Mexiko

Wutrede gegen Impfgegner: Moderator flippt im TV aus

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
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Ein Moderator hält eine Wutrede im TV und richtet sich an Impf- und Maskenverweigerer. Damit habe er eine Debatte über die Notwendigkeit des Impfens und das richtige Tragen von Masken eröffnen wollen.

Guadalajara - Der mexikanische TV-Moderator Leonardo Schwebel des Senders „Telediario Guadalajara“ richtet einen eindringlichen und leidenschaftlichen Appell für die Impfungen* gegen das Coronavirus an die Bevölkerung. Dabei kommt es im Laufe der Sendung „El Pulso“ zu einem immer stärker werdenden Wutausbruch von Schwebel.

Der Moderator wendet sich direkt in die Kamera an Impf- und Maskenverweigerer und ruft: „Ihr verdammten Impfgegner, ihr Haufen von Idioten. Hört auf mit eurem Scheiß und tragt wenigstens die Gesichtsmaske*! Und hört auf, für die ganze Welt auf die Bremse zu treten!“. Dazu deutet er auf eine FFP-2-Maske und demonstriert vor der Kamera, wie man sie richtig trägt. „Ja, ihr Impfgegner, ihr seid Idioten! Setzt eine Gesichtsmaske auf!“, sagt Schwebel dann.

Ein mexikanischer TV-Moderator richtete einen eindringlichen und leidenschaftlichen Appell für‘s Impfen an die Bevölkerung.

Mexiko: TV-Moderator hält Wutrede gegen Impf- und Maskenverweigerer im TV

Der Ausschnitt ging im Anschluss viral und wurde auch in den USA* im TV gezeigt, darunter in der „Jimmy Fallon Tonight Show“. In mehreren Interviews erklärte Schwebel den impulsiven Auftritt damit, dass er eine Debatte über die richtige Verwendung von Masken und die Wichtigkeit der Corona-Schutzimpfungen* eröffnen wollte. In der Fünf-Millionen-Stadt Guadalajara im Nordwesten Mexikos seien rund zwei Millionen Menschen nicht geimpft oder nicht ausreichend geimpft. Auch bemängelte der TV-Moderator den oft laschen Umgang mit der Corona-Maske, die häufig nicht oder nicht richtig getragen werde. Mexiko und die Welt bräuchten diese Debatte, da wir nicht noch weitere Jahre in der Pandemie* leben könnten, erklärte der TV-Moderator in einem Interview im TV von Costa Rica.

TV-Moderator wendet sich an Impfgegner: „Hört auf, für die ganze Welt auf die Bremse zu treten!“

Rund 50,3 Prozent der etwa 126 Millionen Einwohner in Mexiko gelten als zweimal geimpft. Die Booster-Impfung erhalten bisher nur Menschen ab 60 Jahren, Gesundheitspersonal und Lehrerinnen und Lehrer. In Mexiko wird nur wenig auf das Coronavirus getestet. Dennoch wurden in den vergangenen Tagen mehrfach über 40.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. In dem lateinamerikanischen Land wurden bisher rund 300.000 Covid-19-Todesfälle registriert. Allerdings soll es in Mexiko eine hohe Dunkelziffer an Todesfällen in Zusammenhang mit einer Coronainfektion geben.

In die Kritik geriet Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador. Der 68-Jährige spielte wiederholt die Gefahr des Coronavirus herunter und trug keine Maske. Zweimal erkrankte Obrador bereits an Corona. Allerdings ist der mexikanische Staatschef bereits dreimal geimpft. Die Coronaschutzimpfungen verhindern schwere Verläufe. (df) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © „Telediario Guadalajara“

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