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Corona-Schnelltests bei Omikron: Virologe geht Paul-Ehrlich-Institut wegen Empfehlung an – „Ernüchternd“

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Von: Jennifer Battaglia, Patrick Huljina, Christina Denk

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Das RKI meldet erneut einen Inzidenz-Rekordwert für Deutschland. Virologe Oliver Keppler kritisiert die Empfehlungsliste für Corona-Schnelltests des PEI. Der News-Ticker.

Corona in Deutschland: Kassenärzte-Chef fordert Quarantänebefreiung für symptomfreie positiv Getestete

Update vom 25. März, 18.40 Uhr: Geht es nach dem Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, sollten die Vorgaben bei der Quarantäne angepasst werden. Andreas Gassen schlug wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen mit eher milden Verläufen vor, positiv Getestete ohne Symptome künftig nicht mehr automatisch in Quarantäne zu schicken.

Der Kassenärzte-Chef sieht die Omikron-Welle von schnellen sowie enorm vielen Ansteckungen geprägt, erklärte er am Freitag (25. März). Die meisten Infizierten würden aber leichtere Erkrankungsverläufe aufweisen. Dies treffe insbesondere auf geimpfte Menschen zu.

Corona in Deutschland: Virologe kritisiert Paul-Ehrlich-Institut wegen Schnelltest-Empfehlung

Update vom 25. März, 16.43 Uhr: Virologe Oliver Keppler warnt davor, den vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) empfohlenen Schnelltests zu vertrauen. „Es wurden 20 verschiedene Schnelltests daraufhin getestet, ob sie Delta- oder Omikron-Infektionen erkennen können. Dazu wurden pro Test vier gepoolte Proben aufgetragen. Das ist das Niveau von ‚Jugend forscht‘“, sagt Keppler der Welt. Keppler überprüft selbst Schnelltests. Die Zuverlässigkeit von Antigen-Schnelltests bei Omikron sind seinen Untersuchungen zufolge „ernüchternd“*.

Kepplers Kritik an dem PEI-Test: Die Zahl der Proben sei viel zu niedrig, um eine statistische Aussage zu treffen. „Wir können uns auf die offizielle Liste des Paul-Ehrlich-Instituts nicht verlassen. In anderen Ländern wie den USA sind nur sehr wenige Tests auf dem Markt verfügbar, diese sind aber in ihrer Aussagekraft besser. Wir brauchen dringend eine solche Shortlist“, sagt Keppler weiter. Das PEI veröffentlichte am Donnerstag neue Ergebnisse zu Antigen-Schnelltests*.

Nach wie vor im Fokus: Schnelltests auf das Coronavirus.
Nach wie vor im Fokus: Schnelltests auf das Coronavirus. © IMAGO / photothek

Corona in Deutschland: Hospitalisierungsrate laut RKI bei 7,39

Update vom 25. März, 13.11 Uhr: Die bundesweite Inzidenz ist hoch. Bei der Zahl der Neuinfektionen geht Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag von einer hohen Dunkelziffer – „doppelt so hoch wie offiziell gemeldet“ aus. Doch wie wirkt sich das Infektionsgeschehen auf die Kliniken aus? Auf den Intensivstationen liegen 2.273 Covid-Patienten, davon werden 853 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervor (Stand: 13.06 Uhr). In den Krankenhäusern werden derzeit etwa 25.000 Patienten mit einer Coronavirusinfektion behandelt, teilte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna am Freitag mit. Viele Krankenhäuser seien jetzt schon überlastet, weil auch zunehmend Personal betroffen sei. Operationen würden nicht nur in Krankenhäusern in Bayern verschoben (siehe Update vom 25. März, 9.37 Uhr). Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Hospitalisierungsrate am Freitag mit 7,39 an.

Corona in Deutschland: Lauterbach warnt Ungeimpfte eindringlich

Update vom 25. März, 12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt Ungeimpfte eindringlich, sich jetzt schnell impfen zu lassen. Bei den aktuell hohen Infektionszahlen müssten Ungeimpfte damit rechnen, sich in den nächsten Tagen zu infizieren. Dies gelte auch für jene, die sagten, sie seien zwei Jahre gut durchgekommen. Schon eine Impfung würde schützen, so Lauterbach in Berlin. „Von einem Freedom Day ist keine Rede“, sagte Lauterbach zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland. Hier gibt es die Pressekonferenz mit Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler zum Nachlesen.  

Corona in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz erreicht neuen Höchststand

Update vom 25. März, 9.42 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte, liegt der Wert nun bei 1756,4. Am Donnerstag hatte er 1752,0 betragen, vor einer Woche 1706,3.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, lag die absolute Zahl der gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Freitag bei 296.498. Am Vortag waren 318.387 Neuinfektionen gemeldet worden, vor einer Woche waren es 297.845. Die Gesamtzahl der registrierten Ansteckungsfälle in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie erhöhte sich auf 19.893.028 .Binnen 24 Stunden wurden laut RKI 288 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland stieg damit auf 128.110.

Holetschek fordert schnelle Nachbesserungen bei Corona-Rechtsrahmen

Update vom 25. März, 9.37 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek dringt auf schnelle Nachbesserungen beim neuen bundesweiten Rechtsrahmen für Corona-Schutzmaßnahmen in den Ländern. „Aus meiner Sicht ist das Gesetz nicht praktikabel und untauglich, den Schutz der Bevölkerung tatsächlich zu gewährleisten“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Die Hotspot-Bestimmungen sind viel zu unbestimmt und lassen es einfach nicht zu, rechtssicher Regelungen umzusetzen.“ Es sei ja auch gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern schwierig zu sagen: „Na ja, wir probieren mal, ob das hält oder nicht.“

Die Hotspot-Bestimmungen sind viel zu unbestimmt und lassen es einfach nicht zu, rechtssicher Regelungen umzusetzen.

Klaus Holetschek, bayerischer Gesundheitsminister

Das von der Ampel-Koalition geänderte Infektionsschutzgesetz ist auf breiten Protest der Länder gestoßen. Nach einer Übergangsfrist bis zum 2. April können sie für regionale „Hotspots“ noch weitergehende Beschränkungen mit mehr Maskenpflichten und Zugangsregeln verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine kritische Lage feststellt. Schwellenwerte, ab wann das der Fall ist, sind nicht beziffert.

Große Personalausfälle in bayerischen Kliniken

Update vom 25. März, 9.24 Uhr: Bayerns Krankenhäuser haben wegen hoher Corona-Infektionszahlen unter ihren Belegschaften mit weit überdurchschnittlichem Personalausfall zu kämpfen. „Das ist flächendeckend ein Problem“, sagte ein Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur. „Wir haben Krankenstände von bis zu 20 Prozent.“ Nicht wenige Kliniken müssten wieder planbare Operationen verschieben. Manche Häuser hätten sich auch zeitweise von der Notfallversorgung abmelden müssen. Die akuten Probleme verschärfen den ohnehin großen Personalmangel.

Gleichzeitig haben die Kliniken mit Rekordzahlen corona-positiver Patienten zu kämpfen. Am Mittwoch waren es nach Daten des Landesamts für Lebensmittel und Gesundheit knapp 5200, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren .Viele dieser Patienten sind nicht wegen Covid, sondern wegen anderer Erkrankungen in Behandlung. Dennoch ist der Aufwand für die Krankenhäuser sehr hoch. Denn alle infizierten Patienten werden auf separaten Stationen isoliert behandelt, um die weitere Verbreitung des Erregers zu verlangsamen.

EMA empfiehlt Zulassung für Astrazeneca-Medikament

Update vom 24. März, 22.20 Uhr: Evusheld: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Zulassung eines Corona-Medikaments von Astrazeneca empfohlen. Es soll Risikopatienten, die nicht geimpft werden können, vor einer Infektion schützen. Das Komitee für Humanmedizin empfehle die Marktzulassung für Evusheld „zur Vorbeugung von Covid-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren und einem Gewicht ab 40 Kilogramm“, erklärte die in Amsterdam ansässige Behörde am Donnerstag.

Evusheld besteht aus zwei synthetischen Antikörpern, die an verschiedenen Seiten des Spikeproteins des Coronavirus andocken können. Die EMA verwies bei ihrer Entscheidung auf eine Studie mit 5000 Erwachsenen, bei denen das Risiko einer Ansteckung nach dem Erhalt von zwei Impfdosen um 77 Prozent gesenkt werden konnte. Der Schutz hielt laut EMA mindestens sechs Monate an, die Nebenwirkungen waren „im Allgemeinen gering“. Allerdings stammte die Studie noch aus der Zeit vor dem Aufkommen der Omikron-Variante.

Die EMA hat eine Empfehlung für das Astrazeneca-Medikament Evusheld ausgesprochen.
Die EMA hat eine Empfehlung für das Astrazeneca-Medikament Evusheld ausgesprochen. © Chris Sweda/Imago

Die Empfehlung der EMA wird nun zur endgültigen Genehmigung an die Europäische Kommission weitergeleitet. Bereits im Oktober hatte die EMA mit der Prüfung von Evusheld begonnen.

RKI meldet erstmals 1,5 Millionen Infektionen in einer Woche

Update vom 24. März, 20.45 Uhr: Die Corona-Zahlen sind aktuell wieder auf Rekordkurs. So meldet auch das RKI in seinem Wochenbericht erstmals 1,5 Millionen Covid-19-Fälle in einer Woche. „Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zur Vorwoche noch einmal um 10 Prozent an“, so der Bericht.

Der Zuwachs der 7-Tage-Inzidenz erstreckte sich über alle Altersgruppen. Die jüngeren Altersgruppen zwischen 5 und 44 Jahren sind mit Inzidenzen zwischen 2.000 und 3.000 COVID-19-Fällen pro 100.000 Einwohner weiter besonders stark betroffen. Besonders stark stieg die Kennzahl jedoch bei den 75-79-Jährigen (ca. 25 Prozent im Vergleich zur Vorwoche). Auch die Zahl der Fälle in medizinischen Behandlungseinrichtungen sowie Alten- und Pflegeheimen hat weiter zugenommen. Der Anstieg ist laut RKI auf „leichtere Übertragbarkeit der Sublinie BA.2, sowie auf die Rücknahme von kontaktreduzierenden Maßnahmen und auf ein geändertes Verhalten in der Bevölkerung zurückzuführen.“

Omikron-Subtyp dominiert Infektionsgeschehen - RKI appelliert an Risikogruppen

Die Omikronvariante ist auch in dieser Woche die dominierende Art. Alle anderen, inklusive Delta, liegen unter einem Prozent. Der Omikron-Subtyp BA.2 macht 72 Prozent des Infektionsgeschehens aus. Dabei gibt es keine Hinweise auf unterschiedliche Schwere in der Erkrankung zwischen BA.1 und BA.2. Das RKI weist darauf hin, dass nicht jeder Einzelfall erfasst werden kann. Die Meldedaten liefern jedoch einen guten Überblick über die Gesamtentwicklung der Pandemie-Lage.

Die Impfung hat aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit gegenüber einem schweren Verlauf auch bei Erkrankungen durch die Omikron-Variante nicht an Bedeutung verloren.

Robert-Koch-Institut

Insbesondere Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren rief das RKI auf, sich gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission - diese war bereits Anfang Februar ausgesprochen worden - mit einer zweiten Auffrischimpfung vor einer schweren Erkrankung zu schützen. Bisher haben davon laut Bericht rund 1,67 Millionen Menschen Gebrauch gemacht. „Die Impfung hat aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit gegenüber einem schweren Verlauf auch bei Erkrankungen durch die Omikron-Variante nicht an Bedeutung verloren“, betonte das RKI.

Baden-Württemberg-Minister fordert Ende der Pandemie - Distanzierung Kretschmanns folgt prompt

Update vom 24. März, 19.13 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich von der Forderung seines Sozialministers Manne Lucha nach einem baldigen Ende der pandemischen Lage distanziert. Auf die Frage, ob Luchas Brief an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mit Kretschmann abgestimmt war, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstagabend der dpa in Stuttgart: „Nein, war er nicht.“ Lucha ruderte am Abend teilweise zurück, nachdem er aus der grün-schwarzen Koalition weiteren Druck bekommen hatte. „Wir erklären die Pandemie explizit nicht für beendet“, erklärte ein Ministeriumssprecher. „Es gibt keinen Strategiewechsel bei den Schutzmaßnahmen.“

Update vom 24. März, 18.40 Uhr: Baden-Württemberg will die Pandemie nach über zwei Jahren offiziell für beendet erklären. In einem Schreiben an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) forderte der Stuttgarter Sozialminister Manne Lucha (Grüne), der Bund solle Ende April den Wechsel von der pandemischen in die endemische Phase einläuten. Dann sei auch die Saison der Atemwegserkrankungen vorbei.

Eine solche Entscheidung hätte weitreichende Folgen: Das Coronavirus würde wie das Grippevirus eingestuft. Es gäbe praktisch keine Tests und für positiv Getestete und Erkrankte keine vorgeschriebene Quarantäne mehr. Als Grund für ein baldiges Ausrufen der endemischen Phase führte Lucha an, die Gesundheitsämter hätten wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante keinen Einfluss mehr auf das Ausbruchsgeschehen. Was dazu passt: Das Land fährt sein Impfangebot Ende nächster Woche wegen fehlender Nachfrage massiv herunter (siehe Update vom 24. März, 12.32 Uhr).

Update vom 24. März, 17.23 Uhr: Keine Masken und keine vierte Impfung für alle? Einmal mehr wirbt Prof. Dr. Hendrik Streeck für einen pragmatischeren Umgang in der Corona-Pandemie

Mecklenburg-Vorpommern jetzt Corona-Hotspot

Update vom 24. März, 14.40 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will an den Corona-Schutzvorschriften über den 2. April hinaus festhalten. Der Landtag in Schwerin stimmte am Donnerstag mehrheitlich einem Antrag der rot-roten Landesregierung zu, nach dem alle sechs Landkreise und die beiden kreisfreien Städte Rostock und Schwerin als sogenannte Hotspots eingestuft werden.

Damit bleiben etwa die Maskenpflicht in Innenbereichen und die Testpflicht für Ungeimpfte bei Restaurantbesuchen bis zum 27. April wirksam. Allerdings soll geprüft werden, ob in Interesse der Tourismusbranche die 3G-Regel für Hotels und Gaststätten schon vor Beginn der Reisezeit zu Ostern (17. April) aufgehoben werden kann.

Hospitalisierungsrate gibt das RKI mit 7,28 an - So ist die Lage auf den Intensivstationen

Update vom 24. März, 13.03 Uhr: Der Druck auf die Intensivstationen ist weiter hoch. 2.288 Covid-19-Patienten müssen derzeit intensivmedizinisch behandelt werden. Davon müssen 884 künstlich beatmet werden. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Donnerstag (Stand: 11:06 Uhr) hervor. Am Vortag waren es insgesamt 2.335 Covid-19-Fälle.

Die Hospitalisierungsinzidenz gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 7,28 (Dienstag: 7,08) an. In der Altersgruppe ab 60 Jahre liegt der Wert bei 16,37. Bei nicht allen Patienten mit einem positiven Corona-Test waren Covid-Symptome der Grund für eine Einweisung in ein Krankenhaus.

Geschlossene Covid-19 Normalstation Viele Patienten im Krankenhaus werden positiv auf Corona getestet.
Corona: Viele Patienten im Krankenhaus werden positiv auf Corona getestet. © Marijan Murat/dpa

NDR: Hospitalisierungsrate unterschätzt die Entwicklung der Pandemie in der Regel massiv

Die Hospitalisierungsrate spiegelt allerdings nicht die tatsächliche Situation in den Krankenhäusern wider, kritisieren Experten. Zahlreiche Krankenhausaufnahmen werden verspätet gemeldet. „Die Werte unterschätzen den Ernst der Lage massiv“, berichtet der NDR. In Norddeutschland sei die Lage viel schlimmer, als die offiziellen Werte zeigten. Besonders betroffen wäre beispielsweise Hamburg. Hier würden die Meldungen deutlich hinterherhinken. Die jüngste Hospitalisierungsrate gibt das RKI mit 3,4 an. Nach wissenschaftlichen Berechnung des NDR würde der Wert zwischen 6,6 und 10,3 liegen.

 „Deltakron“ - Experten sprechen sich gegen diese Bezeichnung aus

Update vom 24. März, 12.40 Uhr: Berichte über „Deltakron“-Fälle häufen sich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet eine sogenannte Rekombinante aus je einem Subtyp von Delta (AY.4) und Omikron (BA.1). Das Fachkürzel lautet XD. In Deutschland gibt es laut RKI bisher einen bestätigten Fall. Corona-Experten halten die Bezeichnung „Deltakron“ für wenig sinnvoll. Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek stört sich daran*.

Baden-Württemberg fährt Impfangebot ab 1. April massiv zurück

Update vom 24. März, 12.32 Uhr: Baden-Württemberg fährt sein Impfangebot zum 1. April wegen fehlender Nachfrage massiv herunter. Zunächst soll es nur noch ein mobiles Impfteam und einen Stützpunkt pro Stadt- und Landkreis geben. Nach den Fraktionen von Grünen und CDU stimmte auch die Regierung dem Vorschlag des Sozialministeriums am Donnerstag zu. Bisher hatte es etwa 350 mobile Teams und 135 Impfstützpunkte gegeben, die vom Land finanziert wurden. Die Koalition ist überzeugt, dass es mit der verbleibenden Struktur möglich sei, flexibel zu reagieren, wenn sich die Pandemie dramatisch zuspitzen sollte.

Das Land will zusätzlich noch Geflüchteten aus der Ukraine ein Impfangebot machen. Bei Bedarf sollen dafür noch einmal zusätzlich zehn mobile Einheiten eingesetzt werden. Das neue Impfkonzept, mit dem vor allem auch hohe Kosten gesenkt werden, soll bis Ende Mai überprüft werden. Dann soll geklärt werden, ob eine Impfeinheit für zwei Stadt- oder Landkreise ausreicht. Zudem könne man dann entscheiden, ob man die zehn Impfteams für ukrainische Geflüchtete auf fünf reduzieren kann.

Deutschland: Corona-Impftempo nimmt weiter ab

Update vom 24. März, 12.15 Uhr: Das Tempo der Impfungen gegen das Coronavirus nimmt in Deutschland weiter ab. Am Mittwoch wurden im ganzen Land lediglich 60.000 Impfdosen verabreicht, wie aus RKI-Daten hervorgeht. In der Regel kommen noch einige Nachmeldungen dazu. Am Mittwoch vor einer Woche waren es rund 82.000 Impfungen, zwei Wochen zuvor waren es mehr als 100.000.

Mindestens 63,1 Millionen Menschen (75,9 Prozent der Gesamtbevölkerung) haben nun einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen notwendig sind. Mindestens 48,6 Millionen Menschen (58,4 Prozent) haben zusätzlich eine Booster-Impfung erhalten. 19,5 Millionen Menschen (23,5 Prozent) sind bislang nicht geimpft. Für 4,0 Millionen (4,8 Prozent) davon ist bislang aber kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind.

Corona in Deutschland: Verdi spricht sich gegen Aufhebung der Maskenpflicht aus

Update vom 24. März, 9.30 Uhr: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sich gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht im Handel ausgesprochen. „Wir sehen die Aufhebung der Maskenpflicht in der jetzigen Lage angesichts der hohen Infektionszahlen kritisch, vor allem für alles was sich im öffentlichen Raum abspielt, also auch für den Handel“, sagte das für Handel zuständige Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Sie sieht dabei auch die Unternehmen in der Pflicht: „Es geht nicht nur um Umsatz, sondern darum, wie man die Beschäftigten am besten schützt und auch die Kundinnen und Kunden.“ Viele Beschäftigte würden sich große Sorgen machen. „Sie haben jetzt zwei Jahre lang in der Pandemie den Laden buchstäblich am Laufen gehalten und haben das Recht, geschützt zu werden und gut und gesund durch die Pandemie zu kommen“, mahnte Nutzenberger.

Corona in Deutschland: RKI meldet erstmals mehr als 300.000 Neuinfektionen

Erstmeldung vom 24. März: Berlin - Die Omikron-Welle in Deutschland rollt weiter und sorgt für neue Höchstwerte. Erstmals in der Pandemie sind innerhalb eines Tages mehr als 300.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus* an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Donnerstagmorgen 318.387 Fälle in 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 294.931 erfasste Neuinfektionen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* gab das RKI mit 1752,0 an – das ist ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1734,2 gelegen. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 1651,4 (Vormonat: 1265,0). Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt.

Deutschlandweit wurden den RKI-Angaben* zufolge 300 Todesfälle binnen eines Tages verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz – gab das RKI zuletzt am Mittwoch mit 7,23 an (Dienstag: 7,08). Darunter sind allerdings auch Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Hohe Corona-Zahlen: Ausfall von Lehrkräften – Schulen am Limit

Angesichts der hohen Corona-Zahlen* warnen Bildungsgewerkschaften davor, dass die Schulen an ihre Belastungsgrenze kommen. „Der corona-bedingte Ausfall von Lehrkräften trifft die Schulen aktuell heftig“, sagte Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Eine Lehrerin unterrichtet Schüler im Fach Deutsch.
Schulen müssen durch die hohen Corona-Zahlen auf immer mehr Lehrkräfte verzichten. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa

„Die Zahl der Krankmeldungen wird in den nächsten Wochen weiter steigen, weil die Corona-Schutzmaßnahmen weitestgehend fallen sollen beziehungsweise bereits einkassiert worden sind“, warnte sie. Dies sei eine falsche Entscheidung der Politik. Bensinger-Stolze betonte: „Wir appellieren an alle politisch Verantwortlichen, an der Maskenpflicht ebenso wie an Hygiene- und Testkonzepten festzuhalten, damit die Situation nicht aus dem Ruder läuft. Die Lehrkräfte arbeiten bereits jetzt am Limit.“

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem RND: „Die Dynamik der Omikron-Variante sorgt in den Schulen für ein immer dramatischeres Infektionsgeschehen und vermehrte Ausfälle von Lehrkräften durch eigene Infektionen und Quarantäne.“ Das verstärke den Teufelskreis, dass die verbliebenen Lehrkräfte, die nicht krank seien, immer stärker belastet würden. „Wir spüren in den Schulen Tag für Tag, wie sehr es sich jetzt mehr denn je rächt, dass die Politik den Schulen über Jahre hinweg die personelle Ausstattung verweigert hat, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben gebraucht hätten und brauchen“, beklagte Beckmann. (ph mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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