Millionen-Schadenersatz für Kumpel in Chile gefordert

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Die Mutter eines Kumpels zeigt die chilenische Flagge, auf der die 33 Verschütteten unterschrieben haben.

Santiago de Chile - Die Rettung der seit acht Wochen in Chile eingeschlossenen Kumpel rückt näher. Familienangehörige haben nun Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe angekündigt.

Familienangehörige der seit acht Wochen in einer chilenischen Kupfer- und Goldmine verschütteten Bergleute wollen Schadensersatz in Millionenhöhe einklagen. Für jeden Arbeiter sollen die Eigentümer und der Staat eine Million Dollar (770 000 Euro) zahlen, lautet die Forderung der Angehörigen von 27 der insgesamt 33 Verschütteten. Unterdessen veröffentlichte die Regierung eine neues Video aus der Tiefe, das die Kumpel bei der Räumung von Geröll zeigt.

Mit schwerem Gerät schieben sie Gesteinsmassen beiseite, die aus einem Bohrloch fallen. Außerdem sind Teile eines abgebrochenen Bohrkopfes zu sehen, der Tage zuvor in die Tiefe gestürzt war. Die größten Hoffnungen auf eine baldige Rettung verbinden sich mit dem Bohrer vom Typ Schramm T-130, der am Donnerstag bei einer Tiefe von 315 Meter ankam. Das war genau die Hälfte des Weges bis zu einem Werkstattraum in 630 Meter Tiefe, zu dem die Kumpel Zugang haben.

Chile: Erschütternde Bilder vom Gruben-Drama

Chile: Erschütternde Bilder vom Gruben-Drama

Das Gruben-Drama von Copiapo in Chile bewegt die Welt. Das sind die erschütternden Bilder der Katastrophe. Auf dem Foto: Das erste Lebenszeichen eines Kumpels. © AP
Mit Thunfisch und Milch haben sich die  Bergarbeiter am Leben gehalten. © dpa
Verzweiflung: Angehörige harren vor dem Unglücksort aus © AP
Verwandte beten für Verschüttete © AP
Der Bergwerkschef steht vor der Insolvenz. Das Unternehmen kann nicht für die Rettung der Kumpel aufkommen. © dpa
Leitung ins Leben: Endlich können Grubenarbeiter mit ihren Familien telefonieren. © AP
Mit einem Motor aus Deutschland sollen die Arbeiter befreit werden. © ap
Ein Bergarbeitet wartet auf seine verschütteten Kollegen. © AP
Die Rettungsarbeiten haben begonnen. Zuvor waren ein Bohrkopf und ein Antriebsmotor aus Deutschland eingetroffen. © AP
Traurige Bilanz: Noch nie waren Verschüttete bei vergleichbaren Grubenunglücken so lange eingeschlossen. © AP
Diese Angehörige zeigen, wie ihre verschütteten Lieben aussehen. © ap
Briefe als Hoffnungsschimmer. © ap
So sieht die Landschaft um die Grube herum aus. © ap
Diese Frau hält ein Foto ihres Verwandten in der Hand. © ap
Hoffnung: Menschen bitten die Heilige Jungfrau um Hilfe. © ap
Vor dem Unglücksort wehen die chilenischen Fahnen. © ap
Dieser Bergarbeiter will seinen Kollegen helfen. © ap
Gemeinsames Bangen bei Kerzenschein. © ap
So sieht die Landschaft rund um die Unglücksstelle aus. © ap
Szenerie um die Unglücks-Mine. © ap

Der Vertreter der Regierung bei der Mine San José, Christián Barra, betonte, ein genauer Termin für die Befreiung der Männer könne noch nicht genannt werden. Die Angehörigen hoffen auf eine Rettung Mitte Oktober, Barra schloss auch Anfang November nicht aus.

Die Bürgermeisterin der Stadt Caldera, Brunilda González, unterstützt die Angehörigen bei ihrer Forderung nach Schadensersatz. “Die Summe muss, ähnlich wie in anderen Ländern auch, pro Arbeiter auf mindestens eine Million Dollar festgelegt werden“, sagte die Kommunalpolitikerin. Die Entschädigung solle die Arbeiter und deren Familien absichern, wenn sie nach der Rettung nicht mehr in der geschlossenen Mine San José in der Atacama-Wüste arbeiten könnten, fügte sie hinzu. Allerdings galt es als unwahrscheinlich, dass ein Gericht in Chile Schadenersatz in dieser Höhe festlegen werde.

Die staatliche Aufsicht über die Bergbauindustrie ist in dem liberalen Musterland Chile nur schwach entwickelt. So war die Mine San José schon 2007 wegen mehrerer Arbeitsunfälle und genereller Sicherheitsmängel geschlossen worden. Ein Jahr später hatte die Aufsichtsbehörde Sernageomin den Betrieb jedoch wieder zugelassen. Dabei habe man sich auf den “guten Willen“ der Eigentümer verlassen, räumte der frühere Vizedirektor der Behörde, Exequiel Yanes, ein.

Die Bergleute sind seit dem 5. August in 700 Meter Tiefe verschüttet und werden über enge Röhren mit dem Nötigsten versorgt.

dpa

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