Impfstudie aus Südafrika

Booster-Studie: Wie gut schützt Johnson&Johnson vor Omikron?

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In Deutschland wird nur mit Biontech und Moderna geboostert. Laut einer Booster-Studie aus Südafrika bietet auch Johnson & Johnson einen hohen Schutz vor Omikron.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt inzwischen nicht nur für alle ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung drei Monate nach der Grundimmunisierung*, sondern neuerdings auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Der Grund dafür ist, dass die Corona-Impfstoffe mit der Zeit deutlich an Wirksamkeit verlieren, wie echo24.de* berichtet.

Geboostert wird in Deutschland bislang nur mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna*. Im Gegensatz zu den Vektorimpfstoffen AstraZeneca und Johnson & Johnson haben die beiden mRNA-Impfstoffe eine deutlich höhere Wirksamkeit – zumindest bei der Grundimmunisierung. Doch in puncto Booster-Impfung schneiden die beiden Vektorimpfstoffe doch gar nicht so schlecht ab, wie zuerst angenommen. Eine neue Booster-Studie aus Südafrika zeigt: Eine Auffrischungsimpfung mit Johnson & Johnson bietet einen hohen Schutz vor Omikron.

Booster-Studie aus Südafrika zeigt: Johnson & Johnson schützt vor Omikron

Studienergebnisse aus Südafrika haben gezeigt, dass eine Booster-Impfung mit Johnson & Johnson vor einem schweren Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion mit der Omikron-Variante B.1.1.529* schützt, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Zuerst hatte Reuters über die Booster-Studie aus Südafrika geschrieben.

Das südafrikanische Medical Research Council (SAMRC) hat in einer Studie den Corona-Krankheitsverlauf von insgesamt 477.234 Beschäftigten des Gesundheitswesens beobachtet. Dabei wurde untersucht, inwieweit sich die Zahl der Krankenhausaufenthalte durch einen Booster mit Johnson & Johnson verringert. Alle Studienteilnehmenden haben sich nachweislich während der vierten Welle mit der Omikron-Variante infiziert.

Darüber hinaus haben alle Teilnehmenden als Erstimpfung den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmenden hatte außerdem eine Booster-Impfung mit Johnson & Johnson erhalten. Der Anteil der Krankenhausaufenthalte der geboosterten Gruppe und der nicht-geboosterten Gruppe wurde gegenübergestellt.

Booster mit Johnson & Johnson schützt zu 85 Prozent vor schweren Omikron-Verläufen

Die Auffrischungsimpfung mit Johnson & Johnson verringerte laut den Studienergebnissen die Krankenhausaufenthalte in den ersten zwei Wochen nach dem Booster um 63 Prozent. In einem Zeitraum von bis zu zwei Monaten erhöhte sich der Impfschutz vor einem schweren Krankheitsverlauf deutlich. Der Schutz vor einer Krankenhauseinweisung bei einer Infektion mit Omikron stieg auf ganze 85 Prozent.

Offen bleibt nun allerdings, ob sich Johnson & Johnson auch als Booster eignet, wenn die Grundimmunisierung durch einen anderen Impfstoff erfolgt ist. Generell hat sich bereits gezeigt, dass eine Booster-Kreuzimpfung einen besseren Omikron-Schutz bietet – dabei schneidet eine Kombi besonders gut ab.

Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca bietet laut Studienergebnissen einen hohen Schutz vor Omikron und schneidet als Booster gut ab, wie echo24.de berichtet. Laut einer weiteren Corona-Studie ist hingegen ein Impfstoff als Booster fast wirkungslos* und somit als Auffrischungsimpfstoff gänzlich ungeeignet. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

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