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Lauterbach teilt neue Affenpocken-Erkenntnisse – und verspricht fast eine Viertelmillion Impfdosen

  • Christoph Gschoßmann
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    Julia Volkenand
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Wie gefährlich sind Affenpocken? Gesundheitsminister Karl Lauterbach betonte, dass er keine neue Pandemie durch das Virus erwarte. Der News-Ticker.

Update vom 01. Juni, 22.15 Uhr: Die WHO warnt ausdrücklich vor einer Ausbreitung der Affenpocken bei Festivals und Feiern. An diesem Wochenende steht in Deutschland „Rock am Ring“ an - samt neuem Besucherrekord.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach: Impfdosen gegen Affenpocken kommen Anfang Juni

Update vom 29. Mai, 19.21 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet mit den ersten Impfdosen gegen Affenpocken noch in den ersten beiden Juniwochen. „40.000, also, Einheiten sollen in den ersten beiden Juni-Wochen kommen, dann 200.000 Einheiten danach“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet, man warte nun noch auf die Antwort des Unternehmens. „Aber ich gehe davon aus, dass wir diesen Impfstoff sehr bald haben werden“, sagte Lauterbach.

Der Minister betonte erneut, dass er keine neue Pandemie durch diesen Virus erwarte. „Aber ich glaube nicht, dass die Affenpocken eine Gefahr darstellen im Sinne einer Pandemie“, sagte Lauterbach. Dennoch müsse man die Verbreitung der Affenpocken eindämmen. „Wir wollen auch nicht, dass es sich festsetzt.“

Affenpocken: Größter Anstieg an Fallzahlen in Portugal seit erster Meldung der Krankheit

Update vom 29. Mai, 17.09 Uhr: Portugal verzeichnet den größten Anstieg an Affenpocken-Fallzahlen seit 18. Mai - dem Zeitpunkt der ersten Meldung der Krankheit durch die lokale Gesundheitsbehörde DGS. Demnach verzeichnete das Land 16 neue Fälle, insgesamt gibt es 74 bestätigte Affenpocken-Infizierte. Das teilte die portugiesische Gesundheitsbehörde DGS am Freitag (27. Mai) mit. Die meisten Infizierten befinden sich demnach in der Region von Lissabon und Tejotal.

Alle momentan Betroffenen sind Männer und die meisten Infizierten sind unter 40 Jahre alt, wie die Gesundheitsbehörde weiter mitteilte. Sie betonte allerdings auch, dass es sich nicht um eine Krankheit handelt, die ausschließlich Männer betrifft, da bereits Affenpocken-Infektionen bei Frauen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Spanien, den USA, der Schweiz und weiteren Ländern bestätigt wurden.

Affenpocken: Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärt wie gefährlich sie sind

Update vom 29. Mai, 15.08 Uhr: Wie gefährlich sind Affenpocken - und wie schnell können sie sich, ähnlich wie das Coronavirus, verändern? Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte dazu auf Twitter, „Affenpocken mutieren sehr wenig und die bisherigen neuen Mutationen deuten bisher nicht auf einen neuen höheren R-Wert hin.“ Dazu teilte er eine Erkenntnisse von Richard Neher aus dem Biozentrum in Basel. Lauterbach dazu: „Die Größe der Ansteckungscluster könnte entscheidend sein. Aber alles noch vorläufig.“ Dennoch meinte Lauterbach: „Das sind in der Tendenz gute Nachrichten.“

Update vom 29. Mai, 10.54 Uhr: Affenpocken seien nicht mit Corona zu vergleichen, sagen Experten. Dennoch gibt es zwei Gruppen, für die besondere Vorsicht vor einer Ansteckung gilt.

Frankreich: Zwei Risiko-Kontakte gegen Affenpocken geimpft

Update vom 28. Mai, 15.31 Uhr: In Frankreich sind zwei Menschen mit Risikokontakt zu Affenpocken-Infizierten gegen das Virus geimpft worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur von der Gesundheitsgeneraldirektion erfuhr, ließen sich beide Menschen am Freitag in einem Krankenhaus in Paris eine Dose des Pockenimpfstoffs Imvanex verabreichen. Die oberste französische Gesundheitsbehörde hatte eine Impfung nach einem Risikokontakt zuvor empfohlen.

Frankreichs Gesundheitsministerin Brigitte Bourguignon hatte Mitte der Woche von sieben bestätigten Affenpocken-Fällen in Frankreich gesprochen. Die Situation sei händelbar. Es sei ausreichend Impfstoff für Kontaktpersonen vorhanden .In Großbritannien, wo deutlich mehr Ansteckungen mit dem Virus registriert wurden, wurden bereits mehr als 1000 Kontaktpersonen geimpft. Das Land kaufte mehr als 20.000 Dosen Imvanex ein. In Deutschland sind noch keine Impfungen bekannt, es wurden aber „bis zu 40.000 Dosen“ des Vakzins bestellt.

Virologe Hendrik Streeck über Affenpocken: „Das lässt aufhorchen“

Update vom 28. Mai, 14.58 Uhr: Die Fallzahlen der mit Affenpocken infizierten Menschen in Europa steigen. „Das lässt aufhorchen“, findet der Virologe Hendrik Streeck, kann aber vor allem Entwarnung geben.

Erster Fall von Affenpocken in Irland bestätigt

Update vom 28. Mai, 14.54 Uhr: Auch in Irland ist ein erster Fall von Affenpocken bestätigt worden. Man sei am Freitagabend über einen Fall im Osten des Landes verständigt worden, teilte die irische Gesundheitsbehörde am Samstag mit. Die betroffene Person, über die keine weiteren Details öffentlich gemacht wurden, werde bislang nicht im Krankenhaus behandelt. Ihre Kontaktpersonen sollten verständigt werden. Darüber hinaus gibt es in Irland noch einen Verdachtsfall. „Das kommt nicht unerwartet nach den Affenpocken-Fällen in Großbritannien und vielen anderen europäischen Ländern“, hieß es in der Mitteilung. In Großbritannien sind bereits mehr als 100 Fälle von Affenpocken nachgewiesen worden.

Weltärzte-Chef Montgomery: „Thema Affenpocken wird bald erledigt sein“

München - Während die Affenpocken sich noch in Europa ausbreiten, gibt sich der Weltärzte-Chef ruhig. Im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte Frank Ulrich Montgomery, dass er nicht mit einer unkontrollierten Ausbreitung rechne. Immerhin handle es sich um eine „im Kern seit Jahren bekannte Erkrankung, die Ansteckungsgefahr ist viel geringer als bei Corona“. Man könne das Virus also mit Isolation, Quarantäne und Impfung der Gefährdeten recht zügig einfangen. „Das Thema Affenpocken  wird bald erledigt sein.“

Affenpocken: Weltärzte-Chef sieht keine dauerhafte Gefahr

Die Affenpocken seien gleichwohl eine Warnung, dass „mit der Zunahme der Weltbevölkerung sowie der zunehmenden Mobilität und der Kontakte zwischen Menschen und Tieren die Zahl der Zoonosen und der daraus abgeleiteten Viruserkrankungen immer weiter steigen wird“, sagte Montgomery. Die Abstände zwischen den Infektionen würden immer kleiner.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, sieht in der Zukunft keine Affenpocken-Gefahr.

Um dem zu begegnen, müssten die Warnmechanismen der Weltgesundheitsorganisation WHO und der EU „geschärft werden“, forderte Montgomery. Zudem müsse die Bevölkerung schneller über Risiken informiert werden. „Es braucht aber, drittens, auch einen gesellschaftlichen Konsens, dass auf die Wissenschaft gehört wird und nicht auf fachfremde Einwürfe aus der Politik.“ Versuche, „bei Gesundheitsgefahren politisch Land zu gewinnen, verunsichern die Menschen und untergraben die Akzeptanz notwendiger Schutzmaßnahmen“.

Affenpocken: WHO warnt vor weiteren Fällen

Gleichzeitig äußerte sich Sylvie Briand, Direktorin der WHO-Abteilung zur Vorbereitung auf Infektionsgefahren dahingehend, dass die aktuellen Fälle nur „die Spitze des Eisbergs“ sein könnten und ein Anstieg sehr wahrscheinlich sei. Grund zur Panik sehe aber auch sie nicht, Affenpocken seien nicht mit Corona vergleichbar, das sich sehr rasch verbreiten kann. (dpa/jv)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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