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Holetschek zum Ende fast aller Maßnahmen: „Länder müssen schlechtes Gesetz der Ampelregierung ausbaden“

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Von: Thomas Eldersch

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So gut wie jede Klinik in Bayern besitzt eine Corona-Station.
So gut wie jede Klinik in Bayern besitzt eine Corona-Station. Diese könnte sich in den kommenden Tagen wieder füllen. Daher hoffen die Betreiber und Gesundheitsminister Holetschek auf die Eigenverantwortung der Bürger. © Peter Kneffel/Sven Hoppe/dpa

Das Ende der Corona-Regeln ist nah. Kliniken und Politikern bleibt nichts anderes übrig, als an die Vernunft und die Eigenverantwortung der Bürger zu appellieren.

München – Der sogenannte „Freedom Day“ steht kurz bevor. Am Sonntag ist Schluss mit 2G, 3G* und vielen anderen Corona-Regeln. Ab diesem Zeitpunkt sieht das Bundesinfektionsschutzgesetz nur noch einen Basisschutz vor. Nur in Ausnahmefällen können die Landtage für bestimmte Regionen und Kreise eine Hotspot-Regelung in Anspruch nehmen.

Was genau ab Sonntag* gilt und was wegfällt, erfahren Sie hier.

Ende der Corona-Schutzmaßnahmen: Bayerische Kliniken reagieren mit Sorge

Obwohl die Omikron-Welle zu extrem hohen Fallzahlen geführt hat, ist sie bislang weitestgehend mild verlaufen. Es droht im Augenblick noch keine Überlastung der Krankenhäuser oder des Gesundheitssystems. Aber mit dem Wegfall fast aller Schutzmaßnahmen könnte die Corona-Pandemie* noch einmal eine andere Dynamik bekommen. Was bleibt, sei „nur noch ein schmaler Basisschutz. Doch durch Gesetze wird keine Pandemie beendet!“, sagte am Samstag Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG).

Zahlreiche Kliniken im Freistaat rufen mit der Kampagne „Schützen Sie sich und das Gesundheitswesen in Bayern“ die Bürger auf, freiwillig Masken zu tragen, sich impfen zu lassen und sich an die Hygieneregeln zu halten. „Leider sollen am Sonntag nahezu alle Corona-Schutzmaßnahmen außerhalb des Gesundheitswesens auslaufen“, sagte Engehausen und fügte an: „Wir schauen mit Sorge auf die damit verbundenen Risiken.“ 

Mit verbundenen Risiken meint Engehausen auch ein Anstieg der Infektionszahlen und ein erneutes Volllaufen der Krankenhäuser in Bayern*. Dies könnte und hat bereits einen erheblichen Einfluss auf die Behandlung anderer Patienten. „Die Kliniken müssen schon jetzt viele planbare Behandlungen zur Sicherung der akut nötigen Versorgung verschieben. Dies ist aber nicht längerfristig verantwortbar“, so Engehausen.

Video: Auch die Maskenpflicht fällt – Halten sich trotzdem viele Bürger freiwillig daran?

Ende der Corona-Maßnahmen: Holetschek kritisiert weiter den Bund

Wenig begeistert von der Corona-Politik im Bund zeigte sich in den vergangenen Wochen auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Er appellierte daher am Samstag an die Bürger, Vernunft und Eigenverantwortung zu zeigen. Die ab 3. April geltende Verordnung enthalte zu manchen Maßnahmen wie dem allgemeinen Maskentragen in Innenräumen oder der Erstellung eines Hygienekonzepts nur Empfehlungen. „Rechtlich anordnen können wir dies nicht mehr.“ Die Bundesländer müssten „leider das schlechte Gesetz der Berliner Ampelregierung ausbaden“.

Weiter lobte der CSU-Politiker die Angestellten im Gesundheitswesen. Das Personal habe in den vergangenen zwei Jahren „Übermenschliches“ geleistet. Er unterstützt nach eigenen Worten die BKG-Kampagne. „Auch wenn wir uns alle nach Normalität sehnen: Dafür ist es noch zu früh. Wir stecken nach wie vor in der Corona-Pandemie.“

In der Bayerischen Krankenhausgesellschaft sind den Angaben nach etwa 190 Krankenhausträger mit mehr als 360 Krankenhäusern und insgesamt rund 75.000 Betten zusammengeschlossen. In Bayerns Kliniken würden jährlich etwa drei Millionen Patienten stationär sowie weitere 2,5 Millionen Menschen ambulant behandelt. (tel mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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