13.000 Dateien müssen ausgewertet werden

Missbrauch auf Campingplatz: Opferzahl gestiegen

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Über Jahre kam es auf dem Campingplatz Eichwald zu Kindesmissbrauch. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang.

31 Kinder sollen über Jahre auf einem Campingplatz in Lüdge missbraucht worden sein. Auch der Verdacht auf Kinderpornografie steht im Raum. Drei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. 

  • Auf einem Campingplatz in NRW sollen Kinder über Jahre missbraucht worden sein – Opferzahl auf 31 gestiegen
  • Die Polizei hat drei Männer festgenommen.
  • Sie werden des schweren Kindermissbrauchs und der Kinderpornografie beschuldigt.

Update vom 11. Februar 2019:

Die Opferzahl im Skandal um den massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde ist auf 31 gestiegen. Dabei handelt es sich um 27 Mädchen und vier Jungen, wie die Ermittler am Montag in Bielefeld mitteilten. Die Kinder waren bei den Sexualstraftaten meist zwischen vier und 13 Jahre alt. Zuletzt hatten die Behörden von 29 identifizierten Opfern berichtet.

Die Missbrauchsserie auf dem Campingplatz "Eichwald" in Lügde war vor knapp zwei Wochen bekannt geworden. Der Hauptverdächtige, ein 56 Jahre alter Stammgast auf dem Campingplatz, sowie zwei weitere Männer im Alter von 48 und 33 Jahren sitzen in Untersuchungshaft.

Missbrauch auf Campingplatz: Polizei erhält zahlreiche Hinweise

Update vom 06. Februar 2019: Rund eine Woche nach Bekanntwerden des massenhaften sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz nahe Detmold sind bei der Polizei zahlreiche weitere Hinweise eingegangen. 

Bis zum Mittwochmorgen waren es nach Angaben der Ermittler 49. „Der größte Teil davon hat uns direkt am Donnerstag und Freitag nach der Pressekonferenz erreicht“, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Die Hinweise würden derzeit noch ausgewertet. Zum Inhalt der Hinweise und zu ihrem Wert für die Ermittlungen äußerte sich der Sprecher nicht.

Missbrauch auf Campingplatz: Jetzt wird die Arbeit des Jugendamts unter die Lupe genommen

Update vom 5. Februar 2019: Nach dem Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde in Nordrhein-Westfalen hat der benachbarte niedersächsische Landkreis Hameln-Pyrmont umfassende Aufklärung zu den Jugendamtsentscheidungen über ein betroffenes Pflegekind angekündigt. Es sei derzeit aber noch völlig unklar, ob seine Behörde einen Fehler gemacht habe, sagte Landrat Tjark Bartels (SPD). Eines der missbrauchten Mädchen lebte jahrelang als Pflegekind bei einem Verdächtigen auf dem Campingplatz. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 56-Jährige das Mädchen auch als Lockvogel missbraucht haben könnte, um an andere Kinder heranzukommen.

Die Unterbringung bei dem Mann, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, sei auf Wunsch der Mutter erfolgt und sieben Monate lang geprüft worden, betonte Bartels. Sie wohnt im Kreis Hameln-Pyrmont. Ob Hinweise von Zeugen auf einen möglichen sexuellen Missbrauch des Pflegekindes 2016 in seinem Jugendamt geprüft worden seien, könne er im Moment nicht sagen. „Die Akten liegen bei der Staatsanwaltschaft.“

Missbrauch auf Campingplatz: NRW-Innenminister rechnet mit noch mehr Opfern

Update vom 3. Februar 2019: Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) rechnet damit, dass die Zahl der Opfer des jahrelangen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde noch steigt. „Bisher haben wir 29 Opfer, und die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass das mehr sein werden“, sagte Reul am Sonntag im Deutschlandfunk. Die Ermittler müssten 13.000 Dateien mit Kinderpornografie auswerten. Das Landeskriminalamt NRW helfe dabei mit. Reul räumte schwere Fehler der Polizei in dem Fall ein. „Das ist Behördenversagen an allen Ecken und Kanten“, sagte er. Deswegen sei auch gegen Polizisten Strafanzeige gestellt worden, die im Jahr 2016 Hinweisen nicht nachgegangen seien. „Wir prüfen jetzt ganz genau, woran das gelegen hat, um daraus auch Konsequenzen zu ziehen“, sagte der Innenminister.

Missbrauch auf Campingplatz: Ekel-Aussage des Haupttäters blieb folgenlos  

Update vom 2. Februar 2019: In dem unsäglichen Missbrauchsfall auf dem Campingplatz Eichwald kommen immer mehr unglaubliche Details ans Licht. So berichtet jetzt der Spiegel, dass es bereits 2016 konkrete Aussagen zu dem mutmaßlichen Haupttäter Andreas V. und seiner Pflegetochter gegeben habe. Eine Mitarbeiterin des Jobscenters Blomberg habe sich mit einem schriftlichen Gedächtnisprotokoll an die Polizei in Lippe gewandt. In dem Protokoll habe die Mitarbeiterin von Äußerungen des Mannes und des Kindes berichtet. Das Mädchen soll demnach gesagt haben, es ekele sich vor dem Geruch von Männern. Andreas V. habe erzählt, das Kind würde ihn "heiß machen" und dann plötzlich nicht mehr wollen. So seien halt Frauen. Für Süßigkeiten würde das Mädchen "alles machen". Die Anzeige der Jobcenter-Mitarbeiterin habe sich jedoch auf den Verdacht der Verwahrlosung eines Kindes bezogen, nicht auf sexuellen Missbrauch.

Die News vom 1. Februar 2019,  15.38 Uhr: Die Zahl der bislang bekannten Opfer von schwerem sexuellen Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde ist von 23 auf 29 gestiegen. Das teilte die Bielefelder Polizei am Freitag mit. Nach der Pressekonferenz zu dem Fall am Mittwoch gab es nach Angaben der Ermittler Informationen auf mögliche neue Opfer. Die Auswertung führte dann zu weiteren Betroffenen. Weitere Details wie Altersangaben wollte die Polizei nicht nennen.

14.56 Uhr: Jens R. erhob bereits vor wenigen Tagen schwere Vorwürfe. Der 56-Jährige Familienvater meldete einen möglichen Missbrauch seiner beiden Töchter bereits vor zwei Jahren, trotzdem wurde der unglaubliche Missbrauchsfall in Lügde erst im Dezember aufgedeckt. Im Interview mit der Bild konkretisiert Jens R. nun seine Vorwürfe. Demnach habe es immer wieder auffällige Situationen gegeben, die auf ein unnormales Verhalten des Verdächtigen hingewiesen hatten. 

Jens R. und der aktuell Beschuldigte hätten sich zur damaligen Zeit gekannt, Andreas V. habe ihm dann angeboten, auf seine Kinder aufpassen zu können. Das Angebot habe der Frührentner aber abgelehnt. Mit der Zeit sei ihm dann ein seltsames Verhalten bei dem Dauercamper aufgefallen. „Wenn er die Kinder hochgehoben hat, hat er Ihnen in den Schritt gefasst. Das habe ich ihm bei meinen eigenen beiden Kindern untersagt“, berichtet der Familienvater. 

Doch es sei sogar noch schlimmer gekommen, Jens R. berichtet im Interview mit der Bild von einem schockierenden Vorfall. „Einmal trug er meine Tochter auf der Schulter, sagte zu ihr, dass sie ihren Rock hochheben soll“, erklärt der 56-Jährige. Als ihn der Familienvater auf das ungewöhnliche Verhalten anspricht, antwortete V. sinngemäß, dass ihm das gefalle. „Da habe ich ihm eine gezimmert“, so der Vater der beiden Mädchen. 

Missbrauch auf Campingplatz: Polizei Bielefeld übernimmt Ermittlungen

13.49 Uhr: Im Fall des jahrelangen Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde hat das Polizeipräsidium Bielefeld die Ermittlungen übernommen. Der Fall habe eine solche Dimension angenommen, dass jetzt Bielefeld als übergeordnete Behörde den Fall an sich gezogen habe. „Das hat Kapazitätsgründe“, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Zusätzlich zu den Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen und mehrere Jugendämter steht auch die Polizei in der Kritik. Bereits 2016 sollen zwei Hinweise auf sexuellen Missbrauch bei der Polizei Lippe eingegangen sein. Nach Telefongesprächen mit den Zeugen leiteten die Beamten die Hinweise an das Jugendamt weiter. Weitere Schritte blieben aber aus.

Die Staatsanwaltschaft Detmold hatte am Donnerstag bestätigt, dass auch gegen die Polizei ermittelt werde. Da Polizeibeamte bei Verdachtshinweisen laut Strafprozessordnung zur Verfolgung verpflichtet seien, sei diese Überprüfung jetzt folgerichtig, sagte ein Ministeriumssprecher.

Missbrauch auf Campingplatz: Jetzt wird auch gegen die Polizei ermittelt

Update vom 1. Februar 2019, 11.54 Uhr: Das Entsetzen über den Missbrauch von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Lüdge hält Deutschland weiter fest im Griff, offenbar gab es bereits vor zwei Jahren erste Hinweise auf einen möglichen Missbrauch. Für viele unverständlich: dem dringend Tatverdächtigen wurde sogar eine Pflegetochter in Obhut gegeben. Seit 2016 habe das Mädchen bei dem Hauptbeschuldigten auf dem Campingplatz gelebt, auf ausdrücklichen Wunsch der Kindsmutter, wie der Kreis Hameln-Pyrmont im Gespräch mit Bild erklärt. 

Obwohl die Wohnsituation „sicherlich nicht optimal“ gewesen sei, wurde das Mädchen in die Obhut des Mannes gegeben. „Weder der Gesundheitszustand, die finanzielle Lage noch das erweiterte Führungszeugnis des Mannes gaben Grund zur Beanstandung. Entscheidend war die gute Bindung des Kindes zu dem Pflegevater, sein Einsatz für das Kind und erkennbare deutliche Verbesserungen des Entwicklungszustandes des Kindes, die auch durch Berichte aus den betreuenden Einrichtungen belegt wurden“, so die Erklärung. 

Obwohl ein wöchentlicher Jugendhilfeträger im Einsatz gewesen sei und die Situation im Dezember 2017 erneut geprüft worden sei, habe es keinerlei Beanstandungen im Verhältnis gegeben. 

Das waren die News vom 31. Januar 2019

18.03 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt in dem Fall der massenhaften Vergewaltigung jetzt auch gegen die Polizei des Kreises Lippe. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Ralf Vetter gab es bereits 2016 Hinweise von zwei Zeugen zum möglichen sexuellen Missbrauch eines Pflegekindes durch den Hauptbeschuldigten.

„Ein Zeuge hatte sich im August 2016 telefonisch an die Polizei, das Jugendamt und den Kinderschutzbund gewandt“, sagte Vetter am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei habe den Hinweis auch an das Jugendamt Lippe weitergeleitet. Polizeiliche Ermittlungen habe es aber nicht gegeben. „Wir prüfen jetzt, ob die Polizei nicht weitere Schritte hätte einleiten müssen“, sagt Vetter.

Video: Männer sollen auf Campingplatz 23 Kinder missbraucht haben

Im November 2016 erfolgte eine weitere Meldung durch eine Mitarbeiterin des Jobcenters Blomberg an die Polizei und das Jugendamt Lippe. Dabei ging es laut Vetter um Äußerungen des Pflegevaters, die auf sexuellen Missbrauch des Kindes hindeuten konnten. Auch in diesem Fall reichte die Polizei den Hinweis an das Jugendamt weiter. Weitere Ermittlungen oder ein Hinweis an die Staatsanwaltschaft erfolgten nicht. 

16.43 Uhr: Bei den Ermittlungen wegen des massenhaften sexuellen Missbrauchs von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei neue Hinweise bekommen. Eine neue Opferzahl gebe es aber nicht, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Details zu den Hinweisen nannte er nicht. „Wir müssen weiter ermitteln“, betonte der Sprecher. Die Polizei hoffe auf weitere Hinweise.

Lesen Sie auch: Mann stirbt nach brutaler Messerattacke: Blutspuren führten zum Täter.

18-Jährige berichtet: "Er hat mich vergewaltigt"

15.13 Uhr Mindestens 23 Kinder soll Andreas V. auf dem Campingplatz missbraucht haben, nun spricht eines seiner möglichen Opfer. Die heute 18-jährige Jana sei über Jahre hinweg missbraucht worden. „Damals habe ich noch nicht verstanden, was das ist“, erzählt das Mädchen im Interview mit RTL. Dann erhebt die 18-Jährige schwere Vorwürfe, im Alter von acht Jahren habe Andreas V. sie zum ersten Mal vergewaltigt. „Er hat mich dann tatsächlich vergewaltigt. Er hat wirklich tatsächlich mit mir Geschlechtsverkehr gehabt“, so die junge Frau.

„Wir haben sehr vieles unternommen. Wir sind in Freizeitparks gefahren, in Schwimmbäder und haben auf dem Campingplatz gespielt“, so die heute 18-Jährige. Um an die Kinder heranzukommen, habe der 57-Jährige mit Spielzeug gelockt: „Er hat uns immer sehr viel geholt und sehr viel gekauft. Er hat uns sogar ein eigenes Pferd gekauft.“ Der Missbrauch habe jahrelang angehalten, für die junge Frau heute unvorstellbar: „Es war jedes Wochenende so. Ungefähr im Alter von acht bis elf Jahren, bis ich realisiert habe, was da vorgefallen ist.“

Auch owl24.de* berichtet ausführlich über den Missbrauchs-Fall in NRW.

Mindestens 23 Opfer: Vater meldete Missbrauch bereits vor zwei Jahren

11.42 Uhr: Mindestens 23 Kinder sollen jahrelang auf dem Campingplatz in Lügde missbraucht worden sein, nun meldet sich der Vater zweier betroffener Mädchen zu Wort. Im Gespräch mit der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) erhebt Jens R. schwere Vorwürfe. Der 57-Jährige sei bereits 2016 zur Polizei, dem Jugendamt und Kinderschutzbund gegangen, da Dauercamper Andreas V. seine beiden Töchter unsittlich berührt habe. Als sich die Ämter nach einigen Wochen bei ihm meldeten, seien die Vorwürfe nicht ernst genommen worden. 

„Sie sicherten mir zu, dass beim Dauercamper alles in Ordnung sei. Ich solle vorsichtig sein mit meinem Äußerungen, da ich auch wegen Rufmordes und übler Nachrede angezeigt werden könnte“, so der Familienvater. Wie Oberstaatsanwalt Ralf Vetter der Zeitung bestätigt, seien die Aussagen des Vaters aus dem Jahr 2016 bekannt. 

Als wären die Vorwürfe des 57-Jährigen nicht heftig genug, vermutet der Familienvater noch weitere Opfer: „Er hat mir erzählt, dass er auch in einem Kinderdorf und in Schwimmbädern mit Kindern gearbeitet hat.“ Nun werde geprüft, ob Behörden in der Aufarbeitung der Vorwürfe Fehler gemacht hätten. 

10.49 Uhr: Bei den Ermittlungen wegen des massenhaften sexuellen Missbrauchs von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei neue Hinweise bekommen. Eine neue Opferzahl gebe es aber nicht, sagte ein Polizei-Sprecher am Donnerstagmorgen zum Geschehen in Lügde bei Detmold. Details zu den Hinweisen nannte er nicht. „Wir müssen weiter ermitteln“, betonte der Sprecher. Die Polizei hoffe auf weitere Hinweise. Am Mittwoch hatten die Ermittler Details in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Update 31. Januar, 6.50 Uhr:

Nach dem sexuellen Missbrauch von mindestens 23 Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen hat der zuständige Beauftragte der Bundesregierung seine Forderung nach einer Meldepflicht für Internet-Anbieter bekräftigt. Wenn diese auf kinderpornografisches Material stießen, sollten sie es dem Bundeskriminalamt (BKA) melden, sagte Johannes-Wilhelm Rörig dem „Westfalen-Blatt“ (Donnerstag).

Der Missbrauchsbeauftragte hatte schon im vergangenen Juni die Einführung einer Meldepflicht für Internet-Provider verlangt. Bisher kämen in Deutschland Meldungen zu Missbrauchsdarstellungen vor allem vom US-Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (National Center for Missing and Exploited Children, NCMEC), weil in den Vereinigten Staaten eine gesetzliche Meldepflicht gelte, erklärte er damals. Auch deutsche Anbieter sollten gesetzlich verpflichtet werden, Verdachtsfälle auf Kinder- und Jugendpornografie an eine zentrale Stelle - zum Beispiel beim BKA - zu melden, hatte Rörig gefordert.

Missbrauch von 23 Kindern auf Campingplatz – Polizei ermittelt auch wegen Kinderpornografie

Update: 15.15 Uhr: Im Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die Jugendämter des Kreises Lippe und des Landkreises Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. „Wir überprüfen, ob die Behörden Fehler gemacht haben“, sagte der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen zwei Männer mindestens 23 Kinder sexuell missbraucht und kinderpornografisches Material hergestellt haben. Ein dritter Mann fungierte nach Ermittlerangaben als Auftraggeber. Es gehe um mehr als 1000 Einzeltaten. Die Verdächtigen - ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 33-Jähriger aus Steinheim bei Höxter und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen - seien in U-Haft.

Das Jugendamt des Kreises Lippe erfuhr nach eigenen Angaben Ende 2018 von einer Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs. Das betroffene Pflegekind, ein Mädchen, habe bei dem 56-Jährigen auf dem Campingplatz gelebt, sagte eine Kreissprecherin am Mittwoch. Das Mädchen sei „noch am selben Tag in Obhut genommen“ worden, hieß es.

Bereits Ende 2016 sei bei dem Jugendamt eine Kindeswohlgefährdung angezeigt worden. „Diese Anzeige bezog sich auf den Verdacht der Verwahrlosung eines Kindes - nicht eines möglichen Missbrauchs.“ Das Jugendamt habe „umgehend“ die Situation vor Ort geprüft. „Die Einschätzung der Mitarbeiter ergab: Das Kind lebte in keinem verwahrlosten Umfeld, sodass das Jugendamt das Kind nicht in Obhut nahm.“ Die Behörde habe aber empfohlen, die Unterbringung und häusliche Situation auf Dauer zu verändern.

Diese Einschätzung und der Hinweis auf eine latente Kindeswohlgefährdung sei an das zuständige Jugendamt im Landkreis Hameln-Pyrmont weitergeleitet worden mit der Bitte, die Unterbringung des Mädchens zu überprüfen. Die Mutter wohnt nach Behördenangaben in Hameln-Pyrmont. Durch eine Entscheidung des dortigen Jugendamtes habe das Kind bei dem 56-Jährigen gelebt. Sie sollen verwandt sein.

Drei Tatverdächtige wurden seit Dezember 2018 im Fall in Lügde festgenommen

Update: 12.30 Uhr: Heute Vormittag gab die Polizei Lippe eine Pressekonferenz zu den Ereignissen auf dem Campingplatz in Lügde. Dort wurden, neuesten Aussagen zufolge, seit 2008 circa 23 Kinder über Jahre sexuell missbraucht. Im Dezember 2018 konnte die Polizei die Vorgänge beenden.

Damals wurde der 56-jährige Hauptverdächtige festgenommen. Im Januar folgten zwei weitere Verhaftungen eines 48-Jährigen aus Stade und eines 33-Jährigen. Zum jetzigen Zeitpunkt werden zwei der drei Tatverdächtigen des schweren Kindesmissbrauchs beschuldigt. Ein Teilgeständnis des Mannes aus Stade liegt den Behörden bereits vor. Gegen den 33-jährigen Mann wird weiter ermittelt.

Lügde: Mindestens 23 Kinder wurden auf dem Campingplatz missbraucht

Die Täter sollen im Zeitraum von 2008 bis 2018 circa 23 Kinder im Alter von vier bis dreizehn Jahren sexuell missbraucht haben. Es wird allerdings angenommen, dass die Zahl der Opfer im Laufe der Ermittlungen noch weiter steigen wird. Bei den bisher bekannten Geschädigten handelt es sich nicht nur um Mädchen, auch Jungen sind unter den Opfern. Die Polizei geht dabei von mehr als 1000 Einzeltaten aus, die sich größtenteils auf dem Campingplatz in Lügde ereigneten.

Dauercamper auf dem Campingplatz Eichwald haben mindestens 23 Kinder über Jahre missbraucht.

Die drei Tatverdächtigen werden der Kinderpornografie beschuldigt

Zudem sollen alle drei Tatverdächtige kinderpornografische Videos angesehen oder selbst gedreht haben. Besonders der 56-jährige Hauptdächtige steht im Verdacht Kinderpornografie selbst erstellt zu haben. Den Behörden liegen im Zuge dessen momentan mehr als 13.000 Dateien vor. Weitere müssen noch analysiert werden. Fest steht jedoch, dass einige kinderpornografische Videos im Zuge des momentan untersuchten Missbrauchs entstanden.

Die drei Männer, die momentan in Untersuchungshaft sitzen, kannten sich durch das Internet. Über Darknet kommunizierten sie und konnten sich austauschen. Im realen Leben sollen sie sich nie gesehen haben. 

Missbrauch am Campingplatz Lügde: Weiteres Vorgehen der Polizei

Im Folgenden wird die Polizei Befragungen durchführen. Die misshandelten Kinder müssen dabei als Zeugen vernommen werden. Allerdings werden die Beamten, so die Sprecher bei der Pressekonferenz, auf ein besonders sensibles Verfahren achten. Es ist geplant die betroffenen Kinder in speziellen Kindervernehmungsräumen anzuhören, um eine angenehmere Atmosphäre zu schaffen und den Kindern die Befragung etwas zu erleichtern.

Zudem stehen nun umfangreiche Ermittlungen an, aber auch der Schutz und die Betreuung der Opfer ist für die Polizei sehr wichtig. „Das ist auch für uns nichts Alltägliches“, sagte ein Pressesprecher der Polizei.

Ermittler gaben weitere Details in einer Pressekonferenz bekannt

Update: 11.22 Uhr: Die Polizei gibt zum jetzigen Zeitpunkt eine Pressekonferenz zu genauen Details des Verbrechens am Campingplatz in Lügde. 

Owl24.de* berichtet im Ticker über die Pressekonferenz: Newsticker: 20 Kinder missbraucht – Behörden geben weitere Details bekannt

Missbrauch am Campingplatz: 56-Jähriger Hauptverdächtiger

Update: 30. Januar 2019, 10.09 Uhr: Über mehrere Jahre hinweg haben drei Täter auf einem Campingplatz bis zu 20 Kinder sexuell missbraucht. Eines der Opfer war offenbar die Pflegetochter eines 56-jährigen Täters. 

Nun ist bekannt: Der 56 Jahre alte Dauercamper gilt als Haupttäter, laut bild.de soll er über seine Pflegetochter an weitere Opfer gekommen sein. Über 30 Jahre lebte er auf dem Campingplatz Eichenwald in Lügde in einem Bretterverschlag, in dem laut bild.de auch die meisten der Verbrechen passierten. Nun ist die Gartenlaube gesperrt. Die Polizei riegelte das Gelände um die Laube ab.

Der Täter selbst zog vor 30 Jahren mit seinen Eltern auf den Campingplatz und lebte seit deren Tod auch weiter in dem Verschlag. Der Campingplatz-Betreiber Frank Schäfsmeier, auf dessen Platz die Laube steht, berichtete der Bild über den 56-Jährigen. Er verhielt sich komplett normal: „Der Mann war immer freundlich, hilfsbereit, völlig unauffällig.“

Ursprüngliche Meldung aus Lüdge: 20 Kinder auf Campingplatz missbraucht

Detmold -  Ein 56-jähriger Mann aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Lippe und zwei weitere Täter sollen nach WDR-Informationen über mehrere Jahre hinweg etwa 20 Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren missbraucht haben. 

Kindermissbrauch im Campingwagen in Lüdge

Tatort soll ein Campingplatz in Lügde gewesen sein, wie der Sender am Dienstag berichtete. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Detmold wollen am Mittwoch Einzelheiten zu dem Fall mitteilen.

Die Behörden sprachen in einer Einladung zu einer Pressekonferenz von einer "Vielzahl von Taten, bei denen Kinder schwer sexuell missbraucht wurden". In diesem Zusammenhang habe es drei Festnahmen gegeben. Weitere Details nannten die Ermittler zunächst nicht.

Tatort Campingplatz: Pflegetochter unter den Opfern

Laut WDR soll eine Mutter einem Dauercamper auf dem Platz in Lügde spätestens 2016 ihre Tochter überlassen haben. Kurz darauf gab es demnach Anzeigen, weil sexueller Missbrauch vermutet wurde. Doch die Ermittlungen von Jugendamt und Polizei brachten nichts Belastbares zu Tage, wie der Sender berichtete.

Trotz der Wohnsituation des Dauercampers und der vorliegenden Anzeigen habe das Jugendamt in ein Pflegeverhältnis eingewilligt - das Kind sei dem Dauercamper anvertraut geblieben. Seit der Festnahme des Mannes 2018 ermittele die Polizei. Nach WDR-Recherchen erstrecken sich die Ermittlungen auch auf das angrenzende Ausland, da auf dem Campingplatz auch Urlauber unter anderem aus den Niederlanden ihre Ferien verbringen.

AFP

Für Schlagzeilen sorgte vergangenes Jahr ein Missbrauchsfall in Freiburg: Ein Kind wird über Jahre von seiner Mutter und deren Freund missbraucht und Männern gegen Geld zur Vergewaltigung überlassen. 

Acht Jugendliche filmten Missbrauch von 13-Jähriger im Wald

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