwei 19-jährige Talente aus Bischofswiesen (Noah Vicktor, Leon Gütl) und der zwei Jahre ältere Leon Vockensperger aus Rosenheim.

Für Morgan, die auch im Big Air startet und beim Auftakt am Kreischberg Platz 6 belegte, ist es bereits der zweite Weltcup des Winters. Trotzdem mischt sich bei ihr Corona-Unbehagen in die Vorfreude. „Die Atmosphäre ist schon etwas komisch“, berichtet sie aus Laax. Normal sei man bei solchen Contests „gemeinsam am Chillen“. Diese Disziplin falle heuer aus – „wegen der Abstands- und Hygieneregeln“.

Traditionell noch mehr Beachtung zieht der Halfpipe-Contest ab Donnerstag auf sich. Szenestars wie White, und Vorjahressieger Scotty James (Australien) haben sich angesagt. André Höflich, 23, ist aus deutscher Sicht der namhafteste Starter. 2020, bei seinem dritten Start in Laax, schaffte es der Allgäuer ins Finale (wo er Zwölfter wurde). Auch Leilani Ettel, 19, aus Pullach bringt dreifache Laax-Erfahrung mit (Plätze 20, 15, 10). Spannend sind aber auch die beiden Rookies, die Bundestrainer Michael Dammert nominiert hat: Florian „Flocki“ Lechner, 15, vom SC Ostin, ein gebürtiger Österreicher – und Mark Schrott, 16, vom TSV 1860.

Das Beispiel Linus Straßer hat ja gezeigt, dass man als Löwe keinen Ball am Fuß braucht, um sich einen Namen zu machen.

1860-Vizepräsident Hans Sitzberger.

Nicht nur bei Snowboard Germany, auch im Sechzig-Lager wird die Laax-Premiere des jungen Snowboardlöwen als Bestätigung für gute Entwicklungsarbeit angesehen. „Es macht uns stolz, dass in letzter Zeit nicht nur unsere Fußballer für positive Schlagzeilen sorgen, sondern auch die Wintersportabteilung“, sagte Vizepräsident Hans Sitzberger. Auch Bundestrainer Dammert sieht den aufstrebenden Junglöwen positiv. „Er macht sich extrem gut, ist sehr fleißig, fokussiert und motiviert. Intern nennen wir ihn Gentleman. Er versteht es, den Ladies auch mal ein Kompliment zu machen und ist allgemein ein sehr korrekter Mensch. Schade für ihn ist, dass dieses Jahr keine Zuschauer zugelassen sind. Normal ist nämlich extrem viel los in Laax, aber bestimmt wird es auch so ein megacooles Erlebnis für ihn.“

Snowboardlöwe Schrott: Spitzname Gentleman

Sieht Sitzberger genauso: „Wir wünschen Mark viel Spaß beim Reinschnuppern in die Welt der Snowboardstars. Das Beispiel Linus Straßer hat ja gezeigt, dass man als Löwe keinen Ball am Fuß braucht, um sich einen Namen zu machen.“

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