Zum 40. Todestag

Romy Schneider: „Sexy, aber zu lieb“ – Klatschkönig Michael Graeter erinnert sich im Interview

Montage eines Fotos von Romy Schneider im Pool von Südfrankreich und Michael Graeter
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Waren über Jahre bekannt und schätzten sich: Ikone Romy Schneider und der berühmt-berüchtigte Klatschreporter Michael Graeter. (kreiszeitung.de-Montage)
  • Jennifer Köllen
    VonJennifer Köllen
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„Nie melancholisch, das Leben gefeiert.“ Zum 40. Todestag erzählt der bekannte Klatschreporter Graeter im Interview, wie er Romy Schneider erlebt hat.

München – Was Romy Schneider zeitlebens verachtete? Die Presse. Denn diese hat die weltberühmte „Sissi“-Darstellerin damals verfolgt, sie sogar auf Beerdigungen ihres Ex-Mannes und Sohnes belagert.

Doch ausgerechnet mit ihm verstand sich Romy Schneider blendend: Michael Graeter, seines Zeichens Deutschlands größter Klatschreporter. Schneider und Graeter teilten die Vorliebe für ausufernde Partys, auf denen sie sich immer wieder begegneten. „Sie war voller Leben und hat es verstanden, zu feiern“, erinnert sich Graeter in Erinnerung an Romy Schneiders 40. Todestag am 29. Mai 2022.

Romy Schneider Todestag heute: So war „die Schneider“ wirklich – Michael Graeter erinnert sich im Interview

Michael Graeter hat „die Schneider“ Zeit ihres Lebens immer wieder getroffen. Als junges, „biederes Mädl“ in Filmstudios, später in Restaurants, einmal waren sie sogar zusammen im Urlaub. Ging da mal was? Schließlich waren sowohl die Schneider als auch Graeter für ihr aktives Liebesleben bekannt. Wie Michael Graeter Romy Schneider erlebte, und ob er der ikonischen Schönheit verfiel, hat er kreiszeitung.de im exklusiven Interview zum 40. Todestag von Romy Schneider erzählt.

Romy Schneider zu Sissi-Zeiten: Auf einmal war sie weltweit ein Star, wurde von Fans verehrt und belagert.

Romy Schneider: „Biederes Maiblümchen“ in Deutschland, sexy Schönheit in Frankreich – Erinnerungen zum 40. Todestag

Kreiszeitung: Herr Graeter, Hand aufs Herz. Sie kannten Romy Schneider gut, sie war eine hinreißende Frau. Waren Sie in sie verliebt?
Michael Graeter: Romy Schneider war wirklich sexy. Aber, ganz ehrlich? Mir war sie immer zu lieb. Außerdem kannten wir uns so lange, schon aus ihrer Zeit als Sissi, da war sie 16. Wenn man sich so lange kennt, ist irgendwann der Zug für eine Affäre abgefahren.
Obwohl sie so sexy war?
Als ich sie kennengelernt hab, war sie noch nicht sexy, sondern eher bieder. Sie war ja auch noch jung. Ein Maiblümchen aus dem Berchtesgadener Land, eine unschuldige, ahnungslose Schönheit.
Das hat sich ja dann schnell geändert – auch durch ihren Freund, den französischen Schauspieler Alain Delon.
Ja, für ihn ist sie nach Paris gegangen und dort zu einer Orchidee geworden – und zu einem Weltstar. Alain Delon hat bei ihr die richtigen Knöpfe gedrückt. Die Zeit in Paris hat sie komplett verändert, zum Positiven.
Haben Sie Alain Delon auch kennengelernt? Wie war er denn so? Eingebildet?
Mei, das war halt so ein typischer Pariser. Sehr gut aussehend, beneidenswert. Wir waren mal eine Nacht zusammen unterwegs im Why Not in München, zusammen mit seiner Frau Nathalie. Nathalie ist die Frau, die er nach Romy geheiratet hat. Das hat Romy ja das Herz gebrochen. Nathalie wollte damals unbedingt alles zur RAF wissen, das hat sie interessiert. Ich sollte ihr alles zu Andreas Bader vorbeibringen, was ich auftreiben konnte.
Trotzdem sagt Alain Delon bis heute, Romy Schneider wäre die Liebe seines Lebens gewesen. Welche Frau fanden Sie persönlich besser?
Nathalie war damals halt eine typische Französin, eine raffinierte Schönheit. Auch Romy Schneider war später wirklich sexy. Ich kann überhaupt nichts Schlechtes über Romy sagen. Sie hatte wirklich Charme, war immer voller Stimmung. Sie hat das Leben geliebt und es verstanden, zu feiern.
Erst Liebespaar, dann für immer beste Freunde: Romy Schneider und Alain Delon 1968 bei Dreharbeiten des Films „Der Swimmingpool“ („la Piscine“)

40. Todestag von Romy Schneider: „Romy war bei Partys immer die letzte, die gegangen ist“

Erzählen Sie uns doch von den Partys, die sie zusammen gefeiert haben. Wie viel wurde getrunken?
Viel. Wir waren einmal zusammen bei einem Ball von Senator Franz Burda in München. Im hinteren Teil haben wir die Romy, die drauf war mit Alkohol, in weiße Tischdecken eingewickelt, bis zum Hals. Dann kamen jede Menge Smokingträger und haben sie mit Champagner voll gepritzt. Sie hat so gelacht...
Die guten, alten Zeiten in München. Damals ging noch die Party ab. Welche ist Ihnen mit Romy Schneider noch im Kopf geblieben?
In München war mir Gerd Käfer so dankbar, dass ich mich dafür eingesetzt habe, dass er ein Zelt auf der Wiesn aufmachen kann, dass er mir das Käfer-Zelt für eine Privatparty schon fünf Tage vor Wiesn-Anstich überlassen hat. Bei der Privatparty wurde wirklich wild gefeiert. Da habe ich ein Bild von ihr und mir im Kopf, wie wir zusammen Bier trinken, beide schon gut dabei, und singen „In the Summertime“ (Graeter singt). Die Party war so wild, ich dachte, gleich bricht die Holzhütte zusammen. Romy war immer die Letzte, die gegangen ist.

Romy Schneiders 40. Todestag: Video zum Leben der Ausnahmekünstlerin

Zum 40. Todestag: Michael Graeter über Romy Schneider – „einen Spitzbart dort, wo das Paradies beginnt“

Einmal haben Sie sogar mit Romy Schneider zusammen Urlaub in St. Tropez gemacht. Wie war das?
Was für eine Frage, schön natürlich! Wir waren zusammen mit dem begnadeten Fotografen Emil Perauer dort, haben Urlaub und viele Shootings gemacht. Einmal ist Romy nackt vor uns schwimmen gegangen. Sie hatte einen Spitzbart dort, wo das Paradies beginnt.
Romy Schneider 1970 im Kultfilm „Das Mädchen und der Kommissar“: So haben wir sie in Erinnerung – sexy, stark, schön.

Romy Schneiders Todestag: „Sie war nie melancholisch. Erst nach dem Tod ihres Sohnes“

Dabei haben viele Menschen das Bild von Romy Schneider im Kopf, als wäre sie so ein melancholischer Mensch gewesen...
Ach ja, was die Menschen eben immer so über die Menschen erzählen... Für mich war Romy nie melancholisch, im Gegenteil. Sie hat das Leben ausgekostet. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihr Junge sich am Zaun aufgespießt hat. Da war sie nicht mehr anzusprechen. Aber das ist ja auch das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann. (Anm. der Redaktion: Schneiders Sohn David ist im Alter von 14 Jahren beim Klettern über den Zaun zu seinen Großeltern abgerutscht und in Folge an den inneren Blutungen gestorben. Seine Mutter ist knapp ein Jahr nach ihm gestorben, am 29. Mai 1982.)
Was denken Sie, wenn Sie sich an den Tod von Romy Schneider erinnern?
Das Konzept unseres Lebens ist nicht korrekt. Was macht es für einen Sinn, dass solche besonderen Zeitgeister oft so früh gehen müssen? Auf der anderen Seite werden sie so natürlich zu Legenden, bleiben für immer jung bei den Menschen in Erinnerung. Wie auch Marilyn Monroe und James Dean.
Warum war Romy Schneider für Sie ein Superstar?
Zunächst mal war sie wunderschön. Es gibt kein einziges schlechtes Foto von ihr. Doch nicht nur das. Romy hatte eine wahnsinnige Ausstrahlung. Und das nicht nur auf der Leinwand, sondern auch live. Ich liebe Audrey Hepburn, aber wenn sie auf der Straße privat an dir vorbeilief, hast du sie übersehen. Romy nicht. Sie hatte einen ganz außergewöhnlichen Sex-Appeal.

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