Grüne Liga wolle Werk aber nicht verhindern

Nach Antrag von Umweltschützern: Tesla muss Rodungsarbeiten in Grünheide stoppen

Tesla muss seine Rodungsarbeiten für ein geplantes Werk in Grünheide bei Berlin vorläufig einstellen. Der Grund ist ein Antrag von Umweltschützern, die eine fehlende Genehmigung monieren.

  • Das Unternehmen Tesla musste Rodungsarbeiten für ein neues Werk in Grünheide bei Berlin stoppen.
  • Umweltschützer erwirkten diesen Schritt, weil eine notwendige Genehmigung für die Arbeiten noch aussteht.
  • Sie betonen aber, das Tesla-Werk nicht verhindern zu wollen.

Grünheide/Potsdam - Nachdem Tesla in Grünheide bei Berlin vor wenigen Wochen mit den Rodungsarbeiten für ein neues Werk begonnen hatte, wurde das Vorhaben des Konzerns nun vorübergehend eingestellt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte die Rodungsarbeiten auf Antrag der Grünen Liga am Samstagabend gestoppt. Der Grund für den Antrag: Das Landesamt für Umwelt habe Tesla keine vorzeitige Erlaubnis für die Rodung erteilt, sagte am Sonntag der Vorsitzende der Grünen Liga Brandenburg, Heinz-Herwig Mascher.

Tesla muss Rodungsarbeiten stoppen - Grüne Liga zeigt sich erleichtert

Über den Stopp der Arbeiten zeigt sich die Grüne Liga nun erleichtert. „Wir wollen aber Tesla nicht verhindern“, betonte Heinz-Herwig Mascher, Vorsitzender der Gruppierung, am Sonntag auf Anfrage. Das Unternehmen sollte jedoch nicht anders als andere behandelt werden. 

Solange das Verfahren nicht abgeschlossen sei, dürften keine Tatsachen geschaffen werden, die dann nicht mehr rückgängig zu machen seien. Zuvor waren die Umweltschützer vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt mit dem Verein für Landschaftspflege und Artenschutz Bayern damit gescheitert, durch Eilanträge die Baumfällarbeiten zu verhindern. 

Bis kommenden Dienstag haben die Umweltschützer nach Maschers Angaben nun Gelegenheit, Einwendungen vorzubringen. Die Brandenburger Landesregierung hat auf die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts, die Rodungen zu stoppen, gelassen reagiert. „Wir warten unaufgeregt die Entscheidung des OVG ab“, sagte Regierungssprecher Florian Engels am Sonntag auf Anfrage. Bis Dienstagmittag habe das Landesamt für Umwelt nun Zeit, Stellung zu nehmen. „Das wird selbstverständlich gemacht“, kündigte er an. 

Gute Nachrichten gibt es übrigens unterdessen zumindest für einen Teil der Belegschaft der insolventen deutschen Reifenhändler

Tesla muss Rodungsarbeiten stoppen - trotz einer Zulassung des Landesumweltamts

Erst am Donnerstag hatte das Landesumweltamt die Zulassung für den vorzeitigen Beginn der Rodung des knapp 92 Hektar großen Waldstücks erteilt. Jedoch gibt es für den Bau des Tesla-Werks noch keine Genehmigung. Dieses Verfahren läuft derzeit noch. Das Umweltministerium hatte betont, das Tesla „auf eigenes Risiko“ mit den Arbeiten starten dürfe. Sollte die Genehmigung für das Vorhaben aber doch nicht erteilt werden, müsste der Investor nach Angaben des Ministeriums Wald angemessen aufforsten.

Im Genehmigungsverfahren sind noch bis 5. März Einwendungen möglich. Am 18. März werden diese dann öffentlich erörtert. Nur wenn nach Prüfung des Antrages alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird abschließend eine Genehmigung erteilt. Vom Juli 2021 an will Tesla mit der Produktion in Grünheide beginnen.

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Rubriklistenbild: © dpa / Jörg Carstensen

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