Interaktive Karte: Freie Betten in Ihrer Region

Corona belastet die Intensivstationen: Die aktuellen Zahlen aller Kreise und Städte

Auslastung der Intensivbetten: Corona-Zahlen für alle deutschen Kreise und Städte.
+
Wo gibt es aktuell noch freie Betten, wo ist die Lage kritisch? Wir zeigen tagesaktuell die Auslastung der deutschen Intensivstationen.

Immer mehr Covid-19-Erkrankte müssen auf Intensivstationen behandelt werden. Sind die Kliniken an ihrer Grenze? Die jeweils aktuellen Zahlen zur Auslastung finden Sie hier.

  • Unsere Interaktive Karte zeigt die Auslastung der Intensivbetten in jedem Kreis und jeder Stadt.
  • Rund fünf Prozent der Corona-Infizierten erkranken so schwer, dass sie auf die Intensivstation müssen.
  • In Deutschland gibt es dort rund 28.000 Betten - und inzwischen 11.000 weitere auf Reserve.

München - Wie viele Corona*-Infizierte müssen aktuell intensiv-medizinisch behandelt werden? Wo werden die Betten knapp und wo sind noch welche frei? Wir zeigen hier die wichtigsten tagesaktuellen Zahlen zur Situation in den Krankenhäusern. Basis ist das DIVI-Intensivregister, an das inzwischen die allermeisten deutschen Kliniken angeschlossen sind.

Corona: Auslastung der deutschen Intensivstationen

Wie ist die Lage in meinem Landkreis oder meiner Heimatstadt? Unsere Karte zeigt ihnen, wie stark die Intensivstationen vor Ort gerade ausgelastet sind. Je dunkler die Einfärbung, desto weniger Betten sind in der jeweiligen Region noch frei. Mit einem Klick auf einen Landkreis öffnet sich ein Fenster mit weiteren Informationen zu freien Betten, zur Belegungsart und zur Anzahl gemeldeter Betten.

Die Auslastung der Intensivstationen hängt nicht nur von freien Betten und Beatmungsgeräten ab. Patienten können nur versorgt werden, wenn auch genug Pflegekräfte einsatzbereit sind. Das bestätigt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf Anfrage gegenüber der Ippen-Digital-Zentralredaktion*.

Der schlimmste Fall: Betten und Geräte für Corona-Patienten sind da, aber keine Pfleger

„Pflegekräfte können nach dem Kontakt mit Corona-Infizierten nicht mehr in anderen Bereichen eingesetzt werden. Insofern kann schon ein einzelner Covid-Patient sehr große Ressourcen beanspruchen, die normalerweise den Bedarf mehrerer Patienten gedeckt hätten. Vermehrte Krankschreibungen oder auch Corona-Infektionen* bei Krankenhaus-Beschäftigten können die Intensivkapazitäten unvorhergesehen spürbar vermindern,“ warnte die DKG. Daher kann es sein, dass die Zahlen der gemeldeten Betten von Tag zu Tag schwanken: Betten und Geräte sind zwar da, aber keine Menschen, die pflegen.

„Eine exakte Prozentzahl, ab der eine Belegungsquote als bedenklich zu bezeichnen ist, lässt sich seriös nicht nennen. Grundsätzlich gilt, je weniger Corona-Infizierte intensivpflichtig werden, desto besser.“

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)

Sobald in einer Stadt oder in einem Landkreis alle Kapazitäten der Intensivbetten ausgeschöpft sind, werden Patienten in Krankenhäuser anderer Regionen verlegt. Daher eignet sich auch ein Blick auf die Zahlen ganz Deutschlands zur Bewertung der Corona-Lage. Ab wann es brenzlig wird - also welche Auslastung zu hoch ist - ist nicht klar definiert. Das sieht nicht nur die DKG so, sondern auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Auch sie wollte sich gegenüber unserer Redaktion auf keinen Schwellenwert festlegen.

Covid-19-Patienten auf Intensivstationen: Welche Auslastung ist zu hoch?

Bekannt ist aber: „Intensivstationen sind üblicherweise zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet, im Winter immer etwas mehr als im Sommer“, so die DKG. Das heißt also: Sobald weniger als 20 Prozent der Intensivbetten frei sind, ist die Lage angespannter als normal. Unser Diagramm zeigt die Belegung der rund 28.000 Intensivbetten, die im Intensivregister gemeldet sind. Die Werte sind tagesaktuell und aktualisieren sich gegen 13 Uhr. Darüber hinaus stehen laut DKG rund 11.000 weitere Reservebetten zur Verfügung. In die Statistik der DIVI laufen diese jedoch nicht mit ein.

Welche Auslastung war vor der Corona-Pandemie* üblich? Dazu gibt es kaum verlässliche Daten, weil die Kapazitäten der Intensivbetten erst seit Corona systematisch dokumentiert werden. Das DIVI-Intensivregister bietet Krankenhäusern seitdem die Möglichkeit, ihre eigene Auslastung zu melden und die Kapazitäten anderer Kliniken zu prüfen.

Um zu garantieren, dass auch wirklich alle Kapazitäten im Intensivregister auftauchen, hat der Gesetzgeber eingegriffen. „Seit Erlass der DIVI-Intensivregister-Verordnung vom 16. April sind alle intensivmedizinischen Standorte in Deutschland zur täglichen Meldung Ihrer Kapazitäten bis spätestens 12.00 Uhr verpflichtet. Seither müssen alle intensivmedizinischen Bereiche Deutschlands auch tatsächlich täglich im Register Ihre Kapazitäten vermelden“, erklärte ein Sprecher der DIVI auf Anfrage. „Eine Vollabdeckung mit Registrierung und Meldung aller Bereiche war um den 20. April 2020 herum erreicht.“ Die zweite Corona-Welle zeigte nun seit November 2020 mehr denn je die Notwendigkeit dieses Unterfangens. Von Luisa Billmayer. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Transparenz: Unsere Daten, Quellen und Methoden

Grundlegende Datenbasis für die interaktiven Elemente in diesem Artikel bildet das DIVI-Intensivregister. Das Portal ist ein Gemeinschaftsprojekt von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), des Robert Koch-Instituts (RKI)* und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Täglich melden die Intensivstationen ihre Kapazitäten an das Intensivregister. Über eine Datenschnittstelle landen die Informationen gefiltert und automatisiert  in unseren Elementen. Die Zahlen aktualisieren sich täglich gegen 13 Uhr. Zur Einordnung und Bewertung der Zahlen gaben Sprecher der DIVI und der DKG unserer Redaktion Auskunft.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona in Bayern: Entsetzen in der Gastronomie nach Lockdown-Entscheidung - „Verzweiflung nimmt überhand“
Corona in Bayern: Entsetzen in der Gastronomie nach Lockdown-Entscheidung - „Verzweiflung nimmt überhand“
Corona-Impfung: Vergleich von AstraZeneca und Biontech: Das sind die Unterschiede
Corona-Impfung: Vergleich von AstraZeneca und Biontech: Das sind die Unterschiede
23-Jähriger wegen tödlicher Raserei vor Gericht
23-Jähriger wegen tödlicher Raserei vor Gericht

Kommentare