Heftige Kritik im Doppelpass

Uli Hoeneß rechnet knallhart mit Kroos ab, der kontert umgehend und gnadenlos

Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat im Doppelpass heftige Kritik an Toni Kroos geübt. Der zurückgetretene Nationalspieler reagiert mit einem sarkastischen Konter.

München - Die deutsche Nationalmannschaft* ist bei der Europameisterschaft* krachend gescheitert. Ein ängstlicher Auftritt beim 0:2 gegen England besiegelte das frühe Aus im EM*-Achtelfinale. Fast zwei Wochen nach dem bitteren Ausscheiden meldet sich nun Uli Hoeneß* zu Wort und kritisiert das DFB-Team scharf. In Toni Kroos* scheint der Ehrenpräsident vom FC Bayern* den Hauptschuldigen für das Debakel ausgemacht zu haben.

Uli Hoeneß zerlegt Toni Kroos: „Seine Art zu spielen ist total vorbei“

Kroos habe mit seinem Querpass-Spiel im heutigen Fußball „nichts mehr verloren“, sagte Hoeneß am Sonntag im Sport1-Doppelpass*. Ein Problem der deutschen Nationalmannschaft sei gewesen, dass Bundestrainer Joachim Löw unbedingt Kroos im Mittelfeld einbauen wollte und daher auf eine Dreierkette umgestellt hatte.

Gegen England habe das DFB-Team „Angsthasenfußball“ gespielt, stellte Hoeneß fest. Kroos sei in der Schlussphase nicht einmal über die Mittellinie gegangen, „seine Art zu spielen ist total vorbei“. Der 69-Jährige bescheinigte dem Star von Real Madrid und früheren Bayern-Profi, den er wie Löw sehr schätze, zu viele Querpässe. „Bei anderen Teams geht es mit Zug nach vorne, und bei uns wurde quer gespielt, quer gespielt, quer gespielt.“ 

Kroos kontert Hoeneß-Kritik: „Ähnlich wie sein Greenkeeper“

Die teils heftige Kritik hat wohl auch Kroos mitbekommen und wollte die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. „Uli Hoeneß ist ein Mann mit großem Fußballsachverstand (auch wenn es für RTL nicht gereicht hat), wenig Interesse für Polemik und mit sich komplett im Reinen. Ähnlich wie sein Greenkeeper“, schrieb der Ex-Nationalspieler mit einem ordentlichen Schuss Sarkasmus auf Twitter. Kroos hatte drei Tage nach dem EM-Aus seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet. Der 31-Jährige absolvierte 106 Länderspiele und wurde 2014 in Brasilien Weltmeister.

Hoeneß hatte einst gesagt, dass Lothar Matthäus nicht einmal Greenkeeper im neuen Stadion werde. Bei RTL folgte Matthäus auf Hoeneß als TV-Experte. Hoeneß hatte bei drei Länderspiel-Übertragungen für RTL gearbeitet, aber auf eine Fortsetzung des Engagements verzichtet. Auch Matthäus hatte Kroos vor kurzem scharf kritisiert*.

Hoeneß schießt gegen DFB-Team: Schwere Vorwürfe gegen Löw und die Spieler

Die taktischen Anpassungen von Löw seien zudem „total in die Hose gegangen“, betonte Hoeneß. Hätte man die Taktik des FC Bayern aus der Triple-Saison gespielt, „dann bin ich 100 Prozent sicher, dass wir jetzt anders dastehen würden“. Hoeneß plädierte unter anderem für eine Viererkette und Joshua Kimmich zusammen mit Leon Goretzka im Mittelfeldzentrum.

Eine Teilschuld am Achtelfinal-Aus gab Hoeneß auch den Führungsspielern. „Ich habe unsere Spieler als superselbstbewusste Jungs kennengelernt, die bei Hansi Flick ein großes Mitspracherecht hatten“, sagte Hoeneß. Bei der EM habe er nichts gehört. Normalerweise würden sie mit dem Trainer reden, sagte Hoeneß. (ck/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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