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Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz weitet sich aus – 250 Hektar in Flammen

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Von: Lukas Einkammerer

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Die Lage im Nationalpark Sächsische Schweiz und Böhmische Schweiz ist kritisch. Der Waldbrand weitete sich aus. Unklar ist am Donnerstagmorgen, ob es einen weiteren Brandherd gibt. News-Ticker.

Update vom 28. Juli, 11 Uhr: Waldbrände wüten aktuell in Brandenburg und in der Sächsischen Schweiz. An der Grenze zu Tschechien breiten sich die Flammen immer schneller aus. Alle weiteren Informationen finden Sie ab sofort in unserem aktuellen News-Ticker.

Update vom 28. Juli, 7.18 Uhr: Das Feuer greift nördlich des Großen Winterbergs von Böhmen über. Weiter nördlich vom bisherigen Brandgebiet zwischen Großem Winterberg und Großem Zschandbach habe das Feuer die Grenze von Böhmen in die Sächsische Schweiz überschritten, teilte der Pressesprecher des Landratsamtes Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunze, am Donnerstagmorgen mit. Es lasse sich aber noch nicht sagen, ob dort neben den bisherigen fünf Brandstellen ein weiterer großer Brandherd entstehe.

Neue Brandstelle im Nationalpark Sächsische Schweiz: Keine Entspannung bei Waldbrand in Sicht

Derzeit seien 275 Einsatzkräfte weiter bemüht, die Feuer einzudämmen. Diese Zahl der Einsatzkräfte werde im Tagesverlauf weiter aufgestockt. Es seien mittlerweile acht Löschhubschrauber im Einsatz. Derzeit stehen den Angaben nach etwa 250 Hektar Waldfläche in Flammen.

Das Feuer war am Wochenende im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien ausgebrochen und hatte am Montag auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen.

In Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz gilt seit Dienstag Katastrophenalarm. Touristen sollen das Gebiet meiden. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge dürfen bis auf Weiteres die Wälder nicht mehr betreten werden. Dort droht nach Behördenangaben vom Mittwochabend derzeit keine Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Ortschaften.

Waldbrand in Tschechien: Canadair-Flugzeuge aus Italien unterstützen Löscharbeiten

In der Böhmischen Schweiz geht der Großeinsatz der Feuerwehr weiter. In der Nacht auf Donnerstag seien rund 400 Kräfte der Feuerwehr im Einsatz. Ab dem Morgen sollen die Löscharbeiten wieder aus der Luft unterstützt werden. Darunter sind dann auch zwei Canadair-Maschinen aus Italien. Die beiden Flugzeuge sollen das Wasser aus dem See Milada unweit von Usti nad Ladem holen und kein Wasser aus der Elbe aufnehmen. Die beiden italienischen Canadair sind am Mittwoch aus Italien nach Prag geflogen. Ein Video vom ersten Flug hat die tschechische Feuerwehr auf Twitter geteilt.

Waldbrand in der Böhmischen Schweiz: Italien schickt Lösch-Flugzeuge nach Tschechien

Update vom 27. Juli, 16.14 Uhr: Die Lage in den Brandgebieten bleibt weiter angespannt, „jedoch nicht außer Kontrolle“, teilt das Landratsamt Pirna mit. Eine Ausbreitung auf angrenzende Häuser in der Sächsischen Schweiz gebe es nicht. Gerade im Raum Bad Schandau würden Gerüchte über gefährdete Wohngebäude und damit verbundene Evakuierungen kursieren. Das seien Falschmeldungen, die nicht weitergetragen werden sollten, warnt das Landratsamt.

Update vom 27. Juli, 14.23 Uhr: Tschechien bekommt Hilfe aus Italien. Zwei italienische Lösch-Flugzeuge Typ Canadair sollen gegen 17 Uhr in Prag landen. Hubschrauber aus Polen und der Slowakei sind schon bei den Löscharbeiten im Einsatz, teilt die tschechische Feuerwehr auf Twitter mit. Auch aus anderen Regionen des Landes trafen Feuerwehrleute ein, um erschöpfte Kollegen abzulösen.

Die Flammen wüteten auf einer Fläche von rund zehn Quadratkilometern im Nationalpark Böhmische Schweiz, teilte ein Sprecher der Einsatzkräfte am Mittwoch mit. Das Feuer bei Hřensko ist laut regionaler Feuerwehr ČTK unter Kontrolle. Drehleitern wurden eingesetzt, um Glutnester in den Felsen oberhalb der Stadt zu löschen. Bisher mussten rund 450 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Waldbrand im Nationalpark: Tschechische Feuerwehr berichtet von Schaulustigen

Auch auf der tschechischen Seite gibt es Gaffer. „Wir haben Informationen von einem Kollegen vor Ort, dass jemand 300 km gefahren ist, um sich das anzusehen“, twittert die Feuerwehr. Und appelliert, dies bitte nicht zu tun. Ein allgemeines Betretungsverbot im Nationalpark Böhmische Schweiz wurde nicht erlassen. Auf der deutschen Seite hatte der Landkreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge ein Waldbetretungsverbot verfügt.

Waldbrand Nationalpark Sächsische Schweiz: Super Pumas der Bundespolizei im Einsatz

Update vom 27. Juli, 13 Uhr: Super Pumas der Bundespolizei sind beim Löschen des Waldbrands in der Sächsischen Schweiz im Einsatz. Zwei Hubschrauber sollen die Waldbrandbekämpfung bei Schmilka unterstützen. Das teilte die Behörde via Twitter mit.

Gaffer bei Waldbrand: Kirnitzschtalbahn stellt wegen Katastrophentouristen Betrieb ein

Update vom 27. Juli, 9.47 Uhr: Wegen Gaffern hat die Kirnitzschtalbahn ihren Betrieb eingestellt, berichtet der MDR. Damit solle für einen begrenzten Zeitraum die Zureise von Schaulustigen in das Operationsgebiet der Waldbrandbekämpfung in der Hinteren Sächsischen Schweiz unterbunden werden. Schaulustige sollen demnach die Löscharbeiten am Dienstag behindert haben. Die Buslinie durch das Kirnitzschtal fahre allerdings weiterhin.

Waldbrand Nationalpark Sächsische Schweiz: So ist die Lage am Mittwoch

Update vom 27. Juli, 9.16 Uhr: Seit Sonntag brennt es in der Böhmischen Schweiz in Tschechien. Am Montag weitete sich das Feuer auf den Nationalpark Sächsische Schweiz aus. Noch ist der Waldbrand nicht gänzlich unter Kontrolle. In der Nacht hätten 148 Einsatzkräfte eine Ausweitung des Brandes verhindert. 

In zwei von fünf Brandgebieten sei die Lage nach wie vor angespannt, sagte der Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz, auf Anfrage. „Das Gebiet ist zerklüftet und nicht leicht zu erreichen“.

Die Lage im Nationalpark Sächsische Schweiz ist weiter angespannt. Der Waldbrand erstreckt sich über 250 Hektar.
Die Lage im Nationalpark Sächsische Schweiz ist weiter angespannt. Der Waldbrand erstreckt sich über 250 Hektar. © Robert Michael/dpa

Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz an drei Stellen unter Kontrolle

Update vom 26. Juli, 20.11 Uhr: Beim Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz bleibt die Lage angespannt. Die Löscharbeiten werden vor allem durch die Beschaffenheit des betroffenen Gebiets erschwert, teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstagabend mit. Problematisch sei neben der Unzugänglichkeit des Geländes auch die komplizierte Beschaffung von Löschwasser, welches unter anderem aus der Elbe und der Kirnitzsch geholt werde, sagte ein Sprecher.

Das Feuer erstreckte sich demnach über rund 250 Hektar. Insgesamt waren es nach wie vor fünf Einsatzstellen, von denen drei unter Kontrolle waren. Die anderen zwei breiteten sich aber unkontrolliert weiter aus, so der Sprecher. Über 400 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren waren am frühen Abend im Einsatz.

Auch die Landespolizei, Wasserschutzpolizei und Bereitschaftspolizei waren mit einigen Kräften im Einsatz und unterstützten die Löscharbeiten mit Hubschraubern und Wasserwerfern. Die Bundeswehr hatte ebenfalls drei Hubschrauber für den Löscheinsatz geschickt, die am Abend alle im Einsatz waren. Das Feuer hatte am Montag vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen.

Ein Waldbrand tobt im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Im Nationalpark Sächsische Schweiz tobt ein Waldbrand. © Robert Michael/dpa

Großfeuer wütet in der Sächsischen Schweiz: Umweltminister nennt Situation „verheerend“

Update vom 26. Juli, 17.45 Uhr: Sachsens Umweltminister Wolfram Günther hat sich wegen des Waldbrands in der Sächsischen Schweiz bestürzt geäußert. „Die aktuelle Waldbrandsaison in Sachsen ist verheerend“, wurde der Grünen-Politiker in einer Mitteilung am Dienstag zitiert: „Dieser Waldbrand ist eine Tragödie für die Region und für alle Menschen, die vom Tourismus leben.“

Günther appellierte an Bevölkerung und Touristen, das Brandgebiet zu meiden und sich an die Betretungsverbote zu halten. „Wir erleben hier die Folgen der Klimakrise mit Dürre, Hitze und ausgetrockneten Wäldern“, ergänzte er.

Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz: Katastrophenalarm für Bad Schandau ausgerufen

Erstmeldung vom 26. Juli: Sebnitz/Bad Schandau - Es sind tragische Bilder, die sich im Nationalpark Sächsische Schweiz an der deutsch-tschechischen Grenze abspielen. Nachdem ein Waldbrand in der Böhmischen Schweiz am Montag (25. Juli) auf die Wälder in Sachsen übergegriffen hatte, sind derzeit rund 250 Rettungskräfte im Einsatz und kämpfen mit Wasserwerfern und Hubschraubern ohne Unterlass gegen die Flammen.

Während sich die Einsatzkräfte an fünf Orten weiter gegen das Feuer stemmen, ist für die Stadt Bad Schandau, die am Rande des Nationalparks liegt, ein Katastrophenalarm ausgesprochen worden. Laut einer Warnung des Landratsamts Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sollen sämtliche Touristen die hinteren Gebiete des Parks meiden - es bestehe Leib- und Lebensgefahr.

60 Kinder gerettet: Flammen bedrohten Ferienlager in tschechischem Teil des Parks

Bereits am Montag (25. Juli) sind rund 60 Kinder aus dem Nationalpark gerettet worden. Wie eine Sprecherin des Ferienland e.V gegenüber der Leipziger Volkszeitung bestätigte, stammen diese unter anderem aus Leipzig, Dresden, Halle und Chemnitz. Sie befanden sich in einem Ferienlager in Ceska Kamenice im tschechischen Teil des Parks und wurden nach Bad Schandau evakuiert. Derzeit befinden sich die Kinder in Betreuung und Versorgung durch die Johanniter aus Pirna und sollen im Laufe des Tages nach Hause zurück kehren dürfen.

Waldbrand in der Sächsischen Schweiz: Bundeswehr sichert Hilfe zu

Zusätzlich zu den mehr als 250 Einsatzkräften, die seit Dienstagmorgen im Einsatz sind, will die Bundeswehr weitere Unterstützung schicken. Bisher sind jeweils ein Hubschrauber des Landes- und Bundespolizei im Einsatz, vier weitere Maschinen sollen gegen Dienstagmittag hinzukommen, wie ein Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bekannt gab. Unterdessen haben weitere Gebiete Deutschlands mit Waldbränden zu kämpfen, so auch Brandenburg. (le mit dpa)

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