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Mega-Baustelle auf der A93: Regensburgs Pfaffenstein-Tunnel wird erneuert – 140-Millionen-Euro-Projekt

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Von: Thomas Eldersch

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Rund 50 Jahre hat der Pfaffensteiner-Tunnel bei Regensburg auf dem Buckel. Jetzt muss er saniert werden. Ein Mega-Projekt kommt auf die Region zu.

Regensburg – Es geht eigentlich nur um 880 Meter Straße. Trotzdem wurde jahrelange geplant, geprüft und an der Umsetzung gefeilt. Jetzt steht fest, wie es mit dem Pfaffensteiner-Tunnel an der A93-Anschlussstelle Regensburg-Pfaffenstein weitergehen soll. Am Dienstag, 3. Mai, stellte die zuständige Autobahn GmbH Südbayern ihre Ergebnisse vor. Zwei Dinge sind jetzt schon sicher – die Sanierung wird aufwendig und die Autofahrer brauchen gute Nerven.

Sanierung des A93-Tunnels Pfaffenstein: Nadelöhr bei Regensburg soll verschwinden

Zwischen drei Varianten mussten sich am Ende die Verantwortlichen entscheiden. „In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr haben sich die Experten der Autobahn GmbH auf eine der drei Varianten festgelegt“, heißt es in der Pressemitteilung der Autobahn GmbH. Umgesetzt wird nun die Ausbau-Variante. Dabei sollen die Fahrbahnspuren der A93 von neun auf 12,5 Meter verbreitert werden. „Bisher sind die Verflechtungsstreifen in diesem Abschnitt wegen der geringen Breite der Tunnelröhren nicht vorhanden. Dies macht den Tunnel Pfaffenstein zum Nadelöhr der A93 im Raum Regensburg“, heißt es weiter in der Mitteilung. Das soll sich mit der Variante zukünftig erledigt haben.

Regensburgs A93-Nadelöhr – der Pfaffenstein-Tunnel – muss ertüchtigt werden. Jetzt wurde sich auf eine Variante geeinigt.
Regensburgs A93-Nadelöhr – der Pfaffenstein-Tunnel – muss ertüchtigt werden. Jetzt wurde sich auf eine Variante geeinigt. © Autobahn Südbayern / Felix Bonn

Aber warum muss überhaupt etwas an dem Tunnel geändert werden? Die Röhren stammen aus den 1970er-Jahren. Inzwischen sind die Betoninnenschalen stark sanierungsbedürftig. Es bedarf einer Generalinstandsetzung, damit der Verkehrsfluss auf der A93 weiter verbessert werden könne, so die Autobahn GmbH.

Generalsanierung des Pfaffensteiner-Tunnels: Zwei Varianten schieden aus

Im Raum bei den Planungen standen drei Varianten, die eingehend geprüft wurden. Eine Möglichkeit wäre die Nullvariante gewesen. Hier wären in den bestehenden Tunnel einfach neue Innenschalen eingebaut worden. Die Röhren wären bau- und betriebstechnisch vollständig erneuert worden, so die Autobahn GmbH. Das hätte ungefähr elf Jahre Bau- und Planungszeit in Anspruch genommen. Allerdings wäre die Fahrbahnbreite dadurch von neun auf 7,5 Meter geschrumpft. Somit schied diese Variante aus.

Die Neubauvariante wäre die teuerste und aufwendigste gewesen. Hier wäre eine dritte Röhre durch den Berg getrieben worden. Auch eine neue Donaubrücke wäre notwendig geworden. Die beiden äußeren Fahrbahnen wären anschließend auch auf 12,5 Meter erweitert worden. Der innere Tunnel hätte als Notfallfahrbahn dienen können. Jedoch hätte die Variante stark in existierende Schutzgebiete eingegriffen und es wäre Privatgrund mit Wohngebäuden betroffen gewesen. Außerdem: „Wäre ein kompliziertes und langwieriges Planfeststellungsverfahren zu erwarten, die Planungs- und Bauzeit würde mindestens 22 Jahre in Anspruch nehmen.“ Bei so einer langen Umsetzungszeit hätte der bestehende Tunnel allerdings dennoch instandgesetzt werden müssen. Also käme wieder die Nullvariante zum Einsatz. Damit schied diese Option auch aus.

A93 bei Regensburg: Ausbauvariante für den Pfaffensteiner-Tunnel

Die Ausbauvariante ist es also geworden. Hier geht die Autobahn GmbH von einer Planungs- und Bauzeit von rund 13 Jahren aus. Die Kosten werden auf etwa 140 Millionen Euro geschätzt. Jetzt heißt es erst einmal, tiefer in die Fachplanungen einsteigen. Die Autofahrer dürfen sich derweil schon auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen. „Ein Nadelöhr wie den Tunnel Pfaffenstein instand zu setzen, bedeutet erhebliche, zusätzliche Verkehrseinschränkungen während der Bauzeit“, so die Autobahn GmbH. „Während der Bauphase der Ausbauvariante werden die verkehrlichen Auswirkungen nach dem Stand der Voruntersuchungen im Vergleich zwar am geringsten eingeschätzt, dennoch werden im Tunnel für mindestens 3,5-4 Jahre insgesamt voraussichtlich nur drei Fahrstreifen nutzbar sein.“

Die Fahrbahnbreite des Regensburger Pfaffenstein-Tunnels soll von 9 auf 12,5 Meter verbreitert werden.
Die Fahrbahnbreite des Regensburger Pfaffenstein-Tunnels soll von 9 auf 12,5 Meter verbreitert werden. © Autobahn Südbayern

Froh über die Entscheidung zeigte sich im Anschluss die Landrätin des Kreises Regensburg, Tanja Schweiger (Freie Wähler): „Maßgebliche Verbesserungen für das Verkehrsnetz in der Region scheinen damit in greifbarer Nähe – was in dieser Komplexität immer noch rund ein Jahrzehnt bedeutet.“ Die Generalinstandsetzung und der Ausbau der Röhren werden aber die Verkehrssicherheit auf der A93 weiter steigern, so Schweiger. „Dennoch wird insbesondere die Sanierung der ersten Röhre eine mehrjährige Herausforderung für die Region.“ (tel)

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