Freilassung erwartet

Carlos Ghosn in Japan aus Haft entlassen

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Automanager Carlos Ghosn war am 19. November wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Tokio festgenommen und später angeklagt worden.

Carlos Ghosn (64) sitzt seit drei Monaten in Japan in Untersuchungshaft. Nun dürfte der Automanager in Kürze auf Kaution freikommen. 

10.51 Uhr: Der in Japan angeklagte Automanager Carlos Ghosn ist nach mehr als drei Monaten gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der 64-Jährige verließ am Mittwoch die Haftanstalt in Tokio, wie japanische Fernsehsender übereinstimmend berichteten. Ghosn war allerdings in Begleitung von mehr als fünf Gefängnisbeamten derart verkleidet, dass er kaum zu erkennen war. Er trug eine weiße Maske bis dicht unter die Augen, dazu eine Brille sowie dunkle Arbeiterkluft mit Warnweste und blauer Schirmmütze auf dem Kopf.

Update vom 6. März 2019, 7.15 Uhr: Das zuständige Bezirksgericht in Tokio teilte am Mittwoch mit, dass die festgesetzte Kautionssumme von einer Milliarde Yen (7,9 Mio. Euro) bezahlt worden sei. Damit dürfte der 64-Jährige noch am Mittwoch nach mehr als drei Monaten aus der Untersuchungshaft in Tokio kommen. Das Gericht hatte am Vortag dem Antrag des Verteidigers auf Freilassung gegen Kaution stattgegeben.

Ghosn muss Überwachungskamera installieren

Als Bedingung für seine Freilassung hatte Ghosn akzeptiert, dass an seinem Hauseingang eine Überwachungskamera installiert wird. Auch darf er sein Handy nicht frei benutzen und einen Computer nur im Büro seines Anwalts tagsüber unter der Woche benutzen.

Wende: Gericht in Tokio stimmt Freilassung von Automanager Ghosn auf Kaution zu

Die News vom 5. März 2019:

16.38 Uhr: Ein Gericht in Tokio hat am Dienstagabend der Freilassung des inhaftierten Automanagers Carlos Ghosn auf Kaution zugestimmt. Das Gericht wies damit den Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen die bereits zuvor angeordnete Freilassung ab. Ghosn darf das Gefängnis demnach am Mittwoch verlassen, sobald die Kaution in Höhe von umgerechnet acht Millionen Euro hinterlegt ist.

Update um 8.15 Uhr: Ghosn darf nach Gerichtsangaben die Untersuchungshaft vorerst doch nicht verlassen. Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag gegen die Entscheidung des Bezirksgerichts in Tokio, Ghosn auf Kaution freizulassen, Einspruch erhoben.

Erstmeldung zu Carlos Ghosn vom 5.3.2019, 7.30 Uhr:

Tokio - Der Automanager Carlos Ghosn kommt nach mehr als dreimonatiger Untersuchungshaft in Japan auf Kaution frei, darf das Land aber nicht verlassen. Das entschied das Bezirksgericht in Tokio am Dienstag. Die Kautionssumme beträgt eine Milliarde Yen (umgerechnet 7,9 Mio. Euro). Ghosn akzeptierte die Bedingung, wonach am Hauseingang eine Überwachungskamera installiert werden muss.

Der 64-Jährige, der Nissan vor der Pleite gerettet und zusammen mit Renault und Mitsubishi eine mächtige internationale Autoallianz geschmiedet hatte, war am 19. November wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Tokio festgenommen und später angeklagt worden. Zudem soll er laut der japanischen Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Ghosn hat vor Gericht seine Unschuld beteuert und vermutet einen Komplott gegen ihn.

Japans Staatsanwaltschaft hat jedoch mittlerweile Widerspruch gegen die Freilassung des seit November inhaftierten Automanagers Carlos Ghosn eingelegt. Das zuständige Gericht in Tokio teilte am Dienstag mit, die Staatsanwälte hätten Beschwerde gegen eine Freilassung auf Kaution eingelegt. 

dpa, afp

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