News zur Corona-Variante

Experte fürchtet mehr Kinder durch Omikron in Kliniken: „Wir müssen in jedem Fall damit rechnen“

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Die neue Corona-Variante Omikron bleibt Gegenstand der Untersuchungen. Kinder sollen sich Gesundheitsexperte Lauterbach zufolge häufiger infizieren, die Debatte um Schulschließungen nimmt Fahrt auf. Der News-Ticker.

  • Laut Gesundheitsminister Lauterbach (SPD*) könnte Omikron die Pandemie*- Lage verändern.
  • Gegen die Ausbreitung der neuen Corona-Variante* empfiehlt der Politiker das Boostern*.
    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen fordert daher vorgezogene Booster-Impfungen (Update vom 11. Dezember, 8.59 Uhr).
  • Mit der Omikron-Variante sollen sich Kinder häufiger anstecken (Update vom 10. Dezember, 10.35 Uhr).
  • Dieser Newsticker zu Omikron* in Deutschland* und der Welt ist beendet.

Update vom 11. Dezember, 9.28 Uhr: Angesichts der drohenden Ausbreitung der Omikron-Variante erwarten Intensivmediziner eine Zunahme von Covid-19-Erkrankungen bei Kindern. "Die Zahl der infizierten Personen und damit auch der Kinder wird dramatisch ansteigen", sagte Florian Hoffmann, Kinder-Intensivmediziner und Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Infektiologen sprachen sich für kürzere Zeitabstände zwischen Zweit- und Drittimpfung aus.

Derzeit lasse sich zwar noch nicht sagen, ob Omikron auch häufiger zu schwereren Krankheitsverläufen führe, erklärte Hoffmann. Doch selbst bei milderen Verläufen könne allein die hohe Anzahl an Infizierten dazu führen, dass in absoluten Zahlen mehr Kinder ins Krankenhaus müssten als jetzt. "Wir müssen also in jedem Fall damit rechnen, dass durch Omikron mehr Kinder erkranken", sagte der Divi-Generalsekretär.

Grünen-Gesundheitspolitiker fordert vorgezogene Booster-Impfungen

Update vom 11. Dezember, 8.59 Uhr: Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat angesichts der sich weiter ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus ein höheres Impftempo und vorgezogene Booster-Impfungen gefordert. „Wir müssen nun in den Modus einer vorausschauenden Pandemiepolitik kommen“, sagte Dahmen der „Rheinischen Post“ vom Samstag. „Die Folgen von Omikron spüren wir noch nicht morgen, aber schon heute müssen wir uns dagegen wappnen.“

Das Boostern sei „wirksam und entscheidend“, wie aktuelle Daten zeigten. “Wir werden auch den Zeitpunkt der Booster-Impfungen vorziehen müssen“, sagte Dahmen. Deshalb sei jetzt „maximales Tempo beim Impfen“ nötig. Dahmen lobte, dass der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zusammen mit dem neuen Krisenstab „sofort mit einer Impfinventur für Klarheit“ sorge, wie viel Impfstoff wo und wann zur Verfügung stehe und dafür sorge, „dass schnellstmöglich so viele Menschen wie möglich geschützt werden“ könnten

Studie zur Omikron-Variante: Auch Geimpfte können sich infizieren

Update vom 10. Dezember, 19.31 Uhr: Die Virologin Sandra Ciesek hat auf Twitter die Studienergebnisse eines Preprints auf Twitter geteilt und bewertet. Ein internationales Forschungsteam der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und südafrikanischer Universitäten hat untersucht, wie gut eine zweite und eine dritte Impfung gegen die Omikron-Variante des Coronavirus schützt. Wie Merkur.de* berichtet, zieht die Wissenschaftlerin daraus zwei Schlüsse: 1) Auch 2-fach- und 3-fach-Geimpfte können sich mit der neuartigen Variante infizieren und Symptome haben. 2) Die Studie lässt vermuten, dass bei Geimpften eher milde Symptome auftreten.

Update vom 10. Dezember, 14.43 Uhr: In Großbritannien entdeckten Forscher eine „Tarnkappen“-Mutation der Omikron-Variante, die für PCR-Tests unsichtbar ist. Wie Wissenschaftler vermuten, könnte sich diese neue Form der Mutation auch anders verhalten.

Omikron-Variante: Lehrerverband zu möglichen Schulschließungen

Update vom 10. Dezember, 12.31 Uhr: „Kein absolutes Tabu“ dürften flächendeckende Schulschließungen bei hohen Corona-Inzidenzen unter Schülern künftig sein. Zumindest aus der Sicht des Deutschen Lehrerverbands. Angesichts der Omikron-Variante sei es „gefährlich, heute zu versprechen, dass es Schulschließungen nie wieder geben wird“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Damit würde die Politik einen ähnlichen Fehler begehen, wie mit dem generellen Ausschließen einer Impfpflicht.

Omikron könne „leider dazu führen, dass wir doch wieder in den Wechselunterricht gehen müssen“, sagte Meidinger. Gerade weil viele Kinder und Jugendliche noch keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz hätten, müsse es möglich sein, „wieder auf sämtliche Instrumente der Pandemiebekämpfung an Schulen zurückzugreifen“. Mit der neuen Variante des Coronavirus werde es „vermutlich noch lange dauern, bis wir endlich wieder zur Normalität im Schulbetrieb zurückkehren können“, prognostizierte Meidinger.

Die Kultusminister der Bundesländer hatten sich für offene Schulen und Hochschulen ausgesprochen - trotz der weiterhin schwierigen Lage in der Corona-Pandemie. „Das Bekenntnis zu offenen Bildungseinrichtungen eint uns nun wirklich in der KMK“, sagte Britta Ernst (SPD), Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK). Daran ändere auch die neue Omikron-Variante nichts.

Lauterbach wird deutlich: „Omikron befällt die Kinder sehr viel stärker als die bisherigen Varianten“

Update vom 10. Dezember, 10.35 Uhr: Wie gefährlich ist die neue Coronavirus-Variante für Kinder? „Nach allem, was wir bislang wissen, befällt die neue Omikron-Variante Kinder sehr viel stärker als die bisherigen Varianten“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dem Spiegel. „Die Kinder infizieren sich häufiger, und sie erkranken auch schwerer.“ Deshalb werde auch die Kinderimpfung wichtiger - zumindest spreche viel für eine Impfung von Kindern, so Lauterbach. „Für Kinder ist die Erkrankung die Gefahr, nicht die Impfung“, sagte er. Nebenwirkungen seien extrem rar.

In Deutschland rücken die Corona-Impfungen von Kindern unter zwölf näher. Am Donnerstag hat die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung zunächst nur bei Vorerkrankungen und für Kinder mit Kontakt zu Risikopatienten empfohlen. Gesunde Fünf- bis Elfjährige sollen aber auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung ebenfalls geimpft werden können, hieß es weiter.

In Südafrika wurde zuletzt eine auffällig erhöhte Quote von betroffenen Kindern, die ins mit einer Infektion ins Krankenhaus eingewiesen wurden, vermeldet. „Wir haben einen ziemlich starken Anstieg in allen Altersgruppen festgestellt, insbesondere bei den unter Fünfjährigen“, sagte Wassila Jassat vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) mit Blick auf die Hospitalisierungen. In Südafrika war die Omikron-Variante zuerst aufgetaucht.

Omikron-Variante in Deutschland:

Update vom 10. Dezember, 6.22 Uhr: Sieben Deutsche haben sich nach einer Untersuchung in Südafrika trotz Booster-Impfung mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert. „Durchbruchsinfektionen gibt es sehr viele. Was wir nicht wussten ist, dass auch eine Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer das nicht verhindert“, sagte Wolfgang Preiser, Mitglied des Forschungskonsortiums, das die Variante entdeckt hat, dem „Tagesspiegel“.

Omikron-Variante: Mehrere Deutsche trotz Booster-Impfung infiziert - „Darf man nicht falsch verstehen“

Preiser mahnte zugleich: „Das darf man natürlich nicht falsch verstehen, dass die Impfung nicht helfe. Im Gegenteil: Das zeigt nur, dass auch die bestmögliche Impfung offensichtlich nicht ausreicht, um eine Infektion zu verhindern - was wir ja schon geahnt haben.“ Die Studie von Preiser und Kollegen vom Donnerstag ist noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht. Keiner der sieben Deutschen im Alter von 25 bis 39 Jahren hatte mit einem schweren Verlauf der Infektion zu kämpfen. „Man kann jetzt natürlich sagen: Das sind doch ohnehin junge Leute. Aber man kann schon davon ausgehen, dass zumindest ein schwerer Verlauf verhindert wird“, sagte Preiser von der Stellenbosch University in der Nähe von Kapstadt.

Update vom 9. Dezember, 21.52 Uhr: Virologe Christian Drosten findet die Verbreitung der Omikron-Variante „besorgniserregend“. Man habe den Eindruck, „dass sich das Geschehen alle drei Tage verdoppelt“, sagte er in den ARD-„Tagesthemen“. Drosten warnte und rief zu Corona-Impfungen* auf.

Update vom 9. Dezember, 16.11 Uhr: Ein Großteil der bisher mit der Omikron infizierten Europäer hat offenbar einen „leichten“ Krankheitsverlauf. Das teilte jetzt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) mit. Es müssten allerdings noch mehr Daten gesammelt werden, „um zu ergründen, ob das Spektrum der Schwere des Krankheitsverlaufes bei Omikron unterschiedlich ist zu den bisher zirkulierenden Varianten“, hieß es.

Es könne noch keine Aussage gemacht werden zur Wirksamkeit der derzeit eingesetzten Corona-Impfstoffe gegen die neue Variante. Die Behörde werte alle verfügbaren Daten aus, um schnell Aussagen darüber treffen zu können.

Mediziner: Intensivstationen brauchen Inzidenz von unter 200

Update vom 9. Dezember, 14.37 Uhr: „Wir haben die Fallzahlen viel zu lange viel zu weit nach oben schnellen lassen. Wir müssen jetzt mit den Inzidenzen dringend ein gutes Stück runter, damit wir für Omikron Platz haben“: Divi-Experte Karagiannidis (siehe vorheriges Update) hat auch mit dem Spiegel gesprochen.

Nach seiner Einschätzung braucht Deutschland eine 7-Tage-Inzidenz von unter 200, um seine Intensivstationen arbeitsfähig zu halten. Aktuell liegt sie bei mehr als 420. Angesprochen auf die sich oftmals wiederholenden Appelle aus der Wissenschaft an die Politik sagte der Intensivmediziner dem Nachrichtenmagazin: „Manchmal kann ich mich selbst schon nicht mehr hören.“

Die Politik habe die Delta-Welle total unterschätzt und sich im kritischsten Moment in den Wahlkampf verrannt. „Ich würde empfehlen, dass die nächste Bundestagswahl verlegt wird, sollte sie noch einmal in eine kritische Phase einer Pandemie fallen.“

Transport eines Covid-19-Patienten: Die freien Intensivbetten sind bundesweit stark gesunken.

Intensivmediziner: Omikron wird wehtun - freie Betten auf Tiefstand

Update vom 9. Dezember, 13.35 Uhr: Omikron werde sich mit hoher Geschwindigkeit durchsetzen, glaubt der Divi-Intensivregister-Leiter Christian Karagiannidis im Gespräch mit der dpa. Die Zahl der bundesweit freien Intensivbetten ist ihm zufolge jedoch auf den niedrigsten bisher erfassten Stand gesunken: rund 2250, davon 921 spezifisch für Covid-19-Erkrankte (Stand 9. Dezember).

Auf einem solchen Level werde Omikron „wehtun, auch wenn es nicht ganz so schwer krank machen sollte“, sagte der Arzt. Er sprach von der Variante als drohende „große Unbekannte“, die aktuelle Lage sei sehr dynamisch.

Die Delta-Welle scheine in eine Seitwärtsbewegung überzugehen, insbesondere wegen sinkender Infektionszahlen in Bayern. Auf den Intensivstationen sei es mit nun knapp 5000 Covid-19-Patienten „ziemlich voll“. Hinzu kämen im Unterschied zu früheren Wellen weitere zu versorgende Notfälle, zum Beispiel Unfallopfer. In Phasen mit weitreichenden Kontaktbeschränkungen sei dies seltener gewesen, so Karagiannidis.

Wegen Omikron „ungeimpft“ trotz Zweifach-Piks? Lauterbach erwartet „neue Realität“

Erstmeldung vom 9. Dezember: Berlin - Noch wird Omikron genauer untersucht. Experten gehen aber schon jetzt davon aus, dass wir uns wegen der neuen Corona-Variante umstellen müssen. Zum Beispiel der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Der Mediziner und Epidemiologe sprach jetzt im „heute-journal“ des ZDF (Ausgabe vom 8. Dezember) von einer „neuen Realität“.

Die sähe so aus, dass man drei Impfungen brauche, um überhaupt „vor Omikron einigermaßen geschützt zu sein“. Der SPD-Politiker plädierte für das Boostern: „Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde.“

Und noch ginge es darum, die Ausbreitung der neuen Mutation zu verhindern. Man wolle durch die „2G“ (Zutritt nur als Genesener oder vollständig Geimpfter)die Infektionsketten durchbrechen. Das sei eine optimale Vorbereitung auf eine Omikron-Welle, „wenn sie denn käme“.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, „und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen“, betonte Lauterbach.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (ZDF) im „heute-journal“

Lauerbach spricht im ZDF über Omikron und Impfpflicht

Man müsse dafür sorgen, dass Omikron Deutschland so spät wie möglich erreiche. Wenn Variante flächendeckend würde, könnte das Auswirkungen darauf haben, wer als vollständig geimpft gilt. Vielleicht nur Menschen die bereits drei Piks erhalten haben. „Aber wir werden diese Brücke dann überqueren, wenn wir sie erreicht haben“, so Lauterbach.

Was ist mit einer allgemeinen Impfpflicht? Er spreche jetzt „nicht als Bundesgesundheitsminister, sondern einfach als Abgeordneter“, beantwortete Lauterbach die Frage. „Wir brauchen eine allgemeine Impfpflicht. Denn wir werden es nicht schaffen, mit einer Variante wie Omikron klarzukommen.“

Fauci zu neuem Impfstatus: „Eine Frage das Wann“

Sehr ähnlich äußerte sich auch der US-Immunologe Anthony Fauci. Auch er erwartet eine baldige Änderung der Definition, wer in den USA als vollständig gegen Corona geimpft gilt. „Es wird eine Frage des Wann und nicht des Ob sein“, Fauci am Mittwoch dem Sender CNN. Es werde niemand bestreiten, dass es für einen optimalen Schutz eine dritte Spritze brauche - unabhängig von der Definition, sagte Fauci.

Nach Angaben der Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer sind für einen ausreichenden Schutz vor der Omikron-Variante drei Dosen ihres Produktes nötig. Ersten Labordaten zufolge schützten zwei Dosen nicht ausreichend vor einer Infektion. Sie gehen allerdings davon aus, dass der Schutz vor einer schweren Erkrankung weiterhin gegeben ist. (frs mit Material von dpa und AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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